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„Zwergenland“ feierte Geburtstag: Es war der erste richtige Kindergarten des DRK – Heute sind es schon fünf

Die Fotos interessierten alle. Die Wand war stets umlagert.

Die Fotos interessierten alle. Die Wand war stets umlagert. Fotos: Susanne Schulte

Von Susanne Schulte

Den einen und anderen launigen Kommentar musste sich Frank Ortmann am Samstag bei der Geburtstagsfeier der DRK-Kindertageseinrichtung Zwergenland schon anhören. An der großen Fotowand hing ein Zeitungsbericht mit einem Bild von 1998, dem Jahr, in der Betrieb an der Kirchderner Straße aufgenommen wurde. Und auf dem Bild ist der Geschäftsführer des Dortmunder Rot-Kreuz-Kreisverbandes gut zu erkennen – lediglich 20 Jahre jünger als heute.

Das Rote Kreuz hält am Gruppenkonzept fest – Doch die roten Gruppen kommen ohne rotes Licht aus

Frank Ortmann und Büsra Tok, die vor 20 Jahren als Kind ins Zwergenland ging und heute als Erzieherin im Mäusetal arbeitet.

Frank Ortmann und Büsra Tok, die vor 20 Jahren als Kind ins Zwergenland ging und heute als Erzieherin im Mäusetal arbeitet.

Doch mit Ortmann sind die Einrichtung gereift und auch die vielen Jungen und Mädchen, die seither in der dreigruppigen Tagesstätte gespielt und gelernt, gegessen und geschlafen haben.

„Damals war es der erste richtige Kindergarten, den das DRK eröffnet hatte“, erzählt Ortmann. Ja, eine Betreuungseinrichtung des Vereins gab es schon: in Scharnhorst in der Droote. Doch das sei nur eine Gruppe gewesen. Mittlerweile hat der Kreisverband fünf Tageseinrichtungen unter seiner Regie. Fünf weitere sind in Planung. Wie die Kinder hat Ortmann im Kindergarten einiges über Farben gelernt.

Jede Gruppe heißt so, wie die Farbe, in der der jeweilige Gruppenraum gestrichen ist und die auch sonst dort dominiert. „Die rote Gruppe sollte selbstverständlich auch rotes Licht bekommen.“ Das hätte man aber schnell wieder entfernt, da die Atmosphäre an vieles andere, aber nicht an einen Kindergarten denken ließ, erzählte der Kreisgeschäftsführer launig während seiner kurzen Rede.

Jungen und Mädchen aus 16 unterschiedlichen Herkunftsländern gehen in die Einrichtung

Die Tafel vor dem Eingang.

Die Tafel vor dem Eingang der Einrichtung.

An diesem Tag hatte er nicht das erste Wort, sondern die Begrüßung übernahm Dorit Metzge, die Leiterin der seit 2007 als Familienzentrum anerkannten Tagesstätte.

Mittlerweile werden auch Jungen und Mädchen unter drei Jahren aufgenommen, die ihren Mittagsschlaf machen können und, wie alle anderen auch, auf Wunsch der Eltern bis 16 Uhr betreut werden. 67 Kinder aus 16 unterschiedlichen Herkunftsländern verbringen den großen Teil des Tages gemeinsam.

Schwerpunkt sei die Sprachförderung, so Metzge. Sie und ihre Kolleginnen achten genau auf die Ausdrucksfähigkeiten der jungen Menschen und bieten Sprachförderung in Kleingruppen an.

Im Familienzentrum werden nicht nur die Kinder betreut, sondern auch die Eltern umfassend beraten 

Die Erzieherinnen waren alle in rot-weiß gekleidet, die Farben des Roten Kreuzes.

Die Erzieherinnen waren alle in rot-weiß gekleidet, die Farben des Roten Kreuzes.

Das Beratungsangebot für die Eltern ist umfassend. Bei Bedarf nimmt man die Hilfe von DolmetscherInnen an. „Aber Deutsch ist die Verständigungssprache“, so Metzge. Was aber nicht heißt, dass die anderen Herkunftsländer unbedeutend sind.

Spätestens an den Büffets, die zu vielen Gelegenheiten von den Müttern der Kinder gefüllt werden, ist die nationale Vielfalt zu sehen und zu schmecken. So auch am Samstag. Während die Jungen und Mädchen auf dem Außengelände toben und spielen konnten, sich schminken ließen und im Dosenwerfen übten, konnten die Erwachsenen sich kaum entscheiden, welchen Kuchen sie zum zweiten Frühstück wählen sollten.

Einen Geburtstagsgast erwähnte Frank Ortmann namentlich: Büsra Tok. Als Mädchen gehörte die Nordstädterin zum ersten Jahrgang der Kinder im Zwergenland, als Frau geht sie wieder in den Kindergarten. Sie ist dem DRK treu geblieben. Heute arbeitet sie als Erzieherin in der Einrichtung Mäusetal in Kirchlinde.

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