Neue Tierart im Zoo: Seltene Rio-Pescado-Harlekinkröte zieht in die „Krabbelkiste“ ein

Zwanzig stark bedrohte Amphibien finden eine neue sichere Heimat

Kleine Kröte sitzt auf einem behandschuhtem Finger
Seltene Rio-Pescado-Harlekinkröten sind im Zoo Dortmund eingezogen. Foto: Stadt Dortmund / Marcel Stawinoga

Im Zoo Dortmund leben seit kurzem zwanzig Rio-Pescado-Harlekinkröten. Ein engagierter Privathalter aus dem Netzwerk von Citizen Conservation übergab die Tiere an den Zoo. Die kleinen Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Tierarten weltweit.

Neue Bewohner hinter den Kulissen im Zoo Dortmund

Die seltenen Kröten leben derzeit noch hinter den Kulissen des Zoos. Das Tierpflegeteam betreut sie in der sogenannten „Krabbelkiste“. Dort finden die Tiere ruhige Bedingungen und erhalten eine sorgfältige Pflege.

Besuchende können die kleinen Amphibien im Rahmen von Führungen kennenlernen. Dabei erfahren sie auch, wie Zoos weltweit bedrohte Tierarten schützen und erhalten. Mit den neuen Bewohnern wächst das Engagement des Zoos Dortmund für den Artenschutz weiter.

Die Rio-Pescado-Harlekinkröte wird nur drei bis vier Zentimeter groß und trägt den wissenschaftlichen Name Atelopus balios. Fachleute führen die Krötenart auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN in der höchsten Gefährdungsstufe. Nur ein Schritt trennt sie von der Kategorie „in der Natur ausgestorben“.

Eine der hundert am stärksten bedrohten Tierarten weltweit

Harlekinkröten leben vor allem in den Berg- und Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Fachleute nennen sie auch Stummelfußkröten. Fast alle Arten dieser Gruppe kämpfen heute ums Überleben. Ein gefährlicher Pilz setzt den Tieren stark zu. Auch die Rio-Pescado-Harlekinkröte verschwand fast vollständig. Fachleute sahen sie 1995 ein letztes Mal in freier Natur.

Jahre später entdeckten Forschende die Art wieder in wenigen Regenwaldgebieten in Ecuador. Die Zahl der Tiere bleibt jedoch sehr klein. Umweltverschmutzung und der Verlust von Wald verschärfen die Lage zusätzlich.

2012 setzten Fachleute der IUCN und der Zoological Society of London die Rio-Pescado-Harlekinkröte auf eine Liste mit den hundert am stärksten bedrohten Tierarten der Welt.

Zuchtprogramme sollen das Überleben der Art sichern

Schutzgebiete allein reichen bei vielen Harlekinkröten nicht aus. Forschende aus Ecuador starteten deshalb ein Zuchtprogramm in menschlicher Obhut.

Sie brachten einige Tiere in sichere Terrarienanlagen und zogen Nachwuchs groß. Aus dieser Arbeit entstand ein internationales Netzwerk für den Erhalt der Art.

Auch die Initiative Citizen Conservation beteiligt sich an diesem Programm.

Zusammenarbeit von Zoos und engagierten Privathalter:innen

Citizen Conservation verbindet Zoos mit engagierten Privathalterinnen und Privathaltern. Die Initiative verteilt Tiere aus Erhaltungszuchten auf viele geeignete Haltungen. So wächst die Zahl sicherer Bestände.

Viele der Engagierten bringen Erfahrung, Zeit und Platz mit. Zoos steuern Fachwissen, Infrastruktur und internationale Zusammenarbeit bei. Gemeinsam erhöhen beide Seiten die Chance, bedrohte Arten langfristig zu erhalten.

Die Rio-Pescado-Harlekinkröte zeigt, wie wichtig diese Zusammenarbeit ist. Ohne solche Zuchtprogramme würde die Art vermutlich bald verschwinden.

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