Konfirmationen werden zweites Jahr in Folge auf Spätsommer verschoben – Konfi-Unterricht ist weiter nur online möglich

Fahren zum Weltjugendtag nach Polen: Jugendliche aus Dortmund mit Dekanatsjugendseelsorger Martin Blume (links).  Foto: „junge kirche dortmund“
Konfirmationen finden in diesem Jahr nicht ohne Abstand und Maske statt. Archivfoto: „junge kirche dortmund“

Von Jil Bastian

Konfirmand*innenfreizeiten fallen aus, der Unterricht findet online statt und die Feierlichkeiten werden höchstwahrscheinlich auf den Sommer verschoben – die jungen Menschen haben sich ihr Konfirmand*innenjahr ganz anders vorgestellt. Jede Gemeinde in Dortmund hat ein eigenes Unterrichtskonzept und setzt die Konfirmation unterschiedlich um. Konfifreizeiten und das Sammeln von Stempeln für den Gottesdienstbesuch finden aufgrund der Pandemie aktuell auch nicht statt.

Konfirmand*innenunterricht findet auf verschiedensten Wegen statt

Der Konfirmand*innenunterricht findet auch in diesem turbulenten Jahr trotz der Pandemie in manchen Gemeinden wie der Georgsgemeinde in Dortmund statt, jedoch haben viele von ihnen oftmals unterschiedliche Konzepte zur Umsetzung der Lehre erarbeitet. ___STEADY_PAYWALL___

Ein paar Gemeinden, wie die Kirchengemeinde Dortmund-Wickede, lassen die Konfirmationen sowie den Unterricht dieses Jahr ausfallen und werden im kommenden Jahr die doppelte Anzahl an Konfirmand*innen konfirmieren.

Im ersten Lockdown vor einem Jahr kam es vermehrt zu Ausfällen des Unterrichts. Die Kommunikation verlief überwiegend per Mail, jedoch besserte sich die Lage im Sommer, sodass wieder Präsenzlehre im Freien oder in besonders großen Räumen stattfinden konnte.

Seit dem zweiten Lockdown Anfang November erfolgt der Unterricht in den meisten evangelischen Gemeinden überwiegend über Videokonferenzen, sodass Gruppen nicht geteilt werden müssen, sondern alle zusammen am Unterricht teilnehmen können.

Neue Konfirmand*innen starten teils online, teils in Präsenz – noch mehr Zeit vorm Computer verbringen?

In ein paar Monaten beginnt für die nächste Gruppe von Konfirmand*innen der Unterricht. Ein Großteil der Dortmunder Gemeinden wünscht sich Unterricht in Präsenz, sodass sich die Jugendlichen vor Ort untereinander kennenlernen können, um Vertrauen zu schaffen und den Zusammenhalt zu stärken.

Rund 200 KonfirmandInnen setzten ein Zeichen für Toleranz, gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Fotos: VVK
Dortmunder Konfirmand*innen setzten sich ein für Toleranz, gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Archivfoto: VVK

Andere Gemeinden wie die Kirchengemeinde in Dortmund-Wickede ermöglicht den Jugendlichen durch Videokonferenzen Kennlern-Meetings, sodass keiner einem Infektionsrisiko ausgesetzt wird.

Die Dortmunder Kirchen haben im Bezug auf den Konfirmand*innenunterricht gemeinsame Rahmenbedingungen geschaffen, wie beispielsweise den Lehrplan, die Empfehlungen der Landeskirche in Bezug auf die Pandemie sowie die Konfirmandenordnung; jedoch hat jede Gemeinde beziehungsweise alle Pfarrer*innen jeweils ihr eigenes Konzept bezüglich des Konfiunterrichts in der Zeit des Lockdowns.

Der Austausch zwischen den Betreuer*innen und den Schüler*innen erfolgt überwiegend über Zoom, WhatsApp und per Mail, jedoch wird ebenfalls vermehrt die KonApp verwendet, die extra für die Konfirmand*innenarbeit entwickelt wurde. Durch diese können die Jugendlichen gut Gruppenarbeiten durchführen.

