Die CDU streitet über Teilzeit: CDA und MIT Dortmund vertreten gegensätzliche Konzepte

Es gibt unterschiedliche Positionen innerhalb der Dortmunder CDU

Während die CDA vor allem die soziale Dimension und individuelle Lebenslagen betont, stellt die MIT die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Betrieben und die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund. Foto: Nordstadtblogger-Redaktion mit KI-Unterstützung

Aus zwei Dortmunder CDU-Vereinigungen kommen vor dem CDU-Bundesparteitag unterschiedliche Töne zur Zukunft des Teilzeitrechts. Während die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Dortmund das gesetzlich verankerte Recht auf Teilzeit ausdrücklich verteidigt, fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Dortmund eine Reform der bestehenden Regelungen.

CDA warnt vor pauschaler Kritik an Teilzeit und verweist auf soziale Realitäten

Die CDA Dortmund kritisiert einen Antrag der MIT zum bevorstehenden CDU-Bundesparteitag, mit dem der Rechtsanspruch auf Teilzeit nach ihrer Auffassung deutlich eingeschränkt werden soll. Der Antrag arbeite mit Unterstellungen und treffe am Ende diejenigen, die auf Teilzeit angewiesen seien, erklärte die Dortmunder CDA-Kreisvorsitzende Claudia Middendorf. Wer Teilzeit pauschal als „Lifestyle“ bezeichne, verkenne die Lebensrealität vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und spalte Belegschaften .

Claudia Middendorf
CDA-Vorsitzende Claudia Middendorf Foto: Anna Spindelndreier

Nach Einschätzung der CDA entsteht Teilzeitarbeit in der Praxis selten aus Bequemlichkeit. Häufige Gründe seien fehlende Kinderbetreuungsangebote, Pflegeverantwortung, gesundheitliche Einschränkungen oder ein Mangel an Vollzeitstellen.

Wenn mehr Arbeitsstunden mobilisiert werden sollten, brauche es bessere Rahmenbedingungen, etwa verlässliche Kinderbetreuung, eine tragfähige Pflegeinfrastruktur, Weiterbildungsmöglichkeiten und Arbeitszeitmodelle, die eine Rückkehr in Vollzeit erleichtern. Eine pauschale Begrenzung von Teilzeit auf Pflege und Kindererziehung lehnt die CDA ab und verweist auf das Prinzip der Wahlfreiheit innerhalb der CDU.

MIT sieht wirtschaftlichen Druck und fordert mehr geleistete Arbeitsstunden

Die MIT Dortmund begründet ihren Antrag hingegen mit der angespannten wirtschaftlichen Lage. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen und zunehmender Insolvenzen fordert sie eine Neuausrichtung der Teilzeit- und Brückenteilzeitregelungen. Ziel sei es, die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf zu sichern, gleichzeitig aber das verfügbare Arbeitsvolumen zu erhöhen und die Planbarkeit für Betriebe zu verbessern. Der Antrag soll auf dem CDU-Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart beraten werden .

MIT-Vorsitzender David J. Finger Foto: MIT Dortmund

Der Dortmunder MIT-Kreisvorsitzende David J. Finger betont, Teilzeit sei richtig und oft unverzichtbar, etwa für Familien, Pflege oder Weiterbildung. Gleichzeitig brauche es insgesamt wieder mehr geleistete Arbeitsstunden, um Beschäftigung zu sichern und Unternehmen zu stabilisieren.

Kern des Antrags ist, den gesetzlichen Rechtsanspruch auf Teilzeit künftig an sachliche Gründe wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung zu knüpfen.

Unabhängig davon soll Teilzeit weiterhin möglich bleiben, wenn sie einvernehmlich zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten vereinbart wird.

Unterschiedliche Perspektiven innerhalb der „Volkspartei CDU“

Während die CDA vor allem die soziale Dimension und individuelle Lebenslagen betont, stellt die MIT die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Betrieben und die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund. Die Debatte dürfte den Bundesparteitag der CDU mitprägen.

Eine Spaltung der Partei bedeute dies allerdings nicht: „Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (sowie der Mittelstandsunion sind beides Vereinigungen der CDU Dortmund und bilden damit die Breite der CDU als Volkspartei ab“, betont die stv. CDU-Kreisvorsitzende Sarah Beckhoff.

Unterstütze uns auf Steady

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert