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Romni: Foto- und Interviewprojekt beleuchtet Identität, Tradition und Lebensweise von Roma-Frauen in der Nordstadt

Romni: Foto- und Interviewprojekt von Tabea Hahn und Anna Merten in der Dortmunder Nordstadt

Tabea Hahn und Anna Merten zeigen die Ergebnisse ihres Foto- und Interviewprojektes über Romni. Foto: Hartmann

In der Begegnung mit anderen Menschen – ob real oder in den Medien – beherrschen Bilder die Meinung und den Umgang“, schreibt  Roman Franz, der 1. Vorsitzende des „Verbandes Deutscher Sinti und Roma e. V. NRW“, im Vorwort zur Zeitung zur Ausstellung Romni der beiden Fotografinnen Tabea Hahn und Anna Merten.

„Kupferstichartige“ Vorstellungen von den Roma prägen noch heute das Bild der Mehrheitsgesellschaft

Romni: Foto- und Interviewprojekt von Tabea Hahn und Anna Merten in der Dortmunder Nordstadt. Foto: Tabea Hahn & Anna Merten

Eine Romni aus der Nordstadt. Foto: Tabea Hahn & Anna Merten

„Uns sind als erstes die bunten Kleider der Frauen aufgefallen“, beschreiben Hahn und Merten ihr erstes Bild von den Roma-Frauen in der Nordstadt. Das hat ihre Neugier geweckt.

„Warum legen sie diese Kleidung in der neuen Umgebung nicht ab, um nicht so aufzufallen“, fragten sich die Fotografinnen. „Warum riskieren sie mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert zu werden, wenn sie ihre Zugehörigkeit öffentlich zur Schau tragen.“

„Kupferstichartig“, nennt Franz die Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft über diese Minderheit. Viele erinnern sich noch an das Bild der geheimnisvollen Zigeunerin über dem Sofa der Großeltern, dazu klang aus den Boxen der Stereoanlage Alexandras „Zigeunerjunge“.

Das ist die romantisierende Darstellung des Volkes der Roma vom „fahrenden Volk“, das über Nacht, wohlmöglich noch mit dem eigenen Hab und Gut, verschwunden ist.

Foto- und Interviewprojekt beantwortet viele Fragen

Aus diesen Fragen entstand das Foto- und Interviewprojekt „Romni“. Nun gibt es Antworten. In den letzten beiden Jahren suchten und fanden Hahn und Merten Zugang zu den Roma-Frauen und fotografierten und interviewten sie in ihrer traditionellen Kleidung, die zugleich auch Alltagskleidung ist.

Zu sehen sind die Ergebnisse zur Vernissage, am Freitag, den 4. März, um 19 Uhr in den Räumen des Café Plus am Gnadenort 3-5. Zur Eröffnung werden Roman Franz und einige der portraitierten Frauen anwesend sein.

Podiumsgespräch im Ratsaal

Roman Franz, Vorstand Verband Deutscher Sinti und Roma e.V. NRW. Foto: Klaus Hartmann

„Es mag sein, dass der erste Blick auf die Bilder an folkloristische Vorstellungen rührt,“ schreibt Franz in dem Vorwort weiter, „…aber die Portraits strahlen etwas anderes aus, nämlich Individualität, Verschiedenheit, Würde und Menschlichkeit..“

Romni ist die weibliche Form des Eigenname Rom in der Sprache der Roma – das Romanes.

Über die Fotografinnen:

Anna Merten, geb. 1985, studierte an der Fachhochschule Dortmund Kommunikationsdesign, Fachrichtung Fotodesign. Seit 2013 ist sie freie Fotografin. Frauenspezifische Themen, wie das Muttersein, oder auch die Herkunft und Identität von Frauen mit Migrationshintergrund spielen in ihren Arbeiten eine Rolle.

Tabea Hahn, geb. 1978, studierte an der Fachhochschule Dortmund Kommunikationsdesign, Fachrichtung Fotodesign. Sie ist seit 2010 freie Fotodesignerin. Ihre Arbeit sieht sie in der Tradition der sozialdokumentarischen Fotografie. Sie interessiert sich im besonderen für die Themenkomplexe, Würde und Freiheit.

Mehr Details:

  • Vernissage: Freitag der 04.März.2016, 19:00 Uhr
  • Ausstellungsdauer: Dienstag, 07. März 2016  bis Mittwoch, 30. März 2016
  • Öffnungszeiten: Dienstags bis Samstags von 11 bis 17 Uhr
  • Ort: caféplus, Gnadenort 3-5, 44135 Dortmund
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