KonApp verbindet Konfirmand*innen und Gemeinde – Stempel für Gottesdienst von Zuhause sammeln

Die Deutsche Bibelgesellschaft entwickelte die App gemeinsam mit einem Projektteam und der Unterstützung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Jugendlichen haben Zugriff auf Bibeltexte des Alten sowie Neuen Testaments sowie Grundtexte des Glaubens. Zudem können sie ein Tagebuch mit Gedanken, Bildern, Videos sowie Bibelstellen füllen und durch einen Gruppenfeed mit der Gruppenleitung kommunizieren.

Da die Jugendlichen sich aktuell nicht vor Ort sehen können, versuchen die Gemeinden den jungen Menschen ein möglichst umfassendes Angebot zu bieten, indem sie Zoom-Andachten, Zoom-Spiele sowie gemeinsame Videoprojekte veranstalten. Zusätzlich bringt beispielsweise die Georgsgemeinde, welche sich aus drei Gemeindebezirken zusammensetzt, den Familien der Konfirmand*innen Ostertüten zuhause vorbei, um den Menschen Mut in dieser schwierigen Zeit zu machen.

Aufgrund der Pandemie finden aktuell keine Gottesdienste statt, sodass die Konfirmand*innen am Onlinegottesdienst teilnehmen können. Die Anzahl der Stempel, die bis zur Konfirmation erreicht sein muss, wurde reduziert, jedoch kann man diese aktuell wegen der fehlenden Präsenzveranstaltungen nicht kontrollieren.

Konfirmation 2021 findet wie im vergangenen Jahr erst im Spätsommer statt

Denkmal des Monats September 2020: das Grabkreuz in der Georgskirche. Foto: Ulrich Wemhoehner

Die Konfirmationsfeiern werden in diesem Jahr auf August beziehungsweise September verschoben werden. Die Konfirmationen werden beispielsweise in der Georgsgemeinde wie im vergangenen Jahr auf zwei Gottesdienste (samstags und sonntags) aufgeteilt, sodass die Anzahl der beteiligten Personen reduziert wird. Insgesamt werden in den drei Gemeinden sechs Gottesdienste gefeiert werden.

Die Georgsgemeinde hat das Glück mit ihren 550 Plätzen, wovon aktuell nur 90 genutzt werden dürfen, die zweitgrößte Kirche in Dortmund zu haben. Dadurch haben alle Konfirmand*innen das Recht, bis zu zehn Personen mitzubringen. Alternativen – wie beispielsweise Konfirmationen im Autokino – kommen für eine Vielzahl der Gemeinden nicht in Betracht, da der Bezug zur Kirche nicht gegeben ist.

Neben Orgelmusik sind Gesang von Solisten sowie Blasmusik mit großem Abstand möglich. Zukünftige Konfirmand*innen können sich bei der Gemeinde nicht vor Ort vorstellen, sodass ein Video-Vorstellungsgottesdienst geplant ist. Die jungen Menschen aus der Georgsgemeinde haben am kommenden Palmsonntag (28.März) einen Video-Vorstellungsgottesdienst selbstständig kreiert, den man sich auf Youtube auf der Seite der Georgsgemeinde anschauen kann.

Konfifreizeiten finden in nächsten Monaten nicht statt

Für Personen, die keinen Zugang zu der Plattform haben, gibt es die Chance, eine „Vorstellungs-Ausstellung“ am Samstag sowie Sonntag in der Georgskirche zu besuchen. Die Konfirmand*innenfreizeiten konnten im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie nicht stattfinden und es gab auch keine Alternativen. Wenn in diesem Jahr wieder Fahrten möglich sind, werden die Konfirmand*innen der Georgsgemeinde das Angebot wieder nutzen dürfen, falls es mit dem Infektionsgeschehen vereinbar ist.

Die Gemeinde Dortmund-Wickede wird ebenfalls keine Freizeit in diesem Jahr anbieten, da sie die Pandemieentwicklung für zu riskant einstuft; jedoch können sie sich eine Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Die Anmeldungen der Konfirmand*innen für die Konfirmation im kommenden Jahr sind nicht zurückgegangen, bestätigte der Leiter des evangelischen Kinder- und Jugendzentrums in Dortmund Wickede, Marco Arndt.

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