
Seit der Eröffnung 1989 ist das Theater Olpketal im Dortmunder Süden eine Institution. Gegründet und betrieben vom Kabarettisten Bruno „Günna“ Knust, entwickelte sich der Familienbetrieb schnell zu einer der beliebtesten Ausgehadressen für Bewohner:innen und Besucher:innen der Stadt. Doch nächstes Jahr ist Schluss: Das Theater Olpketal wird seine Pforten schließen.
Auch wenn das Theater schließt, bleibt Knust voller kreativem Tatendrang
Bruno Knust, fester Bestandteil der Kabarettszene im Ruhrgebiet und in Westfalen, geht nach dem Sommer in seine letzte Saison im Theater Olpketal.
Während er weiterhin die Theatersäle der Region als Gastkünstler bespielen und auf Firmenveranstaltungen und Tagungen auftreten wird, möchte Knust die freiwerdende Zeit und Energie in neue Projekte stecken.
Die Ideen-Schubladen seien voll: Künftig freut er sich auf bislang aufgeschobene Vorhaben und neue Möglichkeiten, wie Spielreihen auf Kokerei Hansa. Für das Theater Olpketal hingegen ist die letzte Vorstellung im Frühsommer 2025 geplant.
Schließung schweren Herzens: Emotional keine leichte, aber rational richtige Entscheidung
Seit 35 Jahren fließen Günnas kreative und finanzielle Ressourcen über weite Strecken in den Betrieb seines Theaters an der Olpketalstraße, schon seit 1978 nutzt er das Gebäude als Firmensitz.
„Im Grunde hab ich mein ganzes Berufsleben hier verbracht. Die Entscheidung fällt mir daher emotional nicht leicht. Aber wat mut, dat mut“, so Knust.
Die Entscheidung – das ist der Verzicht auf eine Verlängerung des laufenden Mietvertrags nach dem Sommer 2025. Dass er sie trifft, hat folglich rationale Gründe. Sie entspricht Knusts innerem Wunsch der Selbstbestimmung, der sich zuletzt aus verschiedenen Überlegungen heraus entwickelt hat.
Ganze Familie in den Theaterbetrieb eingebunden
„Es kann sich kaum einer vorstellen, was hinter den Kulissen eines Theaters so alles an Arbeit steckt“, erläutert Knust. Das Theater, das um 1900 als gastronomisches Ausflugslokal „Zum Erlenkrug“ im damals noch ländlichen Lücklemberg erbaut wurde, bringe mittlerweile hohe Instandhaltungskosten mit sich.
Nach dem letzten größeren Ausbau vor knapp 25 Jahren hat Knust vor rund vier Jahren nochmals Teile renoviert. Doch um größere Investitionen käme die Familie bei einer Fortführung nicht umhin.
Seine Tochter Nicoletta Knust führt das Theater Olpketal seit 2010 als Geschäftsführerin; sein ältester Sohn Fabio ist bis heute noch nebenberuflich im Theater engagiert. Beide sind mit dem Theater groß geworden. Auch Sohn Ben (13) packt schon manchmal mit an.
In den vergangenen Jahren wurde das Geschäft durch Krisen gebeutelt
In den letzten Jahren war der Betrieb mit immer größeren Anstrengungen verbunden. Dem coronabedingten Berufsverbot folgten zwei Jahre, in denen Vorstellungen nur mit viel Aufwand und dank einer neuen Luftbehandlungsanlage möglich waren.

Danach trieb Russlands Krieg die Energiekosten in die Höhe – in einem über 120 Jahre alten Gebäude ohne Dämmung, das nach Schäden im zweiten Weltkrieg unter Nachkriegsbedingungen wieder aufgebaut wurde.
„Wir haben Corona überstanden, die Energiekrise überstanden, aber wer weiß, was noch kommt?“, fragt sich Knust. Vor dem Hintergrund sieht er sich in der Verantwortung für rund 30 Mitarbeiter.
„Ich bin der Ochse, der den Karren zieht. Mir halten sie an einer Angel eine Möhre vor die Nase, aber mir darf auch nichts passieren.“
Ein Ort wundervoller Momente, die als Erinnerungen weiterleben
Der Wettbewerb dürfte in Zukunft nicht einfacher werden. Eine Ausflugsregion wie früher ist das entlegene Dortmund-Lücklemberg schon lange nicht mehr. Von einer belebten Umgebung wie andere Häuser profitiert das Olpketal somit nicht; im Gegenteil war es selbst über Jahre Anziehungspunkt auswärtiger Gäste im Ortsteil.

