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Wachstum: Dortmunder Hafen AG legt gute Zahlen vor und macht Druck für eine verbesserte Verkehrssituation

Hafen-Chef Uwe Büscher (rechts) stellt mit Markus Bangen die neue Image-Kampagne vor.

Hafen-Chef Uwe Büscher (rechts) stellt mit Markus Bangen die neue Image-Kampagne vor.

Für die Hafen AG hat der sogenannte Vollanschluss des Industriegebiets Westfaliastraße an die Mallinckrodtstraße (OWIIIa) oberste Priorität. Es ist die größte und auch teuerste Maßnahme des neuen Verkehrskonzeptes für den Hafen, welches im Juni dem Rat zur Entscheidung vorgelegt wird.

Hafen-Chef schätzt die Kosten für den Vollanschluss auf 20 bis 25 Millionen Euro

Auf- und Abfahrt auf den Autobahnzubringer an der Westfalia-Straße

Es fehlt die Auf- und Abfahrt von der Westfaliastraße auf den Autobahnzubringer Richtung Westen.

Darin gibt es einen Strauß von Vorschlägen – sie sind ein Ergebnis aus dem aufwändigen Bürgerdialogverfahren. Allerdings ist der Anschluss der Westfaliastraße auch Richtung Norden (Huckarde/ A45) der wichtigste Baustein zu einer Verbesserung der Gesamtsituation.

Bislang kann der Verkehr nur von der Nordstadt kommend auf die Westfaliastraße abfahren beziehungsweise in Richtung Nordstadt auf die Mallinckrodtstraße auffahren. Von und In Richtung Huckarde und Autobahn geht das bisher nicht. Daher müssen die Laster große Umwege auch durch die Wohngebiete fahren.

Hafenchef Uwe Büscher schätzt die Kosten auf 20 bis 25 Millionen Euro. Seit Jahren wird darüber diskutiert. „Das geht viel zu langsam“, unterstrich er während der Jahres-PK. „Die Politik muss hier Prioritäten setzen. Denn nicht nur für die Firmen, sondern auch für die Anwohner brächte dies die meiste Entlastung.

Dortmunder Hafen verzeichnet kräftiges Wachstum

Denn die Zeichen stehen eindeutig auf mehr Verkehr: Die mit Schiff und Eisenbahn umgeschlagene und transportierte Gütermenge belief sich 2014 auf insgesamt 5,7 Millionen Tonnen (Vorjahr: 5,28 Millionen).

Davon entfielen 2,93 Millionen Tonnen auf den Schiffsgüterumschlag, der im Vergleich zu 2013 um 600.000 Tonnen gestiegen ist. Das entspricht einem Wachstum um 24 Prozent und ist das stärkste Ergebnis seit der Weltwirtschaftskrise 2008.

„Und der Trend hält an“, freut sich Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG, mit Blick auf das laufende Jahr 2015. „Die gute Wirtschaftslage macht sich deutlich bemerkbar“, kommentiert Markus Bangen, Generalbevollmächtigter der Dortmunder Hafen AG. „Wir verzeichnen echtes Wachstum.“

Containergeschäft spielt für den Dortmunder Kanalhafen die größte Rolle

Hafen Dortmund

Das Containerterminal des Dortmunder Hafens ist stetig gewachsen. Foto: Alex Völkel

Spitzenreiter sind einmal mehr Container mit 975.000 Tonnen (+14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Das entspricht einem Gesamtanteil von 32 Prozent aller umgeschlagenen Güter.

Mit umgerechnet 189.655 Ladeeinheiten (+ 8,1 Prozent) hat das Container Terminal Dortmund (CTD) endgültig seine Kapazitätsgrenze erreicht.

„Das macht einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert die neue Anlage für Kombinierten Verkehr am Alten Hafenbahnhof für die weitere Entwicklung des Hafens als Logistik- und Wirtschaftsstandort für unsere Region hat“, betont Uwe Büscher.

Bereits im September könnten dort die Arbeiten abgeschlossen sein. Bislang war eine Inbetriebnahme der Anlage zur Jahreswende 2015/2016 angepeilt worden.

Hafen-Chef Uwe Büscher

Hafen-Chef Uwe Büscher.

In der ersten Baustufe stünde ein Umschlagvolumen von weiteren 100.000 Ladeeinheiten zur Verfügung.

„Durch das Angebot,  auch Wechselbrücken und Sattelauflieger umzuschlagen, kann der Dortmunder Hafen sein Leistungsspektrum marktgerecht erweitern und Neukunden an sich binden“, so Bangen.

Einen Wermutstropfen gibt es aber dennoch: Auf absehbare Zeit ist nicht mit einer Anhebung der Kanalbrücken zu rechnen. Dadurch könnten die Binnenschiffe rentabler fahren – statt zwei könnten dann drei Container übereinander gestapelt werden.

Seit 30 Jahren wird dies aus der Branche gefordert. Dies habe das Ministerium nun vom Tisch gewischt – „ohne eine politische Diskussion“, kritisierte Büscher. Dies soll daher Thema bei Gesprächen mit den zuständigen Stellen werden.

Erweiterungspläne: Hafen AG möchte den Gleishafen von der Bahn kaufen

Der Gleishafen gehört der Deutschen Bahn Ag und verwildert seit Jahren. Die Hafen AG würde die Fläche gerne kaufen.

Der Gleishafen gehört der Deutschen Bahn Ag und verwildert seit Jahren. Die Hafen AG würde die Fläche gerne kaufen.

Die Attraktivität der im Hafengebiet liegenden Flächen bleibt mit einer Auslastung von 95 Prozent für Industrie- und Gewerbebetriebe ungebrochen hoch.

Aus den Erlösen der Grundstücksbewirtschaftung führt die Dortmunder Hafen AG 4,4 Millionen Euro an die Stadt Dortmund ab.

Allerdings stoße der Hafen als größtes zusammenhängendes Industriegebiet Dortmunds mit 160 Betrieben und mehr als 5.000 Beschäftigten an seine räumlichen Grenzen. „Aufgrund der hohen Nachfrage versuchen wir, wo es möglich und sinnvoll ist, Flächen anzudocken“, sagt Büscher.

Vor allem den seit Jahren von der Bahn AG nicht mehr genutzte Gleishafen würde der Hafen gerne kaufen und für „hafen-affine“ Nutzungen entwickeln.Vor allem für Logistik sei diese Fläche hervorragend geeignet. Seit Jahren passiert dort nichts: Mittlerweile stehen acht Meter hohe Birken auf dem 277.000 Quadratmeter großen Areal unmittelbar an der Westfaliastraße.

Solides Jahresergebnis – Neuer Auftritt: „Heimat – Hafen Dortmund“

Die Dortmunder Hafen AG als Mitglied der Unternehmensgruppe der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) weist mit einem Überschuss von rund 1,1 Millionen Euro ein zufriedenstellendes und überaus solides Jahresergebnis auf.

Im Rahmen der Jahres-PK im Alten Hafenamt stellte Uwe Büscher auch die neue Kommunikationslinie  „Heimat – Hafen Dortmund“ vor. Sie soll die enge Verbundenheit des Hafens mit Dortmund und den Menschen, die in Dortmund leben, dokumentieren.

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