
Der Ermittlungsdienst Abfall (EDA) hat für das Jahr 2025 eine umfangreiche Bilanz vorgelegt. Der Bericht weist 6.150 Einsätze aus, zudem führten die Mitarbeitenden 2.450 Beratungsgespräche. Insgesamt wurden 590 Bußgeldbescheide mit einem Gesamtvolumen von rund 130.000 Euro erlassen. Der „EDA“ soll nun personell aufgestockt werden.
Die Nordstadt ist in Sachen Müll der größte Brennpunkt
Ein Schwerpunkt der Arbeit lag nach Angaben der „Müll-Detektive“ auf sogenannten Hotspots im öffentlichen Raum. Dabei handelt es sich um Bereiche, an denen regelmäßig Abfälle illegal entsorgt werden. Dazu zählen insbesondere Baumscheiben sowie Standorte von Depotcontainern für Altglas und Papier. ___STEADY_PAYWALL___

Auffällig waren im Jahr 2025 unter anderem Baumbeete an der Haydnstraße und der Herderstraße in der Innenstadt-Nord. Bei den Depotcontainern standen Standorte an der Uhlandstraße in der Innenstadt-Nord, an der Gildenstraße in Hörde sowie an der Hangeneystraße in Marten im Fokus der Kontrollen. Dort wurden vor allem Haus- und Sperrmüll sowie umweltgefährdende Stoffe wie Altöl, Asbest oder Batterien festgestellt.
Der Ermittlungsdienst war auch zu später Stunde sowie an Wochenenden im Einsatz. Dabei wurden mehrfach Personen beim unerlaubten Ablagern von Abfällen angetroffen und daran gehindert, den Müll zurückzulassen.
Seit 2024 ergänzt eine Fußstreife die verdeckte Beobachtung aus Fahrzeugen und die Ermittlungsarbeit. Nach Einschätzung des EDA ermöglicht diese Präsenz insbesondere in dicht besiedelten Quartieren zusätzliche Aufklärungsgespräche vor Ort.
Die Zahl der Stellen beim Ermittlungsdienst soll von 17 auf 19 steigen
Für Umweltdezernent Stefan Szuggat ist der Ermittlungsdienst ein Erfolgsmodell, weshalb jetzt auch die vakanten Stellen nachbesetzt und weitere geschaffen werden sollen. Der Ermittlungsdienst Abfall verfügt derzeit über 17 Planstellen, davon fünf bei der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) und zwölf beim Ordnungsamt.

Für das Wirtschaftsjahr 2026 ist eine Aufstockung um zwei weitere Stellen vorgesehen. Gleichzeitig waren seit Januar drei städtische Stellen unbesetzt, deren Nachbesetzung trotz Haushaltssperre läuft.
Die vom EDA erfassten Anzeigen werden an die Untere Abfallwirtschaftsbehörde (UAWB) im Umweltamt weitergeleitet, die Ordnungswidrigkeiten- und Kostenersatzverfahren einleitet.
Der Bericht weist darauf hin, dass die UAWB mit 3,5 Stellen angesichts steigender Fallzahlen personell knapp ausgestattet ist. Empfohlen wird eine personelle Verstärkung sowohl dort als auch bei der Bußgeldstelle des Rechtsamtes.
Illegale Abfallablagerungen werden systematisch digital erfasst
Seit August 2025 werden illegale Abfallablagerungen im öffentlichen Raum systematisch digital erfasst. Ziel ist eine lückenlose Dokumentation im gesamten Stadtgebiet. Die Auswertung der ersten Monate zeigt eine räumliche Konzentration bestimmter Standorte und dient der Einsatzplanung. Die digitale Erfassung ermöglicht zudem eine schnellere Beseitigung der Abfälle.

Nach Angaben des Berichts ist die Bekanntheit des Ermittlungsdienstes in der Bevölkerung gestiegen. Dies zeigt sich unter anderem an der Zahl der Meldungen, die über die in die EDG Abfall App integrierte Dreckpetze-App eingingen.
Im Jahr 2025 wurden dort rund 11.450 Hinweise registriert. Mit der wachsenden Zahl an Meldungen steigen laut Bericht auch die Erwartungen an eine zeitnahe Beseitigung der Abfälle und an Sanktionen gegen die Verursacher.
Grundsätzlich ist das Müllaufkommen in Dortmund aber nicht gestiegen. „Das ist ein anderer Trend als in NRW. In NRW sind die Zahlen höher geworden, in Dortmund nicht. Wir haben ein relativ stabiles Müllaufkommen”, so Szuggat.
Auch wenn die Zahlen nicht gestiegen sind, liegen sie allerdings schon seit Jahren auf erschreckend hohem Niveau: Allein in der Nordstadt werden werkttäglich (!) fünf Tonnen Sperrmüll von den Teams eingesammelt.
Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

