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Traubeneichen statt Kastanien – Am Königswall wachsen neue Bäume auf Dauerhumuskonzentrat made in Dortmund

Garten- und Landschaftsbau-Azubis (Hintergrund) des Tiefbauamtes erledigen die Arbeiten am Wallring. v.l.n.r.: Dr. Horst Ninnemann und Jonas Ruwoldt von Nohovium, OB Ullrich Sierau, Sylvia Uehlendahl und Martin Rüthers vom Tiefbauamt.

Garten- und Landschaftsbau-Azubis (Hintergrund) des Tiefbauamtes erledigen die Arbeiten am Wallring. v.l.n.r.: Dr. Horst Ninnemann und Jonas Ruwoldt von Nohovium, OB Ullrich Sierau, Sylvia Uehlendahl und Martin Rüthers vom Tiefbauamt.

In einem ersten Abschnitt wird der Mittelstreifen des Wallrings vom Freistuhl aus, Richtung Osten bis zur Bornstraße neu bepflanzt. Als Reaktion auf das Kastaniensterben werden an ihrer Stelle junge Traubeneichen den Straßenzug zieren. Sie sind aus stadtklimatischer Sicht am besten geeignet sich Temperaturschwankungen, erhöhter UV-Strahlung, der Belastung durch Autoabgase und anderer zunehmender Umwelteinflüsse anzupassen. Mit dem Dauerhumuskonzentrat der Firma Novihum Technologies aus der Dortmunder Nordstadt, wird der Boden so angereichert, dass sich die Wurzeln rasch entwicklen können und die Bäume über Jahre hinweg gut mit Nährstoffen versorgt werden.

Garten- und Landschaftsbau-Azubis aus dem ersten Lehrjahr erledigen die Arbeiten

Anstelle von Rosskastanien werden nun Traubeneichen gepflanzt. Fotos: Sascha Fijneman

Anstelle von Rosskastanien werden nun Traubeneichen gepflanzt. Fotos: Sascha Fijneman

„Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Azubis aus dem ersten Lehrjahr im Garten und Landschaftsbau die Arbeiten am Königswall größtenteils selbstständig erledigen“, freut sich die Leiterin des Dortmunder Tiefbauamtes, Sylvia Uehlendahl.

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Und mit Eifer heben sie die erste Pflanzgrube mittels Bagger, Schaufel und Spaten am Königswall aus. Hierbei ist Teamwork gefragt – das sieht man auf den ersten Blick. Umso besser, dass sich zur Einweihung Oberbürgermeister Ullrich Sierau angemeldet hat und tatkräftig beim Einpflanzen der ersten Traubeneiche am Wallring mit anpackt.

„Wir freuen uns, unseren Azubis diese Möglichkeit bieten zu können. Ihre Arbeit wird nun auf Dauer an ganz zentraler und exponierter Stellung in der Stadt sichtbar sein“, so Uehlendahl weiter. Seit 2007 wiesen die Kastanienbestände stadtweit jährlich zunehmende erhebliche Schäden auf. Vor allem Pilzinfektionen setzten den Bäumen zu, die oftmals innerhalb weniger Vegetationsperioden zum Absterben der Pflanzen führten.

Im Vorfeld wurden die Inseln saniert und die Randsteinhöhe auf 18 cm erhöht

OB Ullrich Sierau und Sylvia Uehlendahl vom Tiefbauamt packten kräftig mit an.

OB Ullrich Sierau und Sylvia Uehlendahl vom Tiefbauamt packten kräftig mit an.

Außerdem wirkten sich die winterlichen Salzstreuungen negativ auf die Entwicklung aus, hinzu kamen Insektenbefall und vor allem im letzten Sommer erhöhter Hitzestress. Nachdem hierdurch zahlreiche Baumfällungen notwendig wurden, entschloss sich die Stadtverwaltung zur Neukonzeption der Wallringbepflanzung. Sie entwickelte Vorschläge, die von den zuständigen politischen Gremien beraten und beschlossen wurden.

Hierbei hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. So wurden die Mittelstreifen im Vorfeld der Bepflanzung saniert und optimiert. Zum besseren Schutz vor salzhaltigem Spritzwasser wurden die Straßenborde auf 18 cm erhöht und der Wurzelraum aufwändig mit speziellem Pflanzsubstrat gefüllt, dass die Wuchsbedingungen für die Pflanzen optimiert und eine konstante Basisversorgung darstellt.

