Unsere Ausstellung „Wir haben es geschafft!“ steht jetzt in der Stadt- und Landesbibliothek

Dortmunder Erfolge der Willkommenskultur bis Ende Februar zu sehen

Ausstellung "10 Jahre wir schaffen das" in der Zentralbibliothek
Die Ausstellung „Dortmunder Erfolge: Wir haben es geschafft!“ ist in der Stadt- und Landesbibliothek zu sehen. H. Sommer für Nordstadtblogger

Mehr als zehn Jahre nach dem Satz „Wir schaffen das!“ richtet eine Ausstellung in Dortmund den Blick auf gelungene Beispiele von Integration. In der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund am Max-von-der-Grün-Platz 1–3 ist die Schau „Dortmunder Erfolge: Wir haben es geschafft!“ ab sofort bis Ende Februar zu sehen. Sie erzählt von Menschen, die nach ihrer Flucht in Dortmund angekommen sind und heute aktiv zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen. Die Ausstellung ist Teil einer journalistischen Serie von Nordstadtblogger.de in Kooperation mit dem Verein Train of Hope Dortmund e.V..

„Wir schaffen das!“- Staat und Zivilgesellschaft standen vor großen Aufgaben

Am 31. August 2015 sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Bundespressekonferenz die Worte, die Deutschland bis heute prägen. „Wir schaffen das!“ wurde zum Symbol einer Zeit, in der Staat und Zivilgesellschaft vor großen Aufgaben standen. Dortmund war von Beginn an Teil der bundesweiten Drehscheibe zur Verteilung hunderttausender Geflüchteter. Die Stadt wurde vielerorts als freundliches Gesicht Deutschlands wahrgenommen, die gelebte Willkommenskultur fand auch international Beachtung.

Ausstellung "10 Jahre wir schaffen das" in der Zentralbibliothek
Die Ausstellung ist Teil einer journalistischen Serie von Nordstadtblogger.de in Kooperation mit dem Verein Train of Hope Dortmund e.V.. H. Sommer für Nordstadtblogger

Getragen wurde diese Haltung vor allem durch ein enormes ehrenamtliches Engagement. Viele Dortmunder:innen halfen damals spontan, darunter auch Menschen, die selbst eine Fluchtgeschichte haben. Aus dieser Unterstützung heraus entstand später der Verein Train of Hope Dortmund e.V., der bis heute in der Stadt aktiv ist.

Zehn Jahre später hat sich der politische und mediale Ton jedoch deutlich verschärft, während die Stimmen der Betroffenen im öffentlichen Diskurs oft zu kurz kommen.

In „Dortmunder Erfolge“ kommen ehemals geflüchtete Menschen selbst zu Wort

Genau hier setzt die Ausstellung an. In „Dortmunder Erfolge: Wir haben es geschafft!“ kommen ehemals geflüchtete Menschen selbst zu Wort. Sie berichten von ihrem Weg in Dortmund, von Arbeit, Ausbildung und gesellschaftlichem Engagement. Journalist:innen von Nordstadtblogger.de haben diese Geschichten begleitet und sichtbar gemacht – als bewussten Gegenakzent zu einer Debatte, die häufig über Menschen spricht, statt mit ihnen.

Ausstellung "10 Jahre wir schaffen das" in der Zentralbibliothek
Die Ausstellung „Dortmunder Erfolge: Wir haben es geschafft!“ ist in der Stadt- und Landesbibliothek zu sehen. H. Sommer für Nordstadtblogger

Eröffnet wurde die Ausstellung am Donnerstag, 5. September, im Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt im Rahmen der Veranstaltung zu „Zehn Jahre Willkommenskultur“. Dort, wo Train of Hope vor zehn Jahren entstanden ist, war sie bis Anfang Oktober zu sehen.

Anschließend wanderte die gemeinsame Ausstellung von Train of Hope und der Nordstadtblogger-Redaktion in den Kulturort Depot, wo sie vom 14. Oktober bis 30. November 2025 gezeigt wurde. Dort war sie unter anderem während der sehr gut besuchten „World Press Photo“-Ausstellung zu sehen.

Zahlreiche Menschen können die Ausstellung in der „StaLaBi“ sehen

Ausstellung "10 Jahre wir schaffen das" in der Zentralbibliothek
Das Team der Bibliothek hat die Ausstellung mit Büchern angereichert, die sich mit Zuwanderung, Integration und Flucht beschäftigen. H. Sommer für Nordstadtblogger

Seit Januar ist die Ausstellung nun in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund zu sehen und dort noch bis Ende Februar zugänglich. Das Team der Bibliothek hat die Ausstellung mit ausgewählten Büchern angereichert, die sich mit den Themen Zuwanderung, Integration und Flucht beschäftigen.

Die Ausstellung im Eingangsbereich kann dort von durchschnittlich 2000 Menschen am Tag gesehen werden.

Ergänzend zur Serie war zudem eine Folge des Nordstadtblogger-Podcasts „Systemfehler“ erschienen. Zu Gast ist Fatma Karacakurtoglu, Vorsitzende von Train of Hope Dortmund e.V., die über die Anfänge des Vereins und die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre spricht.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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