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Kultur-, Sport- und Freizeitverein Vita e.V.: Bildungsangebot geht längst über die russische Samstagsschule hinaus 

Kultur-Sport-und-Freizeitverein Vita E.V. Foto: Dietmar Wäsche

Der Kultur-, Sport-und-Freizeitverein Vita e.V. ist in der Nordstadt zu Hause. Foto: Dietmar Wäsche

„Unsere Kinder sollen zweisprachig aufwachsen. Das bringt ihnen doch später im Berufsleben nur Vorteile“, sagt Valentina Grebenuk. Sie spricht von Deutsch und Russisch. Denn der Kultur-, Sport- und Freizeitverein Vita e.V., dessen Vorsitzende Valentina Grebenuk ist, bietet seit 2003 eine russische Samstagsschule an. Etwa 200 Kinder besuchen diese Schule.

In Dortmund leben vergleichsweise viele russischsprachige Familien

Im Vergleich zu vielen anderen Gebieten Deutschlands gibt es in Dortmund relativ viele russischsprachige Familien; darunter Kontingentflüchtlinge und Aussiedler.

Viele hadern mit ihrer alten Heimat – haben aber in der neuen Heimat Schwierigkeiten bei der Integration. „Unter diesem Druck leitet die Psyche der Kinder“, sagt Valentina Grebenuk.

Vita e.V. will deshalb mit der Samstagsschule nicht nur bilinguale Bildung vermitteln, sondern auch Integrationsarbeit leisten.

Unterricht gibt es schon für zweijährige Kinder

Der zweisprachige Unterricht beginnt schon im Alter von zwei Jahren. Die kleineren Kinder basteln jeden Samstag im Dietrich-Keuning-Haus. Sie lernen Farbkreise und die Bezeichnungen von Gemüse oder Jahreszeiten. Sommer also – oder лето.

Übungen in russischer Schrift folgen etwa ab dem elften Lebensjahr, wenn sich die Kinder zweisprachig mit Literatur oder Geschichte beschäftigen und dazu in die „Klassenräume“ des Vereins in der Bornstraße umziehen.

Der Verein unterrichtet auch Ballett, Gymnastik, Tanzen, Malen und Zeichnen

Um die Bildung und Betreuung der Kinder kümmern sich die sieben Mitglieder des Vereins sowie 23 Ehrenamtliche und Honorarkräfte, darunter auch Sozialpädagogen oder Lehrer.

Dabei geht das Vita-Anbot deutlich über die Samstagsschule hinaus. Seit 2004 bietet das Vita-Team nachmittags auch eine musikalische Abteilung, Ballett, Gymnastik, Tanzen, Malen und Zeichnen an. Auch schulbegleitende Nachhilfe gibt es, und anspruchsvolle Ausflüge und Fahrten, etwa nach Auschwitz.

Vita finanziert sein Angebot über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Kursgebühren

„Die Idee zu dem Zusatzangebot kam zu einer Zeit, als es die Offenen Ganztagsschulen mit ihrem Nachmittagsangebot noch nicht gab. Bildung und kulturelle Bereicherung in einer multikulturellen Gesellschaft waren die Leitlinien, die wir als Grundlage unserer Tätigkeit betrachteten“, sagt Tetyana Gadzhiyeva, Mitbegründerin von Vita e.V..

Finanziert wird das Angebot durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Kursgebühren. Das reicht gerade so eben. Kurse für Erwachsene gibt es deshalb nicht mehr. Dennoch sind die Räume von Vita immer noch Anlaufstelle für viele Mütter und Väter.

„Wir helfen, wo wir können“, sagt Valentina Grebenuk: bei der Schulauswahl, bei Erziehungsfragen, bei der Adresse von Ärzten oder auch bei einem Transitvisum nach Weißrussland.

„Wir sind kein russischer Verein, obwohl das viele glauben“

Aus über 20 Nationen stammen die Familien der Kinder, die das Nachmittagsangebot wahrnehmen. „Unser Angebot ist für alle Kinder offen. Denn wir sind kein russischer Verein, obwohl das viele glauben“, sagt Valentina Grebenuk.

Lediglich eine Kultur fehlt: Seitdem Vita e.V. im Jahr 2010 seine übers gesamte Stadtgebiet verstreuten Angebote gebündelt hat und in die 300 Quadratmeter großen Vereinsräume an der Bornstraße umgezogen ist, nimmt  nur noch ein deutsches Kind das Angebot wahr. „Die Deutschen haben leider Vorbehalte gegen die Nordstadt“, bedauert Valentina Grebenuk.

HINWEIS:

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  • Der Artikel von Claudia Behlau ist ein Beitrag aus dem Buch “Wir: Echt Nordstadt”.
  • Das Buch mit 106 Gruppenportraits ist kostenlos beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44147 Dortmund, erhältlich.
  • Mail: info@nordstadt-qm.de
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