Radfahren auf der Autobahn: Bündnis aus 13 Organisationen stellt Forderungen für den Radverkehr in Dortmund

Ein Bündnis aus 13 Organisationen ruft zur Demonstration am Samstag auf und fordert unter anderem den zügigen Ausbau der Infrastruktur für mehr Sicherheit und Komfort beim Radfahren. Fotos: Sebastian Peter

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, ruft ein Bündnis aus 13 Organisationen, zu dem der ADFC, Aufbruch Fahrrad und der VCD, aber auch der BUND und der NABU, sowie die For Future Bewegungen gehören, zu einer Fahrrad-Demo auf, die am morgigen Samstag, 29. August,  um 18 Uhr auf dem Hansaplatz beginnt. Sie fordern, viel mehr als bisher für den Radverkehr zu tun und haben einen Forderungskatalog aufgestellt, der neben der schnellen Fertigstellung des RS1 auch zwei neue Radschnellwege, fahrradfreundliche Haupt- und Nebenstraßen und mehr Verkehrssicherheit umfasst. Der Katalog mit 18 Forderungen ist online abrufbar. (siehe Anhang des Artikels).

20 Kilometer-Tour zu den Problemstellen im Stadtverkehr

Abfahrtsituation am Rombergpark. Foto: Werner Blanke

Der eigentlich eingeplante Friedensplatz ist wegen einer Baustelle gesperrt. Bei einer 20 Kilometer langen Runde durch die Stadt werden Problemstellen abgefahren wie die schmalen Schutzstreifen auf der Lindemannstraße und einige Punkte des geplanten RS1, dessen Baubeginn sich seit Jahren immer wieder verzögert. ___STEADY_PAYWALL___

„Ein Highlight der Demo ist der autobahnartige Abschnitt der B54 südlich der B1“, sagt Max Kumpfer von Aufbruch Fahrrad Dortmund, denn die Route verlaufe dort auf der Fahrbahn, auf der Tempo 100 gelte. Die Polizei sichert die Strecke. „Radfahren auf der Autobahn für mehr Sicherheit – was zunächst ungewöhnlich klingt, hat durchaus seine Berechtigung“, erklärt Peter Fricke von VeloCityRuhr und Aufbruch Fahrrad. 

Denn die Abfahrten der B54 südlich der B1 gehörten zu den gefährlichsten Stellen für den Radverkehr in Dortmund, besonders am Rombergpark. „Die Sichtverhältnisse sind schlecht, die Kurvenradien zu groß und das Tempo der abfahrenden Autos zu hoch“, sagt Lorenz Redicker vom VCD. Hier müsse schnell etwas passieren, denn der nächste Unfall sei nur eine Frage der Zeit.

Aktivist*innen fordern schnelleren und sicheren Ausbau der Infrastruktur

Die Tour wird zu problematischen Stellen im Dortmunder Straßenverkehr führen.

Schnell geschehen müsse auch in Dortmund insgesamt etwas. „Der Ausbau der Infrastruktur geht nur schleppend voran, und der Radschnellweg RS1 mit seinen vielen Verzögerungen ist da nur ein Beispiel unter vielen“, erklärt Lukas Weimann von Fridays for Future.

Und wo es doch Wege fürs Fahrrad gebe, seien diese oft von falsch parkenden Autos versperrt, ohne dass die Stadt genug dagegen unternehme.

Die folgenden Organisationen sind am Aufruf zur Demonstration beteiligt: ADFC Dortmund, Aufbruch Fahrrad Dortmund, BUND Dortmund, Campus for Future Dortmund, Cyclists for Future Dortmund, Fridays for Future Dortmund, Greenpeace Dortmund, Kidical Mass Dortmund, NABU Dortmund, Parents for Future Dortmund, VCD Dortmund-Unna, VeloCityRuhr, VeloKitchen.

