Woher kommt eigentlich mein T-Shirt?

Jugendliche präsentieren zur Museumsnacht im MKK Workshopergebnisse im eigenen Pop-up-Store

Unter professioneller Anleitung haben die Schüler*innen der Emscherschule Aplerbeck Upcycling-Kleidungsstücke und Taschen produziert. Foto: Selfiegrafen

Deutschland produziert jährlich 391.752 Tonnen Textilabfall. Große Modeketten werfen bis zu zwölf Kollektionen pro Jahr auf den Markt. T-Shirts kosten mitunter lediglich 3,95 Euro. Wie funktioniert die Fashion-Industrie? Wer verdient an der Billigmode? Wer bezahlt am Ende – nicht nur an der Ladentheke oder im Online- Store, sondern auch mit seiner Gesundheit? Jugendliche der Jahrgangsstufen 8 und 9 haben sich in zwei Workshop-Reihen mit Nachhaltigkeit in der Mode beschäftigt. Sie haben die komplexen Zusammenhänge von Produktion, Herstellung und Vermarktung erkundet und ihr eigenes Konsumverhalten hinterfragt.

Upcycling-Produkte im eigenen Store zur Museumsnacht am 18. September

Zur Museumsnacht werden die Ergebnisse der Workshops im MKK präsentiert. Fotos: Selfiegrafen

Unter professioneller Anleitung haben die Schüler*innen der Emscherschule Aplerbeck Upcycling-Kleidungsstücke und Taschen produziert, Fotoshootings gemacht und Labels entwickelt.

Die Ergebnisse präsentieren sie jetzt im ebenfalls selbst gebauten Pop-Up-Store im Rahmen der Dortmunder Museumsnacht am 18. September 2021 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund.

„Mode spielt bei jungen Menschen eine wichtige Rolle. Sie ist identitätsstiftend und verleiht das Gefühl von Zugehörigkeit“, sagt Melissa Ozguneyli, die als Studentin das Projekt unterstützt. Entwickelt haben re//MATCH Iris Wolf und Jörg Meier. Das Duo verwirklicht als „Selfiegrafen“ Projekte der Kulturellen Bildung. Das Ziel: künstlerisch-kreative Teilhabe mit aktuellen gesellschaftlichen Themen zu verbinden.

„Die Jugendlichen waren mit so großer Begeisterung bei der Sache, dass sie auf Pausen verzichtet haben, um an ihren Projekten weiterzuarbeiten“, berichtet Iris Wolf. Und das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Gewinnmaximierung, Umweltbelastung und Arbeitssoziologie sei im Tun gewachsen.

Projekt musste pandemiebedingt angepasst werden: Online- und Präsenzaktionen

Die Arbeiten wurden in Gruppen aufgeteilt. Foto: Selfiegrafen

Durch die sich stets verändernde Pandemielage erforderte auch die Durchführung des Projekts viel Kreativität bei den Macher*innen. Ein Kick-off-Meeting wurde kurzerhand für das Online-Portal Padlet adaptiert.

In kleinen Filmen präsentierten die Workshopleiter*innen anschaulich, womit sich die Jugendlichen in den folgenden Wochen beschäftigen würden: 

Eine Gruppe widmete sich vor den Sommerferien der Herstellung von selbst entworfenen T-Shirts, entwickelte Logos und erstellte Produktfotos. Eine weitere Gruppe startete nach den Sommerferien mit der Kreation eigener Taschen, gestaltete Einladungskarten und ein Faltplakat, das Informationen zum Projekt vermittelt.

Coole Modefotos vom Recyclinghof Wambel

Professionelles Fotoshooting auf einem Recyclinghof in Dortmund-Wambel. Foto: Selfiegrafen

Ein Modeshooting verbanden die Selfiegrafen mit dem Besuch eines Recylinghofs – ein originelles Setting für die Fotos, aber auch ein besonderer Lernort, um zu zeigen, wo Berge von Billigkleidung häufig landen.

Für den Pop-up-Store bastelten die Jugendlichen aus Schaschlikspießen und Pappe zunächst Modelle. Das Original aus Dachlatten und Rundhölzern wird zur Museumsnacht im Museum für Kunst und Kulturgeschichte aufgebaut, wo auch die Präsenzworkshops mit den Schüler*innen stattfanden. 

Jörg Meier: „Die spannende Ausstellung bot uns die Möglichkeit, Themen rund um die Fast Fashion mit konkreten Objekten oder Bildern zu verbinden.” So sammelten die Schülerinnen und Schüler in einer besonderen Museumsrallye Informationen zu Materialien, Herstellung, Verarbeitung, Ressourcenverbrauch und Arbeitsbedingungen und „erliefen“ sich ganz nebenbei die Dauerausstellung des Museums.

Mit großer Spannung erwarten die Jugendlichen die Eröffnung ihres Stores – als re//MATCH-Influencer geben sie ihr Wissen auf diese Weise an die Besucher*innen gern weiter. Interessierte können sich für die Museumsnacht unter www.dortmunderdewmuseumsnacht.de anmelden.

Das Projekt wird vom Fonds Soziokultur, Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, Kulturbüro Dortmund und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert.

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