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Saisonaler Anstieg: Arbeitslosenquote steigt auf 11,6 Prozent – dennoch 0,8 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr

Die Arbeitslosenzahlen in Dortmund im Januar 2017. Grafik: Arbeitsagentur Dortmund

Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in Dortmund im Januar 2011 bis 2017. Grafik: Arbeitsagentur

Zum Jahresanfang ist die Arbeitslosigkeit in Dortmund erwartungsgemäß saisonal bedingt gestiegen. Der Anstieg von 5,0 Prozent fiel aber geringer aus als vor einem Jahr.

Wintereinbruch, Saisongeschäft und Jahresende als Gründe

Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. Foto: AfA

Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. Foto: AfA

„Mit knapp 2.000 Arbeitslosen weniger als im Januar 2016 starten wir in das neue Jahr. Eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt ist daher nicht zu erkennen“, kommentiert Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund die aktuelle Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt.

Gründe für die aktuelle Entwicklung liegen zum einen im oft gewählten Kündigungstermin zum Jahresende, im ausgelaufenen Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels und im Ausfall in den witterungsabhängigen Außenberufen.

„Der Winter ist noch nicht vorbei, auch im Februar ist mit einem weiteren Ansteigen der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Für qualifizierte Kräfte bietet der Arbeitsmarkt auch weiterhin gute Chance. Damit mehr Menschen von der Nachfrage nach Fachkräften profitieren können, bieten wir Arbeitslosen verstärkt Qualifizierungen an, die zu einem Berufsabschluss führen“ so Brandes.

Auch aktuelle Untersuchungen belegten wieder, je besser die Qualifikation, desto stabiler die Erwerbsbiografien. „Deshalb gilt jetzt auch ganz besonders für die Schulabgänger sich bei uns in der Berufsberatung zu melden, damit es auch mit einen Ausbildungsplatz klappt“, ergänzt Brandes.

Im Januar sind 35.465 Menschen in Dortmund arbeitslos gemeldet

Im Januar waren 35.465 Menschen in Dortmund arbeitslos gemeldet. Davon waren 7.872 Personen bei der Arbeitsagentur und 27.593 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet.

Damit hat sich die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 1.692 Personen oder 5,0 Prozentpunkte erhöht. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit deutlich um 1.951 Personen oder 5,2 Prozent niedriger.

Besonders deutlich fällt der Anstieg bei den Männern aus, hier spiegeln sich die Freisetzungen von männlichen Beschäftigten durch witterungsbedingte Einschränkungen und Auftragslagen im Garten- und Landschaftsbau und auf vielen Baustellen wieder.

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen stieg im Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote 12,4 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur lag bei 2,6 Prozent und für das Jobcenter bei 9,0 Prozent.

Im Jahresvergleich registriert das Jobcenter über 3.000 Menschen weniger

Frank Neukirchen-Füsers (Geschäftsführer Jobcenter Dortmund)

Frank Neukirchen-Füsers ist Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund. Archivfoto: Alex Völkel

„Auch wenn sich die Änderung der Betreuung von Personen, die aufstockend zum Arbeitslosengeld I SGB II- Leistungen erhalten, statistisch für das Jobcenter begünstigend auswirkt, so zeigen nicht nur die eigentlich traditionell schwachen Januarwerte, sondern insbesondere auch die Vergleichswerte des Vorjahres, dass sich grundsätzlich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fortsetzt“, erklärt Frank Neukirchen-Füsers, Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat registriert das Jobcenter über 3.000 Menschen weniger, die arbeitslos sind. Das entspricht einer Verbesserung von 9,9 Prozent. Von diesem positiven Trend profitieren alle Personengruppen.

„Dies lässt sich als positiver Indikator für stabile Langzeitentwicklungen am Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft interpretieren, wenngleich jahrestypische Effekte ebenfalls spürbar sind“, so Neukirchen-Füsers.

Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und AusländerInnen steigt an

Die Jugendarbeitslosenquote liegt bei aktuell 10,0 Prozent – 3.081 jungen Menschen sind arbeitslos gemeldet. Das ist zwar ein Anstieg um 145 Personen oder 4,9 Prozent gegenüber dem Vormonat, aber ein Rückgang zum Vorjahr um 3,0 Prozent oder 94 jungen Menschen.

Das Jugendberufshaus vereint Jugendamt, Jobcenter und Arbeitsagentur.

Das Jugendberufshaus vereint Jugendamt, Jobcenter und Arbeitsagentur. Foto: Alex Völkel

Bedingt durch das Ende von zwei- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen waren darunter auch eine Vielzahl junger Fachkräfte, die sich zunächst arbeitslos melden mussten, weil sie in ihrem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden. Der Arbeitsmarkt zeigt aber eine gute Aufnahmefähigkeit für gut ausgebildete junge Fachkräfte.

Aktuell sind 12.122 AusländerInnen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter Dortmund arbeitslos gemeldet. 624 Personen mehr als im Vormonat.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein Anstieg um 2,0 Prozent oder 232 Personen. 10.215 ausländische Mitbürger werden durch das Jobcenter Dortmund und 1.907 Personen werden aktuell von der Agentur für Arbeit betreut.

Der größte Anteil der Arbeitslosen mit ausländischen Pass entfällt auf Zugänge aus sigenannten Asylzugangsländern: 3.788 Personen waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das ist ein Plus von 21,8 Prozent oder 678 Menschen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Sehr deutlich ist hier vor allem die Arbeitslosigkeit von geflüchteten Menschen aus Syrien gestiegen. Aktuell sind 1.525 Syrerinnen und Syrer arbeitslos gemeldet, das sind 655 mehr als im Januar 2016. Bei den geflüchteten Menschen aus dem Irak stieg die Zahl innerhalb eines Jahres um 36,0 Prozent oder 104 Personen auf aktuell 393 Menschen.

Arbeitskräftenachfrage geht mit dem Wintereinbruch zurück

Mit Wintereinbruch zum Jahresanfang ging die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften erneut zurück. Es wurden 1.208 Stellen neu gemeldet. Das sind 457 stellen oder 27,4 Prozent weniger als im Dezember.

Insgesamt war die Nachfrage auch schwächer ausgeprägt als noch vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es 28,2 Prozent weniger Stellenzugänge. Derzeit stehen 6.533 Stellen zur Besetzung offen, das sind 419 mehr als vor einem Jahr.

303 neue MitarbeiterInnen wurden im vergangenen Monat im Berufsbereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit gesucht. 282 Stellen wurden dem Arbeitgeber-Service im Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung gemeldet, 197 Stellen im Bereich kaufm. Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus darunter allein 110 Stellen im Verkauf. 157 Stellen wurden im Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung gemeldet.

Mehr Informationen gibt es im Arbeitsmarktreport – als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport_Januar17

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