
Das „0+1 Festival“ lädt vom 5. bis zum 29. Oktober 2026 zu seiner sechsten Ausgabe an verschiedenen Spielorten in Dortmund ein. Unter dem diesjährigen Leitmotiv begreifen die Initiator:innen die Liebe nicht allein als privates Gefühl, sondern als verbindende, politische Kraft zur Stärkung der Demokratie. Das Programm umfasst elf kostenfreie Veranstaltungen, darunter Lesungen, Fachforen, Live-Podcasts und kulinarische Bühnengespräche. Interessierte Bürger:innen können die Debatten unter anderem in der Stadt- und Landesbibliothek, im Literaturhaus und im Rathaus verfolgen.
Bekannte Autor:innen eröffnen das Programm mit Debüts und Lesungen
Den Auftakt der Kulturreihe bildet am Montag, 5. Oktober 2026, eine Lesung in der Stadt- und Landesbibliothek am Max-von-der-Grün-Platz. Die Autorin Şeyda Kurt stellt dort um 19:30 Uhr ihr Romandebüt „Zeit der Monster“ vor, das nach neuen Wegen des Zusammenlebens im gesellschaftlichen Umbruch fragt. Die Moderation des Abends übernimmt die Journalistin Fatima Khan.

Auch an den folgenden Terminen stehen prominente literarische Stimmen auf dem Spielplan des Festivals. Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, liest Aljosha Muttardi im Literaturhaus aus seinem Werk über persönliche Scham, Leistungsdruck und gesellschaftliche Erwartungen.
Ein weiterer literarischer Höhepunkt folgt am Montag, 19. Oktober 2026, mit der Bestsellerautorin Dana Vowinckel und ihrem zweiten Roman „Anton und Alma“.
Zusätzlich setzt das Festival auf unkonventionelle Formate wie Live-Podcasts und kulinarische Begegnungen. Am Mittwoch, 7. Oktober 2026, spricht Reality-TV-Teilnehmerin Wandi Wrede im BierCafé West beim gemeinsamen Kochen über Selbstliebe und Rollenbilder. Den Abschluss bildet dort am Donnerstag, 29. Oktober 2026, der Bestsellerautor Daniel Schreiber, der das Thema Liebe gesellschaftspolitisch neu verortet.
Fachforen und Debatten beleuchten strukturelle Schieflagen
Neben literarischen Stoffen widmet sich die Veranstaltungsreihe gezielt historischen und gegenwärtigen Formen von Diskriminierung. Am Freitag, 16. Oktober 2026, richtet das Festival im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek einen Fachtag zur Erinnerungsarbeit von Rom:nja und Sinti:zze in der NS-Zeit aus. Am Abend desselben Tages stellt die Autorin Madeline Potter ihr Buch über Widerstand und Überleben vor.

Ein generationenübergreifender Schwerpunkt liegt auf Angeboten für das jüngere Dortmunder Publikum. Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, überlässt das Kinder- und Jugendtheater an der Sckellstraße seine Bühne im Rahmen der Show „0 + 1 YoungStars“ vollständig Jugendlichen.
Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, zeigt das Kino im Dortmunder U das Filmprojekt „Evde kimse yok – Niemand zu Hause“ über Identität und Heimat.
Mit patriarchalen Denkmustern und Rollenbildern beschäftigt sich eine Diskussionsrunde am Montag, 26. Oktober 2026, im Dietrich-Keunig-Haus. Unter dem Titel „NORMPLUSULTRA*“ diskutieren der Kölner Fußballprofi Robin Afamefuna und Marie Köhler über Machtstrukturen und Solidarität. Die Veranstaltung fragt danach, wie Liebe als politisches Gegenmodell zu Ausgrenzung fungieren kann.
Das Dortmunder Rathaus wird zum Forum für Gerechtigkeit
Zum Finale wandert das Festival am Mittwoch, 28. Oktober 2026, direkt in die Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses am Friedensplatz. Die Journalistin Mareice Kaiser diskutiert dort mit dem Gynäkologen Dr. Mertcan Usluer und der Gewerkschafterin Agnieszka Jastrzębska. Das Podium widmet sich der Frage, welche Arbeitsbedingungen ein faires und solidarisches Gesundheitssystem benötigt.

Die Veranstalter:innen möchten mit den Angeboten konkrete Denkanstöße für ein widerstandsfähiges Gemeinwesen im Ruhrgebiet liefern. Angesichts wachsender Polarisierung versteht sich die Reihe als offener Raum, der Menschen miteinander ins Gespräch bringt.
Das Konzept verbindet die Vermittlung von Grundwerten mit alltagsnahen Diskussionsrunden. Sämtliche Veranstaltungen des „0+1 Festivals“ sind für das Publikum grundsätzlich kostenfrei zugänglich.
Aufgrund der begrenzten Platzkontingente an den einzelnen Spielorten ist eine vorherige Online-Anmeldung jedoch zwingend erforderlich. Das detaillierte Gesamtprogramm sowie die Ticketreservierung stehen im Internet unter www.nullpluseinsfestival.de bereit.
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