Jede Pflanzgrube wird mit dem Dauerhumuskonzentrat Novihum angereichert, das als langfristig wirksame Stickstoffquelle dient, eine rasche gesunde Wurzelentwicklung unterstützt und die Bäume insgesamt widerstandsfähiger gegenüber Umweltstressfaktoren macht.

Projekt der Neubepflanzung zeichnet sich durch Dortmunder Teamwork aus

Die Azubis hatten sichtlich Spaß an ihrer Arbeit.

Die Azubis hatten sichtlich Spaß an ihrer Arbeit.

„Eine einzige Anwendung von Novihum bietet dem Baum Nährstoffe, Schutz und Wachstumsunterstützung für circa zwei Jahre“, so der Firmen-Gründer der Dr. Horst Ninnemann. Man könne nicht erwarten, optimale Bedingungen für die Bäume in der Innenstadt zu erreichen aber die jetzige Lösung würde die Probleme so gut wie irgend möglich kompensieren.

Er ist begeistert von der guten Kooperation mit der Stadtverwaltung und dem Tiefbauamt. Auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist froh und stolz, dass das eingesetzte Humuskonzentrat in Dortmund produziert wird. „Dies ist eines von vielen guten Beispielen für unseren gesunden und wachsenden Unternehmensmix, der sich durch den erfolgreichen Strukturwandel immer stärker etabliert und das Interesse am Standort Dortmund weiter steigert“, so der zufriedene OB.

Und auch das Unternehmen bereut seine Entscheidung für den Standort Dortmund bis heute nicht – ganz im Gegenteil. „Es war eine sehr gute Entscheidung, unsere Produktion in Dortmund aufzubauen. Hier sind wir in unmittelbarer Nähe zu unserem wichtigsten Ausgangsstoff Braunkohle und haben hier perfekte infrastrukturelle Produktions- und Arbeitsbedingungen“, so der Novihum-Geschäftsführer André Moreira. 

Produkt beschleunigt und kontrolliert natürliche Prozesse der Humusbildung

Das Dauerhumuskonzentrat beschleunigt und kontrolliert natürliche Prozesse.

Das Dauerhumuskonzentrat beschleunigt und kontrolliert natürliche Prozesse.

Das Unternehmen wurde 2012 gegründet und nahm 2016 mit einem internationalen Team von Boden- und Pflanzenexperten ihre erste industrielle Produktionsanlage in Dortmund in Betrieb. Am Standort im Dortmunder Hafen verfügt Novihum mittlerweile über rund 30 MitarbeiterInnen.

Das Humusprodukt nutzt den wertvollen Rohstoff Braunkohle und vollzieht die chemischen Vorgänge der natürlichen Dauerhumusbildung nach. Es steht für eine Technologie, die die natürlichen, jedoch langsam und ungeordnet verlaufenden Prozesse der Dauerhumusbildung kontrolliert und beschleunigt ausführt. Der wertvolle Rohstoff Braunkohle nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein.

Hier wird das Konzentrat der Erde beigemischt.

Hier wird das Konzentrat der Erde beigemischt.

Die Firma wendet ein patentiertes Verfahren an, das den Rohstoff Braunkohle zu einem hochwertigen Dauerhumusgranulat veredelt. Dieser stoffliche Weg der Nutzung dieses wertvollen Rohstoffs stellt eine ökonomisch wie ökologisch sinnvolle und zukunftsfähige Alternative zur simplen Verstromung von Braunkohle dar.

Denn im Verlauf der Entstehung von Braunkohle entwickeln sich stickstoffarmer Humus sowie stickstoffarme Humusvorstufen. Deshalb ist die Verwendung unveredelter Braunkohle für die Bodenverbesserung problematisch. 

In den kommenden Wochen werden die Azubis des Tiefbauamtes insgesamt 42 Traubeneichen in dem Abschnitt zwischen Freistuhl und Bornstraße auf dem Mittelstreifen des Wallrings anpflanzen. Im Herbst soll es dann im Bereich des Ostwalls weitergehen.

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