 

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  1. Land fördert Radschnellweg in Dortmund: Für eine bessere, saubere Mobilität – Förderbescheid für den 1. Bauabschnitt des RS1 in Dortmund überreicht (PM Das Ministerium für Verkehr)

    Land fördert Radschnellweg in Dortmund: Für eine bessere, saubere Mobilität –
    Förderbescheid für den 1. Bauabschnitt des RS1 in Dortmund überreicht

    Nun kann es auch in Dortmund mit dem Bau des Radschnellweges Ruhr (RS1) losgehen. Einen Förderbescheid über die Summe von 766.000 Euro hat Verkehrsminister Hendrik Wüst dem Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Thomas Westphal, überreicht. Das Geld ist für den ersten Bauabschnitt des RS1 in Dortmund bestimmt.

    „Endlich geht’s los mit dem RS1 in Dortmund. Das Fahrrad ist längst zu einem klimaneutralen Allround-Verkehrsmittel geworden. Deshalb treiben wir den Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur weiter voran. Auf komfortablen Radschnellwegen können Pendlerinnen und Pendler auch längere Strecken auf Rad, Pedelec oder E-Bike bequem zurücklegen. Ich bin sicher, dass der RS1 in Dortmund mit unserer Förderung ordentlich Rückenwind bekommt“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.

    Im Frühling kann nun mit dem Bau des RS1 durch Dortmund begonnen werden. Der erste Bauabschnitt reicht von der Große Heimstraße bis zur Sonnenstraße (östl. Arneckestraße) und ist 1060 Meter lang. In Dortmund werden gleich mehrere Bauabschnitte geplant, insgesamt soll der RS1 23 Kilometer durch Dortmund führen.

    „Wir freuen uns, dass es nun losgeht. Dies ist ein wichtiger Baustein für die neue Mobilität der nächsten Jahrzehnte. Radwegebau wird für eine moderne Großstadt immer wichtiger. Das gilt auch für Dortmund. Der RS1 ist nur ein Teil eines komplexen Radwegenetzes für die gesamte Stadt, das wir in den nächsten Jahren bauen werden,“ sagte Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal.

    Radschnellwege sollen vor allem Pendlerinnen und Pendler eine gute Alternative für die Fahrt zur Arbeit bieten. Aber auch in der Freizeit sind Radschnellwege mit ihrer geringen Steigung, der strikten Trennung von Rad- und Fußgängerstreifen und ihrer Breite von vier Metern besonders komfortabel und sicher.

    Im Haushalt 2021 des Verkehrsministeriums stehen 54 Millionen Euro für Investitionen in ein gut ausgebautes, flächendeckendes Netz von Radwegen zur Verfügung. Das sind nochmal 15 Millionen Euro mehr als im Haushalt 2020. Zehn Millionen Euro davon sind allein für Radschnellwege bestimmt. Schon 2020 hat das Land neue Stellen für Planer geschaffen, die sich ausschließlich um mehr Tempo beim Ausbau von Radschnellwegen kümmern. Die Planung von Radschnellwegen ist genauso aufwendig wie die Planung von Straßen.

    Hintergrundinformation zu Radschnellwegen:
    In Nordrhein-Westfalen sind insgesamt acht Radschnellwege in Planung. Der RS1 ist der erste Radschnellweg und soll auf 101 Kilometern von Duisburg nach Hamm führen. In Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen und Bochum sind seit 2014 Teilstücke im Bau. Auf 12 Kilometern in Essen und Mülheim/Ruhr sind schon Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs.

    Zeitnah im Frühling, im April 2021, soll der erste Spatenstich in Dortmund erfolgen. Für die Bauarbeiten sind drei bis fünf Monate eingeplant. Ein weiterer Bauabschnitt bis zur Ruhrallee soll zeitnah folgen – die Ausführungsplanungen laufen.

    Link Twitter (Video): https://twitter.com/VerkehrNRW/status/1341045734112698369

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