
Die Initiative Schlafen statt Strafen veranstaltet vom 6. bis 8. Februar 2026 eine Winteraktion in der Dortmunder Innenstadt. Ziel ist es, auf die schwierige Situation von wohnungs- und obdachlosen Menschen aufmerksam zu machen. Neben Angeboten wie heißen Getränken, mobilen Toiletten und Aufwärmmöglichkeiten gibt es Redebeiträge und Diskussionen. Ein öffentliches Gedenken am 7. Februar erinnert an die in diesem Winter verstorbenen Menschen.
Aufmerksamkeit für obdachlose Menschen im Winter
Die von Schlafen statt Strafen organisierte Winteraktion findet vom 6. Februar ab 15 Uhr, bis zum 8. Februar (15 Uhr), an der Ecke Kampstraße/Katharinenstraße statt. Die Initiative will damit einmal mehr verdeutlichen, dass wohnungs- und obdachlose Menschen regelmäßig und systematisch ignoriert, vernachlässigt und diskriminiert werden.
Pressesprecher von Schlafen statt Strafen Chris Möbius erklärt: „Diese Ausgrenzung hat konkrete Folgen. Der Alltag auf der Straße ist ohnehin hart, besonders im Winter wird er aber oft lebensgefährlich: Minusgrade, Nässe und fehlende Rückzugsorte verschärfen die Situation massiv.“
Während der 48-stündigen Aktion stehen zwei mobile Toiletten zur kostenlosen Nutzung – eine davon barrierefrei – sowie Kaffee, Tee und Aufwärmmöglichkeiten bereit. Zudem gibt es vielfältige Redebeiträge und Diskussionsrunden, die die Aufmerksamkeit auf die Lebensrealität Betroffener lenken und Lücken im Hilfesystem aufzeigen.
Gedenkrundgang für verstorbene Obdachlose
Nachdem in diesem Winter bereits wieder mehrere obdachlose Menschen in Dortmund verstorben sind, lädt Schlafen statt Strafen außerdem im Rahmen der Winteraktion am 7. Februar um 15 Uhr zu einem öffentlichen Gedenkrundgang ein.

Chris Möbius erklärt: „Wir veranstalten die Winteraktion und vor allem den Rundgang, um der Menschen zu gedenken, die unser System im Stich gelassen hat. Diese Todesfälle sind vermeidbar und die Schicksale von Thomaz T., Arturas S., Volker W., Marlies S und Manuel P. müssten für die Stadt Dortmund eine riesiges Warnsignal sein. Vor genau einem Jahr waren wir zuletzt mit einer ähnlichen Aktion hier vor Ort, aber leider sind die Probleme und Gefahren für obdachlose Menschen kein bisschen geringer geworden.“
Die Initiative beobachtet zwar ein größeres Bewusstsein bei der Stadtverwaltung für diese Gefahren, gleichzeitig sind neue Maßnahmen wie die Notschlafstelle in der Leuthardstraße, die mobile öffentliche Toilette am Westentor oder das Nachtcafé am Schwanenwall nur kleine Schritte.
Forderungen für eine wirksame Winternothilfe
Die zaghaften Schritte reichen laut Chris Möbius nicht aus um eine Verbesserung der Situation zu bewirken: „Die eine Toilette bringt ja nichts, wenn man nachts eine braucht oder wenn man sich am anderen Ende der Stadt befindet, und die Notschlafstelle verhindert das Erfrieren, hat aber mit würdevollem Leben nichts zu tun. Wie letztes Jahr und auch die Jahre davor fordern wir immer noch: Behandelt die Menschen würdevoll, gebt ihnen ein sicheres Dach über dem Kopf und versucht nicht, sie durch das Ordnungsamt aus der Innenstadt zu vertreiben.“
Zentrale Forderungen von Schlafen statt Strafen an den Oberbürgermeister und die Ratsfraktionen sind eine gut aufgestellte, durchdachte und niederschwellige Winternothilfe. Dazu gehören ausreichend Plätze in menschenwürdigen Notschlafstellen ohne Zugangsbarrieren, durchgängig geöffnete Wärmeorte, ein Kältebus und ein sofortiger Stopp der Kriminalisierung armer und obdachloser Menschen.
Die Schlafen statt Strafen kritisiert die aktuelle Politik des Oberbürgermeisters, die vor allem auf Repression setzt und sieht darin vor allem einen populistischen Schnellschuss, der die Situation nur noch verschärft, eine nachhaltige sozialarbeiterische Betreuung der Menschen erschwert. Die Initiative fordert: „Allen Menschen mit Würde und Respekt zu begegnen, unabhängig von ihrer Klassenzugehörigkeit und ihrem Wohnstatus. Die Stadt gehört allen Menschen, die in ihr wohnen; dementsprechend sollten auch alle dieselben Rechte haben, sich würdevoll und ohne Diskriminierung in ihr aufhalten können!“

