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Kreuzfahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal: Stadt Dortmund lud ehrenamtliche SeniorenhelferInnen auf die Santa Monika II

Die Stadt Dortmund lud ihre ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu einer Schiffsfahrt ein.

Die Stadt Dortmund lud ihre ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu einer Schiffsfahrt ein. Fotos: Karsten Wickern

Von Gerd Wüsthoff

Als Anerkennung und Dank für ihren Einsatz lud der Fachbereich Seniorendienst der Stadt Dortmund seine ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu einer Kreuzfahrt mit der Santa Monika ein. In der Nordstadt versammelten sich die Reisenden, begrüßt von Reinhard Pohlmann, Bereichsleiter Fachdienst für Senioren der Stadt Dortmund. Nach einem geduldig über sich ergehen lassenden Gruppenfoto, bestiegen die ehrenamtlichen SeniorenhelferInnen den Ausflugsdampfer. Den KreuzfahrerInnen wurde an Bord durch die rustikale Küche der Santa Monika II auch kulinarisch reichlich für das leibliche Wohl  geboten.

Beide Seiten können von der Arbeit der Ehrenamtlichen profitieren

Die Stadt Dortmund lud ihre ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu einer Schiffsfahrt ein.

Ehrenamtlerinnen Regine Gottschalk (li) Rosi Schulze-Wischeler (re)

Nordstadtblogger.de war auf dieser, die Leistungen der SeniorenhelferInnen ehrenden Ausflugsfahrt, mit dabei und konnte sich mit EhrenamtlerInnen unterhalten. Rosi Schulze-Wischeler berichtete begeistert von der Betreuung einer dementen älteren Dame und den freudigen Erlebnissen mit ihrer Betreuungsperson.

„Sie glauben gar nicht, wie fit die Dame mittlerweile wieder ist. Am Ende unserer Spaziergänge, die nicht gerade mal um die Ecke sind, rennt sie fast den Berg hoch. Am Anfang meiner Betreuung sah das noch ganz anders aus!“

Schulze-Wischeler strahlte regelrecht während sie berichtete. „Ich mache das jetzt seit einigen Jahren, weil es mir zum einen gut tut, für meine Fitness und mein mentales Training, und weil ich etwas zurückgeben möchte. Es macht mich dankbar und demütig.“

„Ich kam aus der Pflege eines Familienangehörigen in das Ehrenamt. Ich fiel nach dessen Tod in ein Loch. Mein Arzt wollte mir Tabletten verschreiben, die ich aber nicht wollte. Und zeitgleich las ich einen Artikel über den Seniorendienst in der Zeitung. Ich habe mich beworben und wurde angenommen. Jetzt betreue ich einen Demenzkranken“, sagt Regina Gottschalk. Sowohl Gottschalk als auch Schulze-Wischeler hatten einen fröhlichen Glanz in ihren Augen, während sie über ihre Arbeit berichteten.

„Etwas der Gesellschaft zurückgeben“ ist einer der Haupt-Motivatoren der EhrenamtlerInnen 

Die Stadt Dortmund lud ihre ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu einer Schiffsfahrt ein.

Ehrenamtler Horst Witteborg

„Als ich Rentner wurde, wollte ich noch etwas tun und mich weiter sozial engagieren“, erklärt Horst Wilsberg.

„Ich habe dann zwei Jahre bei der Tafel Dortmund gearbeitet. War dann zwei Jahre bei der Caritas, bin jetzt seit drei Jahren bei der Stadt Dortmund in der Seniorenbetreuung und betreue einen Demenzpatienten.“

Ein weiterer Grund zur Motivation, neben einer weiteren Beschäftigung, nach dem Beginn der Rente ist für viele: „Die Freude und Dankbarkeit, die zurückkommt“, sagt Witteborg, stellvertretend für gleichlautende Antworten.

Stolz und Vorurteile: Unterschiedliche Beweggründe der EhrenamtlerInnen für ihre Tätigkeit

Ehrenamtlerin Brigitte Idem

Bei allem Engagement der Mehrheit waren auch etwas seltsame Beweggründe zu erfahren. So äußerte sich eine ehrenamtliche Betreuerin: „Ich will der Gesellschaft nichts zurückgeben. Ich habe für alles selber kämpfen müssen, und wollte schlicht nicht putzen gehen müssen.“ Und trotzdem muss die Dame mit Herz dabei sein, denn die Betreuung alter Menschen erfordert viel Engagement.

Zwei Damen betonten sogar, dass sie nicht in der Nordstadt eingesetzt werden wollen. Und äußerten als Grund ein alt bekanntes, scheinbar unausrottbares Vorurteil: „Da ist man nicht sicher.“

Ganz anderes war wieder von anderen befragten TeilnehmerInnen der Kanal-Kreuzfahrt zu erfahren. „Ich habe durch die Zeitung erfahren, dass Seniorenbetreuer gesucht werden. Das war jetzt vor zwölf Jahren. Ich ging damals in die Frührente und wollte noch was tun. Zuerst machte ich Tagespflege und jetzt Demenz-Betreuung“, berichtete Brigitte Idem sichtlich zufrieden. Wie auch Herr Odenholz, der durch eine Freundin zum Ehrenamt kam. „Ich habe während meiner Arbeit vor der Rente begonnen, mich weitergebildet dafür und einen Trainerbewegungsschein durch die Stadt Dortmund bekommen.“

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