Deutschlandweiter Wettbewerb zur Artenvielfalt in der Stadt

Teilen Sie Ihre Naturbeobachtungen in Dortmund für den Wettbewerb „Bioblitz 2022“

Naturbeobachtungen können zum Beispiel über die App „ObsIdentify“ oder über die Webseite Observation.org gemeldet werden. Foto: Christoph Steinweg für das LWL-Museum für Naturkunde

„Was kann ich allein schon für Naturschutz und Artenvielfalt ausrichten?“ Seit dem 1. Januar 2022 ist die Antwort ganz einfach: am deutschlandweiten „Bioblitz 2022“ teilnehmen. Das Naturmuseum Dortmund ruft zusammen mit der Naturbeobachtungsplattform Obervation.org zur Teilnahme an diesem Wettbewerb der Artenvielfalt auf. Es geht darum, Erkenntnisse zu sammeln – denn man kann nur schützen, was man kennt.

Beim „Bioblitz“ werden Artenlisten für die jeweiligen Städte erstellt

Mit der Bestimmungs-App ObsIdentify lassen sich viele Pflanzen und Tiere ganz einfach mit dem Smartphone bestimmen und melden. Foto: Christoph Steinweg für das LWL-Museum für Naturkunde

Alle Naturbegeisterten sind aufgerufen, mitzumachen, um ihre Städte bzw. Kreise zu unterstützen: Laien, Expert:innen, Familien oder Schulklassen. Schon jetzt haben auch zahlreiche Institutionen wie Biostationen, Uni-Institute und Naturkundemuseen aus ganz Deutschland ihre Teilnahme zugesagt.

Ein Bioblitz ist eine Aktion, bei der auf einem bestimmten Gebiet in einem bestimmten Zeitraum so viele Arten wie möglich nachgewiesen werden sollen. Naturbegeisterte in ganz Deutschland sollen beim „Bioblitz 2022“ versuchen, ihren Städten zu möglichst langen Artenlisten zu verhelfen.

Dies geschieht, indem sie das ganze Jahr über so viele Naturbeobachtungen wie möglich melden – per Smartphone über die App ObsIdentify oder über die Webseite Observation.org. Der Wettkampf der Städte und Landkreise hat zum Ziel, Menschen für die Natur zu begeistern und Erkenntnisse über die bedrohte Artenvielfalt in Deutschland zu gewinnen.

Die Ergebnisse werden dem Naturschutz und der Grundlagenforschung zur Verfügung gestellt. Die Daten stehen beispielsweise zur Erstellung Roter Listen der gefährdeten Arten zur Verfügung oder auch für die Naturschutzarbeit vor Ort. Sie fließen aber auch in internationale Auswertungen ein.

Die App „ObsIdentify“: mit künstlicher Intelligenz die Natur erfassen

Die App „ObsIdentify“ im Apple App-Store. Foto: Web Screenshot

Durch die Nutzung der App „ObsIdentify“, die über eine automatische Bestimmungsfunktion verfügt, kann man auch ohne Artenkenntnisse mitmachen. Benötigt wird lediglich ein Handy mit halbwegs guter Kamera und ein Nutzeraccount. Die künstliche Intelligenz, das System hinter der App, lernt ständig dazu.

Sie erkennt bereits jetzt zahlreiche heimische Pflanzen und Tiere wie Schmetterlinge, Wanzen, Libellen und viele mehr. Wer sich gut bei der Tier- und Pflanzenbestimmung auskennt, kann auch die Apps ObsMapp und iObs verwenden, um Funde auch ohne Foto zu melden oder direkt die Webseite Observation.org verwenden.

Die gemeldeten Fotos werden im Anschluss durch Fachleute validiert, so dass am Ende ein Datensatz entsteht, der wissenschaftlicher Ansprüchen genügt.

Datensätze sollen später der wissenschaftlichen Grundlagenforschung dienen

Mithilfe der künstlichen Intelligenz Tiere und Pflanzen bestimmen. Foto: Christoph Steinweg für das LWL-Museum für Naturkunde

Bei einem Bioblitz zählt alles, was bestimmbar ist, egal ob Einzeller, Pilz, Pflanze oder Tier. „Wir möchten gemeinsam mit den Interessierten vor Ort die Erfassung der Artenvielfalt in unserer Stadt voranbringen“, sagt Dr. Oliver Adrian, stellv. Direktor des Naturmuseums Dortmund.

Die Städte Münster und Salzburg haben im Jahr 2021 bereits einen Bioblitz erfolgreich durchgeführt. Heraus kamen über 3.350 Arten in Münster und 2.500 Arten in Salzburg. Zu den Ergebnissen zählten Erstfunde für die jeweiligen Gebiete und zahlreiche Nachweise von Arten, die im Rahmen des Klimawandels derzeit ihr Areal verändern.

Über Observation.org lassen sich solche Entwicklungen nahezu live verfolgen. Weitere Informationen zu dem Projekt: www.bioblitze.lwl.org.

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