Großzügige Spende erleichtert den Ärzten die Arbeit bei der kostenlosen Zahnarztbehandlung im Gast-Haus

Durch eine Spende in Höhe von 10.000 Euro vom DOZV verfügt die Zahnarztpraxis im Gast-Haus nun über eine eigene mobile Behandlungseinheit und eine Absauganlage, wodurch die chirurgische Tätigkeit immens erleichtert wird.

Von Hannes Czech

Der Dortmunder  Zahnärzteverein e.V. (DOZV) unterstützt das Gast-Haus durch die Finanzierung einer mobilen Zahnarzt-Einheit und einer mobilen Absauganlage. Seit 2005 wird im Gast-Haus  auch eine medizinische Behandlung für Obdachlose, Wohnungslose und Menschen in prekären Lebenssituationen angeboten, die stets erweitert wurde. Vor zweieinhalb Jahren wurde die zahnärztliche Versorgung durch den Dortmunder Zahnarzt Leonard Müller ins Leben gerufen. Die behandelnden Zahnärzte engagieren sich für die Notleidenden Patient*innen ohne Versicherungsstatus und schaffen dadurch eine zentrale Anlaufstelle für die zahnärztliche Behandlung von Obdachlosen in Dortmund.

Ehrenamt aus Überzeugung – Da helfen wo man kann, denn es gibt viele, denen es schlechter geht als einem selbst 

V.l: Dr. Bernd Walter, Beisitzer DOZV, Steffi Gruner, Zahnärztin, Leonard Müller, Zahnarzt, Wilhelm Scheidtmann Zahnarzt. Fotos (2): Hannes Czech

Das Team um Leonard Müller besteht aus zwei weiteren Zahnärzt*innen und zwei Sprechstundengehilfin*innen, die ehrenamtlich jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat ab 15 Uhr Patient*innen behandeln. ___STEADY_PAYWALL___

Das Angebot werde gut angenommen und in den letzten sechs bis acht Wochen kamen ca. 30 Patient*innen. Im Querschnitt würden überwiegend Schmerzpatient*innen kommen und Menschen, die eine Beratung brauchen. Die Seltenheit machen Patient*innen aus, die prophylaktisch kommen.

Zudem hat der selbstständige Dentaltechniker Klaus Stadtler  das Projekt betreut und wird weiterhin bei technischen Fragen ehrenamtlich zur Verfügung stehen. Er helfe gerne, denn: „Es gibt viele Menschen die nicht auf der Sonnenseite des Lebens sind“, so Stadtler. Er hilft nicht nur bei technischen Fragen. Auch bei der Anschaffung von Geräten konnte er, dank Kontakten in die Industrie, Einkaufspreise weitergeben.

Chirurgische Arbeit wird durch die neue Technik stark erleichtert

Dr. Leonard Müller behandelt einen Patienten. Foto: Leonard Müller

Außerdem wurde die Aufbereitung und Sterilisation der Instrumente durch die kath. St.-Johannes-Gesellschaft Dortmund gGmbH freundlicherweise übernommen, was für die Zahnärzt*innen eine große Erleichterung sei, da dies nun nicht mehr in der Praxis von Leonard Müller geschehen müsse.

Um den Patient*innen eine adäquate Behandlung  zukommen zu lassen,  habe es bisher allerdings an einer zahnärztlichen mobilen Behandlungseinheit und der dazu gehörigen Absauganlage gefehlt. Nicht immer habe die mobile Einheit aus der Zahnarztpraxis von Leonard Müller oder der Praxis Dr. Kiszka zur Verfügung gestellt werden können.

Umso erfreulicher sei dann die Zusage des Dortmunder Zahnärztevereins gewesen, dem Gast-Haus die Anschaffung dieser Geräte mit einer großzügigen Spende zu ermöglichen. Dadurch ist nun eine professionelle Behandlung vor Ort unter guten Bedingungen möglich. Die chirurgische Tätigkeit werde immens erleichtert und außerdem könne den Patient*innen durch vermehrt zahnerhaltende Maßnahmen geholfen werden, bis sie einen Versicherungsstatus erhalten.

Schlechter körperlicher Zustand schlägt auch auf das Gemüt – Patient*innen oft in schlechter Verfassung 

Das Gast-Haus an der Rheinischen Straße.

Oft muss eine schnelle und dauerhafte Lösung her, weil die Patient*innen meist keine Folgetermine wie in einer üblichen Zahnarztpraxis wahrnehmen. Übergeben wurde die Spende von Dr. Bernd Walter, Vorstandsmitglied des Dortmunder Zahnärzte e.V., an die Vertreter des  Gast-Hauses.

Heinrich Bettenhausen, Vorstandsvorsitzender des Gast-Hauses, freute sich sehr: „Wir danken dem Dortmunder Zahnärzte e.V. für diese großzügige Spende. Der Zustand der Zähne von unseren Gästen ist oft sehr schlecht. Das ist nicht nur eine Last für ihren Körper, sondern geht auch auf ihre Psyche. Dank dieser Spende und dem Einsatz unserer ehrenamtlich arbeitenden Zahnärzte können unsere Gäste jetzt noch besser behandelt werden. Das ist ein wahrer Gewinn für uns alle“.

Der “DOZV” besteht seit 1999. Seit 2003 kommt der Erlös der Altgold-Sammelaktion sozialen Einrichtungen für Dortmunder Kinder und Jugendliche zu Gute. Neben derFörderung sozialer Einrichtungen zählen die kompetente Patienteninformation, der fachliche Informationsaustausch und gemeinsame Fortbildungsmaßnahmen zu den Zielen des Vereins. Online informiert der Verein ausführlich und aktuell über die Altgold-Sammelaktion sowie über alle an der Aktion teilnehmenden Zahnärzte.

 

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