
Mit der Firma Julius Ewald Schmitt als Zwischenmieter könnte die Gastronomie „Grüner Salon“ am Dortmunder Nordmarkt bereits im Dezember 2026 wieder eröffnen. Eigentümerin bleibt die Stadt Dortmund. Milena Rethmann, langjährige Betreiberin des Grünen Salons, und Christian Schmitt, Unternehmer aus Dortmund, arbeiten Hand in Hand. Sie sind zuversichtlich, dass der Betrieb bald wieder „Wohnzimmer und Anlaufpunkt für das Viertel und seine Anwohner:innen“ wird. Altbewährte Konzepte sollen bleiben, neue sollen hinzukommen.
Mehr Gestaltungsspielraum und kurze Wege durch neuen Zwischenmieter

Milena Rethmann ist eine bekannte Größe in der Gastroszene in der Nordstadt. Der Grüne Salon, dazu der Umschlagplatz als OpenAir-Konzept in der Speicherstraße und das Weinlokal Stachelschwein an der Bornstraße. Wenn die neue Immobilie von Schmitt an der Speicherstraße fertig ist, soll es einen zweiten Grünen Salon im Hafen geben.
Doch beim Stammhaus gab es einen schweren Rückschlag: Im Februar 2026 musste der Betrieb wegen eines Wasserschadens über Nacht eingestellt werden. Die Stadt Dortmund als Vermieterin habe zwar reagiert und sich Gedanken zur weiteren Nutzung gemacht, für ein Gastronomiekonzept sei sie aber langfristig nicht der richtige Partner gewesen, erklärte Rethmann. Sie schätze bei Schmitt vor allem die kurzen Wege. ___STEADY_PAYWALL___

„Es geht manchmal um kleine Reparaturen, die unseren Arbeitsalltag extremst belasten oder unmöglich machen“, so Rethmann. Von der Firma Schmitt flossen neue Ideen ein und es wurde mehr Rücksicht auf Arbeitsprozesse und Details genommen. „Da wird unkompliziert gehandelt und manchmal ein bisschen größer und anders gedacht.“
Über die Jahre sei das Angebot des Salons immer weiter gewachsen. Auch den Außenbereich habe man weiter bespielen wollen. Die dafür notwendigen Investitionen habe die Stadt nicht tragen können. „Ich glaube, letztendlich wird das Konzept für alle Seiten, für den Nordmarkt an sich, für unsere Gäste, für uns zum Arbeiten, viel tragfähiger“, so Rethmann.
Für Schmitt mehr als nur ein Geschäft: Der Grüne Salon ist wichtig für die ganze Nordstadt
Die Stadt habe relativ schnell reagiert, berichtete Christian Schmitt. Das Gebäude wurde entkernt, die Bodenplatte getrocknet und neue Abflussleitungen gelegt. Beim Innenausbau sei er nun federführend. Das habe den Vorteil, dass er bei der Vergabe der Aufträge freie Hand habe. Zusammen mit Rethmann könne er nun genau planen, was für den Betrieb in Zukunft wichtig sei und dementsprechend handeln.

Die beiden haben schon gemeinsame Erfahrungen mit dem „Stachelschwein“, der Weinwirtschaft im alten Schloss an der Ecke Bornstraße, sammeln können. Auch hier ist Schmitt der Vermieter von Milena Rethmann. Rund 180.000 Euro investiert Schmitt in die Neugestaltung des Grünen Salons. „Es ist kein Geschäft, aber es ist doch ein Geschäft“, erklärte er mit Blick auf die Finanzierung des Projekts.
Er habe über 300 Wohnungen in der nahen Umgebung. Viele Mieter:innen seien Fans des Grünen Salons. Für sie sei der Betrieb „identitätsstiftend“. Aber auch für den Nordmarkt, die Umgebung und die ganze Nordstadt sei eine schnelle Wiedereröffnung wichtig, so Schmitt.
Altbewährtes trifft auf neue Konzepte
„Wir wollen gerne ein etwas jüngeres Publikum ansprechen, die haben andere Bedürfnisse“, sagte Rethmann. So wolle man die Speisekarte, das Getränkeangebot und auch die Preise anpassen. Für die Bar habe man sich mit einem neuen Team mehr Kompetenz ins Haus geholt. Gleiches gelte für Layouts, Konzepte und Designs.

„Wichtig ist aber erst mal, was bleibt“, betonte Rethmann. „Die Sachen, die gut gelaufen sind, behalten wir bei: Frühstück und Tagesgeschäft. Aber ans Abendgeschäft wollen wir ran.“ Hier kommen die Erweiterung und Neugestaltung des Außenbereichs ins Spiel.
Geplant sei unter anderem ein Anbau inklusive Getränkeausgabe „wo man sich direkt ein Getränk holen kann, ohne warten zu müssen, bis der Kellner da ist, wenn es voll wird“, erklärte Schmitt. Auch über eine Dachterrasse denke man nach. Insgesamt solle alles verspielter und einladender gestaltet werden.
„Durch diesen Neuanfang, die Investitionen und die Umgestaltung wird eine Aufwertung stattfinden, da bin ich mir ganz sicher. Das wollen wir gastronomisch begleiten – sei es abends mit einem Biergarten, einem Konzert, einem DJ-Abend, einer Yogastunde oder Sonntagsöffnungszeiten für Yoga im Freien. Solche Sachen kann ich mir vorstellen“, so Rethmann.
Ein Ort für alle, auch für Jüngere
„Wir wollen gucken: Was ist für die Leute, die 20 Jahre jünger sind als ich, wirklich wichtig?.“ Über die Jahre habe sie festgestellt, dass das anfangs sehr studentische Publikum weggebrochen sei. Corona habe extreme Auswirkungen auf das Ausgehverhalten gehabt.

„Vieles findet online statt, aber trotzdem ist die Sehnsucht nach Community, Austausch und Gemeinschaft da. Wir wollen einen Rahmen schaffen, den man online anbietet – gemeinsames Spazieren, Workshops, Sprachcafé. Etwas, das man online bewirbt und das dann vor Ort stattfindet“, so Rethmann.
Aber auch für alle anderen Altersgruppen solle der Grüne Salon ein Bezugspunkt bleiben. Als Vorbild nennt sie den Umschlagplatz im Dortmunder Hafen. „Familien, Leute mit Rollator, Radfahrer, Raver. Das wünsche ich mir auch wieder für den Salon“, sagte sie.
Impressionen rund um die Baustelle am Nordmarkt
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