Seit der Gründung finanziert Knust das Theater ohne Subventionen durch die Einnahmen. Dass der Betrieb für ewig so laufen wird wie in den letzten 35 Jahren, ist für Knust daher alles andere als sicher. „Kloppo hört auf. Watzke hört auf. Tuchel muss aufhören“, sieht sich Knust immerhin voll im Trend.
Auf die gemeinsame Schaffenszeit im Theater blickt er mit Stolz zurück. „Ich liebe das Olpketal. Über drei Jahrzehnte war es ein Ort wundervoller Momente, die als Erinnerungen weiterleben. Bei glücklichen Gästen, lachenden Mitarbeitern und mir selbst.“
Ein halbes Leben im Theater – der Letzte macht das Licht aus
Und vielleicht fühlt es sich gerade deshalb richtig an, den Vorhang nächstes Jahr zu schließen: „Ich werde jetzt bald 70. Da fängt man an, nachzudenken. Ich bin nicht ausgebrannt, im Gegenteil: Der Tank ist voll, ich bin topfit, habe Fitness- und Tanztraining, komme allein die Bühne hoch. Ich vergleiche meinen Abschied eher mit dem von Jürgen Klopp: ein Abschied in die Freiheit“, so Knust. Und ergänzt in typischer Manier: „Meine Theaterkarriere soll nicht so enden wie Schalke.“

Die Schließung des Theater Olpketal markiert das Ende einer Ära in der Kulturszene des Ruhrgebiets, aber auch den Anfang neuer Wege für Bruno Knust. Bevor er sie beschreitet, freut er sich auf eine grandiose letzte Saison, die im September beginnt.
Dann wird er 70 Jahre alt, sein Theater feiert das 35. Jubiläum. Ein halbes Leben im Theater. Günna überlegt kurz und nickt: „Stimmt. Der Letzte macht dat Licht aus.“
Im Rahmen der Jubiläumssaison veranstaltet das Theater Olpketal neben zwei durchgehend laufenden Programmen von Hausherr Bruno „Günna“ Knust eine Reihe von Sondergastspielen. Fest stehen bereits folgende Aufführungen:
27. November 2024 Tom Gerhardt
03. Dezember 2024 Lucy van Kuhl
04. Dezember 2024 William Wahl
15. Dezember 2024 Wilfried Schmickler
29. Januar 2025 Wolfgang Trepper

Reaktionen
Augustin Augustein
Danke lieber Bruno für so viele Jahre wundervoller Unterhaltung und wundervollen Engagements. So sehr der Verlust einer der kultigsten Kultstätten schmerzt, die Freude über dein weiteres Wirken wird die Tränen der Traurigkeit durch Tränen des Lachens ersetzen. Glückauf!
Peter Gembus
…bin 63 geboren. Zwei ältere Brüder ( 49 und 51 geboren). Oppa Berchmann, Vatta Berchmann (Zeche Holland in Herbede). Selbst im Gusstahlwerch in Witten gelernt. Viele Jahre Bus gefahren auffe Zechen in Dortmund und Lünen( Minister Stein, Achenbach, Victoria, Kurl)
Ich hätt nie gedacht dat der Ruhrpott ma ausstirbt ganz langsam so datte zukuken kanns. Zechenwech, Stahl imma weniga…und getz noch der Günna. Der Ruhrpott und sein gequatsche darf nich so einfach verschwinden. Da musse wat gegen machen.
Trotzdem Danke Günna für all die tolle Jahre. Bis eina von uns. Bleib Fit alter.
Gruß Peter (Pedda)
Andreas
Hallo Günna, ich bin sehr stolz, dass ich Dich – durch meine Tätigkeit bei DSW21 – persönlich kennenlernen durfte. Ich war sehr gerne im Theater Olpketal.
Für alles was kommt wünsche ich Dir alles, alles Gute, Erfolg und Gesundheit!
Herzliche Grüße und Glück Auf!
