Nordstadtblogger

Von Corona nicht entmutigen lassen: Spatenstich für neues Sozialkaufhaus am Standort Osterlandwehr beim Borsigplatz

Freuen sich auf das neue Sozialkaufhaus: Caritas-Chef Georg Rupa, Susanne Limbach vom Amt für Stadterneuerung und Bau- und Wohnungsdezernent Ludger Wilde beim symbilischen Spatenstich. Foto: Stadt Dortmund

Freuen sich auf das neue Sozialkaufhaus: Caritas-Chef Georg Rupa, Susanne Linnebach vom Amt für Stadterneuerung und Bau- und Wohnungsdezernent Ludger Wilde beim symbilischen Spatenstich. Foto: Roland Gorecki/Dortmund-Agentur

von Angelika Steger

Die Coronakrise hat manche/n Geschäftsinhaber*in in Schwierigkeiten gebracht: Läden mussten schließen oder können nur eingeschränkt wieder öffnen und Waren anbieten. Auch der Caritas-Sozialverband hatte seinen Kleiderladen an der Osterlandwehr im März zunächst schließen müssen. „Dann haben wir aber in Eving einen Ersatzstandort gefunden. Unser Verkauf dort ist ein Zelt, das war am schnellsten und leichtesten machbar“, sagt Georg Rupa, der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Dortmund. Während der Bauphase an der Osterlandwehr wird dort Kleidung zum bereits bestehenden Sortiment an Haushaltswaren verkauft. Die Kund*innen seien auch nach Verlegung des Standortes dem Sozialkaufhaus treu geblieben. Was im Winter sein wird, darüber mache man sich jetzt noch keine Gedanken.

Der „Shutdown“ aufgrund der Coronakrise bringt ungewohnte Ereignisse mit sich.

Die Finanzierung der Neugestaltung und Sanierung des sozialkaufhauses erfolgte mit verschiedenen Mitteln, wie das Plakat erläutert. Foto: Roland Gorecki/Dortmund-Agentur

100 Quadratmeter umfasst die Verkaufsfläche des Caritas-Haushaltsmarkts in Eving. Dort arbeiten hauptsächlich Menschen aus geförderten Maßnahmen, die es auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt schwerer haben. Gerade während der Coronakrise seien Menschen mit geringem Einkommen auf derartige Einkaufmöglichkeiten angewiesen. ___STEADY_PAYWALL___

Den Kleiderladen an der Osterlandwehr, Nähe Borsigplatz, gibt es schon seit 1990, die Idee der Neugestaltung existiert laut dem Caritas-Vorstandsvorsitzenden Rupa schon seit 2014. Was aber bis heute fehlt, ist ein Hinweisschild an der Kreuzung Osterlandwehr / Oesterholzstraße. Wer es nicht weiß, findet den Standort der Caritas, das Bernhard-März-Haus nur schlecht.

Während des „Shutdowns“ erlebte der Kleiderladen einen ungewohnten Zulauf. „Die Leute sind in Kurzarbeit und hatten mehr Zeit zuhause. Da haben sie alle ihre Schränke aufgeräumt und uns Kleidung gebracht.“ Die Kleiderspenden werden auch durch die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden ermöglicht, die Kleidung für die Caritas sammeln.

„Im Sommer hielt man es nicht aus, im Winter war es es rappelkalt.“

Der Standort am Osterlandwehr Nähe Borsigplatz vereint mehrere Angebote. Foto: A. Steger

Allen Beteiligten ist die Kombination des Angebots am Standort Osterlandwehr beim Borsigplatz wichtig: Die Kund*innen sollen einkaufen können und auch Beratungsangebote erhalten können (Sozialberatung und Beratung zu Integration und Migration).

„Wir wollen Lösungen anbieten, wenn Menschen in Schwierigkeiten sind und den Standort an der Osterlandwehr aufrecht erhalten.“ Die Neugestaltung umfasst vor allem die energetische Sanierung, da die Betriebskosten sehr hoch gewesen waren. Eine Mitarbeiterin sagt dazu: „Im Sommer hielt man es nicht aus, im Winter war es es rappelkalt.“ Die Verbesserung der Energiebilanz sei der Ausschlag gewesen, um dieses Bauvorhaben zu finanzieren, so Susanne Linnebach vom Amt für Stadterneuerung.

Auch Ludger Wilde, Dezernent für Bauen und Wohnen begrüßt die Baumaßnahme: „Das ist wichtig für die Nordstadt, denn: der Bedarf ist da.“ 15o Kund*innen seien es pro Tag. Doch der Kleiderladen ist laut der Abteilungsleiterin Christa Olk nicht nur ein Laden, in dem man einkauft. „Manche verbringen hier mehrere Stunden. Es ist ein Treffpunkt, für manche die einzige Möglichkeit, mit jemanden zu plaudern. Die Kund*innen fühlen sich hier auch wertgeschätzt.“

Neuerungen im zukünftigen Kleiderladen ermöglichen besseres Unterstützungsangebot bei der Berufsvorbereitung

Die Halle des zukünftigen Kleiderladens soll neu gestaltet und saniert werden. Foto: A. Steger

Im neuen Kleiderladen wird es außerdem auch Gruppenräume für die Mitarbeiter*innen geben. Denn das Sozialkaufhaus ist auch ein berufsvorbereitendes Projekt, bei dem die Belegschaft notwendige Besprechungen durchführen können soll.

Dem Vorurteil, dass nur abgetragene oder altmodische Kleidung von Gutverdienenden hier abgegeben werde, begegnet Abteilungsleiterin Christa Olk gelassen: „Wir sortieren immer aus und sehen gleich, wenn etwas nichts ist. Das wird dann zu Putzlappen verarbeitet.“ Manch Kurioses ist auch dabei: Hüte in verschiedenen Formen und verrückten Farben oder wenn z. B. ein Kleid original aus den 1950er Jahren in einer Schachtel sorgsam verpackt ist.

„Das ist dann wie eine Zeitreise.“ Oder der Onkel sei gestorben und hätte mehrere Hemden und Anzüge hinterlassen. Olk: „Das kaufen dann auch Studenten, denn die Vintage-Mode ist bei denen auch groß im Kommen.“ Für manchen nicht nachvollziehbar, wenn ein junger Mensch wie sein Großvater aussehen will… aber Modestile kommen und gehen – und alles kommt wieder.

 

Unterstütze uns auf Steady

 

Weitere Informationen:

  • Informationen zum Bernhard-März-Haus an der  Osterlandwehr Nähe Borsigplatz hier.
  • Spenden, nicht nur Kleidung, können beim Caritas-Haushaltsmarkt und Kleiderladen in der Minister-Seint-Allee 5, in Dortmund-Eving, abgegeben werden. Kontakt: Telefon 0231/9812999-21, Mail: sachspenden@caritas-dortmund.de

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen