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SchülerInnen der Gertrud-Bäumer-Realschule in der Nordstadt gestalteten Schulhof nach eigenen Ideen

Durchschnitt das rote Band für den neuen Schulhof der Gertrud-Bäumer-Realschule: Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder. Links dahinter Schulleiter Henry Godglück, Stadtplaner Dieter Staubach und Klassenlehrerin Stefanie Peuckmann. Fotos: Joachim vom Brocke

Durchschnitt das rote Band: Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder. Fotos: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

„Wir planen unseren Schulhof selber“ – Schülerinnen und Schüler einer neunten Klasse der Gertrud-Bäumer-Realschule in der Nordstadt machten sich vor zwei Jahren an die Umsetzung des Themas. Heute drücken sie selber zwar nicht mehr die Schulbank, doch an der Einweihung wollte ein Großteil der Ehemaligen auf jeden Fall dabei sein. Einige hatten sich sogar extra deswegen frei genommen.

Schülerinnen und Schüler haben eigene Vorstellungen durchgesetzt

Erläuterte den Gästen die Planungswege: Geografie- und Klassenlehrerin Stefanie Peuckmann. Fotos: Joachim vom Brocke

Erläuterte den Gästen die Planungswege: Geografie- und Klassenlehrerin Stefanie Peuckmann.

Im Jahr 2014 hatten sich die Geografie- und Klassenlehrerin Stefanie Peuckmann mit ihrer Schulklasse und dem Stadtplaner Dieter Staubach vorgenommen, gemeinsam den Schulhof nach den entwickelten Vorstellungen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler umzugestalten.

Als dann die Ehemaligen aus der Klasse 9e ihre Planungen und Modelle Mitte 2014 unter anderem auch der Bezirksvertretung Nord vorgestellt hatten, sagten die Politiker spontan finanzielle Unterstützung für die Umsetzung ihrer Ideen zu.

So wurden große Teile der Schülerplanung mit Mitteln der Bezirksvertretung (73 000 Euro) in den Sommerschulferien 2016 umgesetzt. Die Ehemaligen selber haben jetzt zumindest die Genugtuung, etwas für nachfolgende Generationen geschaffen und erreicht zu haben.

Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder durchschnitt das rote Band

Nun war es endlich soweit, der neue Schulhof wurde von Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder offiziell seiner Bestimmung übergeben. Jörder musste dafür ein symbolisches rotes Band durchschneiden.

Für Schulleiter Henry Godglück ist der Schulhof „ein Riesengewinn und eine Aufwertung für die Schule“. Vor allem durch die schnelle Umsetzung in den beteiligten städtischen Dienststellen wie Planungs- und Tiefbauamt seien die Arbeiten schnell und reibungslos durchgeführt worden.

Darüber hinaus hätten die beteiligten Schülerinnen und Schüler praxisnah erfahren, welche Wege bei solchen Projekten gegangen werden müssen.

Relaxen auf dem „Lümmelplateau“ – Ähnliche Projekte an anderen Realschulen

Die Ex-Schülerinnen (hier unter einem Wetterschutz) besuchen zwar nicht mehr die Gertrud-Bäumer-Realschule, wollten bei der Einweihung aber dabei sein.

Die Ex-Schülerinnen besuchen zwar nicht mehr die Schule, wollten bei der Einweihung aber dabei sein.

Interessante Bezeichnungen fanden sie bei den Plänen. So heißen die Schutzhütten gegen Regen „Sören“ und „Jonas“. Auf einem „Lümmelplateau“ darf gerne relaxt werden und eine weitere Schutzhütte auf dem Areal trägt den Namen „Spreewald“.

Weitgehend namenlos hingegen ist die Klasse im Freien, wo an Tischen unter schattigen Bäumen dem Unterricht gefolgt werden kann.

Das Projekt wird inzwischen von Stadtplaner Dieter Staubach auch in Kooperation mit der Albert-Schweitzer-Realschule durchgeführt. Weitere Projekte an anderen Dortmunder Realschulen sind geplant.

Staubach selbst will das Projekt nicht als Schulhof-Verschönerungsprojekt verstanden wissen. Für ihn – und ebenso für Schulleiter Godglück – ist es ein Projekt zum Erlernen partizipatorischer Planungsdemokratie.

Der häufig hohe Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationswurzeln mache es vor allem zu einem Integrationsprojekt. Durch den Zuzug vieler Flüchtlingskinder und Jugendlichen werden Vorhaben dieser Art an Bedeutung gewinnen.

Mehr Informationen:

  • Die Gertrud-Bäumer-Realschule wird von über 700 Schülerinnen und Schülern aus 27 Nationen besucht.
  • Schon im Februar 2011 erhielt sie den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
  • Jährlich gibt es ein Projekt gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.
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