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Öffentliches Grillen bleibt Streitthema

Außer an den drei offiziellen Grillstellen - hierfür muss man sich anmelden - ist Grillen im Fredenbaumpark verboten. Foto: Alex Völkel

Außer an den drei offiziellen Grillstellen – hierfür muss man sich anmelden – ist Grillen im Fredenbaumpark verboten. Foto: Alex Völkel

Öffentliches Grillen beschäftigt die Bezirksvertretung der Innenstadt-Nord weiter. Dieses Mal brachte die CDU erfolglos einen Vorschlag ein, nachdem im März noch ein Antrag der Grünen gescheitert war. Die Grünen hatten erfolglos versucht, den Parkplatz am Mendesportplatz im Fredenbaumpark für das Grillen freizugeben.

Verein soll Grillplatz organisieren

Bislang ist es lediglich erlaubt, an drei Grillstellen zu grillen, wofür man sich allerdings anmelden muss. Diese Regelung lehnten die Grünen als „lebensfremd“ ab. Ziel des CDU-Antrags war nun, die Verantwortung „für das Grillvergnügen in private Hände“ zu verlagern, betonte CDU-Fraktionschef Thomas Bahr. Im Blick hat er dabei die Legalisierung der „Wilden Gärten“ in Burgholzstraße und Eisenstraße sowie die Hundefreilaufflächen.

Bei beiden Flächen haben Vereine die Verantwortung übernommen. Auch für das Grillen könne sich ja ein Verein organisieren. Alternativ könne auch ein kommerzieller Anbieter diese Aufgabe übernehmen. Die Stadt müsse das nicht selbst: „Es gehört nicht zur Daseinsvorsorge der Stadt, Grillanlagen vorzuhalten.“ Allerdings stieß dieser Vorstoß bei allen anderen Fraktionen auf Ablehnung.

Kritik: Vorschlag nicht praktikabel

Jan Clausmeyer (fraktionslos) konnte keinen „praktikablen Ansatz entdecken, wie die Selbstorganisation aussehen“ könne. Die beiden von der CDU genannten Beispiele seien nicht vergleichbar, machte Gerda Bogdahn (SPD) deutlich. Bei den Gärten sei es darum gegangen, die „besetzten Flächen“ zu regulieren. Daher habe die Stadt die Selbstorganisation unterstützt, um klare Verantwortlichkeiten zu bekommen. Und die Hundefreilaufflächen seien auf Wunsch des Tierschutzvereins entstanden. Zudem beklagten Ausschussmitglieder auch hier den Zustand der Flächen an der Uhlandstraße und am Naturkundemuseum – der Verein komme seinen Pflichten nicht nach – Die Wiesen sähen wie Äcker aus, zudem gab es Geruchsbelästigungen.

Ohne Kontrollen keine Wirkung

Beim Grillen falle es zudem schwer, diese Privatinteressen zu bündeln“, ergänzte Thomas Lichtenberg (SPD). Helmut Manz (Linke) hätte sich mit dem Vorschlag der Grünen anfreunden können, den Parkplatz freizugeben. Der CDU-Vorschlag sei hingegen unausgegoren: „Man weist einen Platz aus, um das wilde Grillen zu regulieren. Doch dann muss auch woanders durchgegriffen und kontrolliert werden“, so Manz. „Da kommt die Stadt also nicht aus ihrer Verantwortung heraus.“

Gesamtstädtisches Konzept gefordert

Manfred Kreuzholz (SPD) wollte lieber  ein gesamtstädtisches Konzept abwarten. Ein vom damaligen Dezernenten Wilhelm Steitz unternommener Anlauf, in allen zwölf Stadtbezirken Flächen für das öffentliche Grillen auszuweisen, fiel in fast allen Bezirksvertretungen durch. Auch die Nordstadt-BV lethnte den Plan von Steitz ab. Die Nordstädter wollen nun auf einen neuen Anlauf seiner Nachfolgerin Diane Jägers warten. Der Rat will sie am 2. Mai wählen. Ob und wann sie einen neuen Anlauf unternimmt, ist völlig offen.

Parkordnungen können Verbote regeln

Lediglich die BV Innenstadt-West gab damals das Grillen in Westpark und Tremoniapark frei. Ansonsten gilt: Offenes Feuer ist verboten, das öffentliche Grillen hingegen aber erlaubt, wenn dadurch keine Belästigungen oder Gefahren ausgehen. Anders ist das, wenn Parkordnungen das Grillen verbieten. So ist es beispielsweise im Westfalen- und im Rombergpark. Und im Fredenbaumpark bleibt es bei den drei offiziellen Plätzen, für die man sich anmelden muss.

Eins will auf jeden Fall keine Fraktion in der Nordstadt-BV: Dass wie bei anderen Themen auch hier das gesamte Problem in die Nordstadt verlagert wird. Denn im Fredenbaum gab es bei den großen „Grillgelagen“ im vergangenen Jahr einen ähnlich bunten Autokennzeichen-Mix wie früher auf dem Straßenstrich. Daher setzt die BV eine Regelung für ganz Dortmund.

Außer an den drei offiziellen Grillstellen - hierfür muss man sich anmelden - ist Grillen im Fredenbaumpark verboten. Foto: Alex Völkel

Außer an den drei offiziellen Grillstellen – hierfür muss man sich anmelden – ist Grillen im Fredenbaumpark verboten. Foto: Alex Völkel

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3 Gedanken über “Öffentliches Grillen bleibt Streitthema

  1. Pingback: 117 illegale Feuerstellen im Fredenbaumpark gezählt | Nordstadtblogger

  2. Hans-Georg Schwinn

    Kleiner Hinweis: Im Artikel wird Jan Clausmeyer als „fraktionslos“ beschrieben. Er gehört aber zur Fraktion der Grünen.

    Ansonsten fnde ich es gut, dass es mit den Nordstadtbloggern eine neue Initiative gibt, unseren Stadtteil sachlich zu präsentieren.

  3. nordstadtblogger

    Hallo,

    Danke für das Lob und den Hinweis auf Herrn Clausmeyer. Ich werde das berücksichtigen. Allerdings weist ihn das Dortmund-Portal als fraktionslos aus. Vielleicht kann das ja ihre Fraktion mal ändern lassen.

    Eintrag:
    Jan Clausmeyer

    Stimmberechtigt
    Mitglied der Bezirksvertretung

    (Der „-“ ist dort der Hinweis auf fehlende Fraktionsbindung)

    Gefunden:
    http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/stadtbezirke/stbzportal_innenstadtnord/lokalpolitik_buergerservice_in/bezirksvertretung_in/index.jsp

    Mit freundlichen Grüßen

    Alex Völkel

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