Bruno Knust: Günna tut der Seele gut (PM)
12.6.2026 | 19:30 Uhr | Pauluskirche | Dortmund
Die Weltlage ist kompliziert. Vieles wirkt kaputt, überall Baustellen und oft hat man das Gefühl: Nichts funktioniert mehr. Aber dann kommt Günna. Die Stimme Westfalens. Und er macht uns wieder Hoffnung. Mit einem Abend zum Lachen, Erinnern und Wohlfühlen.
Geboren am Borsigplatz und aufgewachsen in Eving ist Bruno „Günna“ Knust weit über das Ruhrgebiet hinaus bekannt für seine unverwechselbare Mundart. Sein Entertainment lebt von Schlagfertigkeit, Spontanität und dem direkten Draht zum Publikum.
Seit fast vier Jahrzehnten steht er damit auf der Bühne, frei von der Leber weg, mit einem feinen Gespür für die Menschen an der Ruhr und ihre Geschichten. Dabei bringt er den Ruhrpott auf die Bühne, wie er wirklich ist: herzlich, ehrlich und zum Brüllen komisch.
Mit liebevollen Bosheiten und aktuellen Kommentaren fühlt er auch liebend gern seinem Heimatstädtchen den Puls.
Das alles natürlich immer mit seiner typisch positiven Ruhrgebiets-Mentalität, Günna nimmt sein Publikum während der heimatlichen Reise mit durch beliebte Szenen aus früheren Programmen und serviert dazu als Kirsche auf der Torte auch jede Menge neues, taufrisches Material aus seinem unerschöpflichen Dortmunder „Wortgeklingel-Beutel“.
Günna kennt die Dortmunder, schaut ihnen aufs Maul, drückt auch schon mal da wo es wehtut und sorgt mit seiner ihm eigenen Art dafür, dass man auch in schwierigen Zeiten herzlich lachen kann. Denn: Die Realität in Doatmund iss ganz anders als wie die Wirklichkeit.
Tickets gibt es für 25,00 Euro hier: https://rausgegangen.de/events/bruno-knust-gunna-tut-der-seele-gut-0/
Bruno Knust: Günna tut der Seele gut (PM)
12.6.2026 | 19:30 Uhr | Pauluskirche | Dortmund
Die Weltlage ist kompliziert. Vieles wirkt kaputt, überall Baustellen und oft hat man das Gefühl: Nichts funktioniert mehr. Aber dann kommt Günna. Die Stimme Westfalens. Und er macht uns wieder Hoffnung. Mit einem Abend zum Lachen, Erinnern und Wohlfühlen.
Geboren am Borsigplatz und aufgewachsen in Eving ist Bruno „Günna“ Knust weit über das Ruhrgebiet hinaus bekannt für seine unverwechselbare Mundart. Sein Entertainment lebt von Schlagfertigkeit, Spontanität und dem direkten Draht zum Publikum.
Seit fast vier Jahrzehnten steht er damit auf der Bühne, frei von der Leber weg, mit einem feinen Gespür für die Menschen an der Ruhr und ihre Geschichten. Dabei bringt er den Ruhrpott auf die Bühne, wie er wirklich ist: herzlich, ehrlich und zum Brüllen komisch. Mit liebevollen Bosheiten und aktuellen Kommentaren fühlt er auch liebend gern seinem Heimatstädtchen den Puls.
Das alles natürlich immer auf seiner typisch positiven Ruhrgebiets-Mentalität, Günna nimmt sein Publikum während der heimatlichen Reise mit durch beliebte Szenen aus früheren Programmen und serviert dazu als Kirsche auf der Torte auch jede Menge neues, taufrisches Material aus seinem unerschöpflichen Dortmunder „Wortgeklingel-Beutel“.
