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„Wer – wenn nicht ich?“: Magazin „Selbsthilfe-Forum“ liefert wieder nützliche Informationen zur Krisenbewältigung

Monika Hecking von der Selbsthilfe-Kontaktstelle präsentiert das neue Selbsthilfe-Forum-Magazin. Fotos: Nika Layeghi

Von Nika Layeghi

Die Zahl der Suizide lag 2018 laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) in Deutschland bei insgesamt 9.396 Personen. Davon sind 7.111 männlich gewesen und 2.285 weiblich. Weitere Fälle gilt es zu verhindern, indem unter anderem Selbsthilfegruppen angeboten werden. Monika Hecking arbeitet bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, die vor kurzem eine neue Ausgabe des Selbsthilfe-Forums veröffentlicht hat.

Selbsthilfe-Forum stellt circa 260 Selbsthilfegruppen vor – und das nicht nur auf Deutsch

Das Selbsthilfe-Forum ist ein Magazin, welches von der Selbsthilfe-Kontaktstelle erstellt wird, um Öffentlichkeitsarbeit für Selbsthilfegruppen zu leisten. Das Forum verweist auf ca. 260 mögliche Selbsthilfegruppen in Dortmund. Die Themenvielfalt reicht von Adoptiveltern bis hin zur Zöliakie (Glutenunverträglichkeit). Hecking geht aber davon aus, dass es wesentlich mehr Gruppen in Dortmund gibt, die sie allerdings nicht alle kennt. ___STEADY_PAYWALL___

Außerdem gibt es auch Angebote in anderen Sprachen, wie beispielsweise türkischsprachige Selbsthilfegruppen bei Depressionen. „Muttersprachen sind sehr wichtig, wenn es ins Persönliche geht“, sagt die Sozialarbeiterin, „denn dann ist man sich beim Kommunizieren einfach näher“.

Die Kontaktstelle bietet Räume an, in denen sich die Betroffenen treffen und in ihren Gruppen austauschen können. Normalerweise gibt es zwei größere Räume in der Einrichtung und einen kleineren, welcher Platz für zehn Personen bietet. Ein Raum steht aufgrund der aktuellen Corona-Situation momentan allerdings nicht zur Verfügung. Die Maximalanzahl der Personen wurde außerdem auf jeweils die Hälfte heruntergebrochen.

„Ich bin diejenige, die an meiner Situation etwas verändern kann“ ( Monika Hecking)

Im Magazin Selbsthilfe-Forum werden die Artikel größtenteils von den Selbsthilfegruppen geschrieben. Nur ein kleiner Teil wird von der Selbsthilfe-Kontaktstelle und drei Expert*innen verfasst. Wie und in welcher Form die Selbsthilfegruppen ihre Artikel schreiben möchten, ist ihnen selbst überlassen. Die Kontaktstelle bietet auch Hilfe an, über die Texte zu lesen und sie auf Fehler zu prüfen. Wenn die Verfasser*innen über ihr fertiges Produkt lesen, „dann bekommen sie ein aufwertendes Gefühl“, erklärt Hecking.

Der kleine Raum der Kontaktstelle bietet unter pandemischen Bedingungen Platz für fünf Personen.

Monika Hecking ist Diplom Sozialarbeiterin und arbeitet mit drei weiteren Pädagog*innen und einer Fachkraft in der Verwaltung bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle. Sie sieht das Angebot von Selbsthilfe als praktisch an. Das hat mehrere Gründe: zum einen, dass Personen dort „ihr eigenes Potenzial besser einsetzen können“, aber auch, dass die Personen „durch Erfahrungsaustausch für sich Impulse bekommen können.“

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle hat einen vielfältigen Aufgabenbereich. Sie bietet keine Selbsthilfegruppen an, sondern informiert Personen, welche sich bei ihr melden, über (bestehende) Selbsthilfegruppen. Aber auch bei der Gründung von neuen Selbsthilfegruppen kann sie helfen. Sollte es innerhalb einer Gruppe zu Diskussionen kommen und kriseln, können die Sozialarbeiter*innen schlichten und moderieren.

Die erste Ausgabe des Selbsthilfe-Forums ist 1994 erschienen. Das Titelthema wird immer zum Ende des Jahres festgelegt. Die neue Ausgabe trägt den Titel „Wer – Wenn nicht ich?“. Denn „ich bin diejenige, die an meiner Situation etwas verändern kann“, verdeutlicht Hecking. Die neue Ausgabe des Selbsthilfe-Forums steht im Anhang des Artikels zur Ansicht oder zum Download zur Verfügung.

 

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Mehr Informationen:

  • Berichte über das Thema Suizid könnten zu Nachahmungsreaktionen führen. Wenn Sie Gedanken zur Selbsttötung haben, suchen Sie sich bitte Hilfe. Diese können Sie in Deutschland bei der Telefonseelsorge unter den kostenfreien Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 erreichen.
  • Selbsthilfe-Kontaktstelle: Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund ist eine Einrichtung der PariSozial-gemeinnützige Gesellschaft mbH für Paritätische Sozialdienste in Dortmund. Diese gemeinnützige Gesellschaft ist eine 100%ige Tochter des Paritätischen NRW e.V.
  • Magazin Selbsthilfe-Forum zum Download
  • Die Selbsthilfegruppen können die Räume der Kontaktstelle immer wochentags ab 17 Uhr und an Wochenenden durchgehend belegen.
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