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Vergessene Kultursorten statt steriler Hybride – In Dortmund findet der erste Saatgut-und Pflanzentauschtag statt

Das „Kollektiv Saatgut für Dortmund“ setzt sich für den Erhalt alter Kulturpflanzen ein. Denn diese werden immer mehr von gewerblichen Züchtungen, die sich nicht fortpflanzen können, verdrängt. Foto: KollSaatgutDO

Eingeladen sind alle, die sich für ökologisches Gärtnern sowie für den Erhalt alter Kulturpflanzen interessieren. Veranstalter ist das „Kollektiv Saatgut für Dortmund“, das Ende letzten Jahres von KleingärtnerInnen und FachberaterInnen aus verschiedenen Kleingartenanlagen ins Leben gerufen wurde. Die Veranstaltung findet am kommenden Sonntag, den 7. April, in der Zeit von 11 bis 15 Uhr in der Anlage des Gartenvereins Dortmund Nord in der Eberstraße 46 statt.

Freies, samenfestes Saatgut und Jungpflanzen werden angeboten

Es wird ausschließlich freies, samenfestes Saatgut angeboten werden. Foto: Karsten Wickern

„Uns ist der Fortbestand vergessener Kultursorten ein großes Anliegen. Diese verschwinden durch gewerbliche Züchtungen immer mehr aus den Nutzgärten“, beschreibt Hildegard Mihm, Mitorganisatorin der Veranstaltung, das Anliegen der Initiative.

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Zum Tausch angeboten werden freies samenfestes Saatgut sowie auch Jungpflanzen. „Wir werden eine Auswahl an selbstgezogenem Saatgut und auch Pflanzen anbieten. Wer kein Tauschgut mitbringen kann, hat natürlich die Möglichkeit bei uns Saatgut und Jungpflanzen gegen Spende zu erhalten“, erläutert Mihm.

Bei der Tauschaktion unerwünscht ist jedoch konventionelles F1-hybrides Saatgut, das üblicherweise in Bau- und Supermärkten verkauft wird. „Es ist nämlich nicht nachbaufähig und unterliegt strengen geistigen Eigentumsrechten“, führt Mihm weiter aus. 

Impulsvortrag „Wie wird Saatgut samenfest und beständig vermehrt?“

Unter anderem ist Foodsharing Dortmund mit einem Infotisch bei der Veranstaltung vertreten.

„Samenfestes Saatgut ist unser aller kulturelles Erbe“, betont Brigitte Bornmann-Lemm, die den NABU-Garten in der Gartenanlage Dortmund Nord betreut. Bornmann-Lemm ist ebenfalls Mitglied der Initiative und hält ab 13 Uhr einen Impulsvortrag zu dem Thema „Wie wird Saatgut samenfest und beständig vermehrt?“ Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

 Der Saatgut- und Pflanzentauschtag wurde inspiriert durch das Konzept diverser Saatgutfestivals, wie sie in den letzten Jahren u.a. in Köln oder auch in Düsseldorf durchgeführt wurden. Die Dortmunder Veranstaltung findet jedoch im kleineren Rahmen statt und soll künftig weiterentwickelt werden, wie die VeranstalterInnen betonen.

„In diesem Jahr sind schon einige Dortmunder Initiativen, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben, mit einem Infotisch auf der Veranstaltung vertreten. Hierzu gehören Foodsharing Dortmund und die Solidarische Landwirtschaft. Ebenso ist die Ortsgruppe Ruhrgebiet des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) mit einem eigenen Tauschtisch vor Ort“, heißt es von den VeranstalterInnen.

Weitere Informationen:

  • www.facebook.de/KollektivSaatgutDO
  • Vor Ort gibt es eine Verköstigung. 
  • Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Vereinsheim des Gartenvereins Dortmund Nord statt.
  • Anfahrt mit der U-Bahn:
    Ausstieg an der Haltestelle Immermannstraße (Linie 41/45/49): Von dort aus den Fußweg (in Fahrtrichtung kommend vom Hbf rechts in die Eberstraße einbiegen) zur Kleingartenanlage nehmen.
  • Anfahrt mit dem Bus:
    Ausstieg an der Haltestelle Eberstraße (Linie 412): Die Kleingartenanlage ist ca. 100 m von der Haltestelle (in beiden Fahrtrichtungen) entfernt.
  • BesucherInnen, die mit dem Auto anreisen, wird empfohlen auf dem Festplatz (Eberstraße 44) zu parken. 
  • Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem NABU und dem Gartenverein Dortmund Nord e.V. statt.

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