Günna kennt die Dortmunder, schaut ihnen aufs Maul, drückt auch schon mal da wo es wehtut und sorgt mit seiner ihm eigenen Art dafür, dass man auch in schwierigen Zeiten herzlich lachen kann. Denn: „Die Realität in Doatmund iss ganz anders als wie die Wirklichkeit.“
Tickets gibt es im Vorverkauf für 25,00 Euro auf der Homepage der Pauluskirche: http://www.pauluskirche.net
Theater Fletch Bizzel verschiebt Soft Opening am neuen Standort: Noch ausstehende Genehmigung verhindert geplanten Start am 3. Oktober (PM)
Das Theater Fletch Bizzel kann seinen für Samstag, den 3. Oktober 2026, angekündigten Spielbetrieb am neuen Standort an der Olpketalstraße 90 in Dortmund nicht wie geplant aufnehmen. Das vorgesehene Soft Opening muss kurzfristig verschoben werden. Grund ist eine noch ausstehende behördliche Genehmigung, die für die Aufnahme des Publikumsbetriebs erforderlich ist.
Bis zuletzt war die Theaterleitung aufgrund des bisherigen Verlaufs und der fachlichen Einschätzungen im laufenden Verfahren davon ausgegangen, dass die notwendigen Voraussetzungen rechtzeitig zum geplanten Start vorliegen würden. Erst kurzfristig wurde deutlich, dass dies nicht der Fall sein wird. Die Leitung des Theater Fletch Bizzel hat deshalb entschieden, den Spielbetrieb erst aufzunehmen, wenn die erforderlichen Genehmigungen vollständig vorliegen.
„Diese Entscheidung fällt mir ausgesprochen schwer, gerade weil wir unserem Publikum bereits mehrfach sehr viel Geduld abverlangen mussten“, erklärt Theaterleiterin Rada Radojcic. „Aber nach neun Monaten intensiver Arbeit an diesem Standort werde ich auf den letzten Metern keine Verantwortung übernehmen, die wir ohne die erforderliche Genehmigung nicht übernehmen können und wollen. Wenn wir diesen langen Weg gegangen sind, dann möchten wir auch die letzten notwendigen Schritte korrekt abschließen.“
Hinter dem Theater liegt ein aufwendiger Standortwechsel. Während der bisherige Spielbetrieb in der Humboldtstraße zunächst weitergeführt wurde, liefen parallel Planung und Ausbau des neuen Hauses. Gleichzeitig mussten zahlreiche bauliche, technische und organisatorische Prozesse koordiniert werden. Handwerksleistungen, Lieferungen, Abnahmen und Genehmigungsverfahren griffen dabei ineinander und führten im Verlauf des Projekts wiederholt zu zeitlichen Verschiebungen. Für die Theaterleitung und das Team ist die erneute Verzögerung unmittelbar vor dem geplanten Soft Opening entsprechend enttäuschend.
„Wir sind an einem Punkt, an dem das Haus im Grunde auf sein Publikum wartet“, so Radojcic. „Unser Team ist vorbereitet, die Künstlerinnen und Künstler sind gebucht, das Programm steht. Nach diesem außergewöhnlich arbeitsintensiven Jahr sind wir alle erschöpft und hatten uns sehr auf diesen Moment gefreut. Umso bitterer ist es, jetzt erneut warten zu müssen. Aber Sicherheit, Verantwortung und ein ordnungsgemäßer Start haben Vorrang.“
Das Theater hofft, dass die noch ausstehenden formalen Schritte zeitnah abgeschlossen werden können. Einen neuen Eröffnungstermin wird die Theaterleitung jedoch erst bekannt geben, wenn verbindliche Planungssicherheit besteht. Auch über die Auswirkungen auf bereits angekündigte Veranstaltungen und gebuchte Eintrittskarten wird das Publikum unmittelbar informiert.
„Trotz der aktuellen Verzögerung ist die Theaterleitung zuversichtlich und hoffnungsvoll, das für den 7. November 2026 geplante Grand Opening des neuen Theater Fletch Bizzel wie vorgesehen duchführen zu können.“
Mit dem neuen Standort im Olpketal beginnt für das Theater nach 40 Jahren in der Humboldtstraße ein neues Kapitel. Das Haus soll künftig wieder Schauspiel, Kabarett, Kinder- und Jugendtheater, Familienprogramm sowie Kurse und Workshops unter einem Dach vereinen und zugleich als Stadtteilkulturtreff neue Begegnungsformate etablieren.
„Wir sind fast am Ziel“, sagt Radojcic. „Jetzt müssen wir noch ein letztes Mal Geduld haben. Und sobald wir die Türen öffnen, möchten wir das mit der Gewissheit tun, dass alles so geregelt ist, wie es sein muss.“