Marcus Weichert wird ab Februar Nachfolger von Dr. Regine Schmalhorst

Große Herausforderung: Dortmunds Jobcenter-Chefin wechselt in die Zentrale nach Nürnberg

Marcus Weichert ist der Nachfolger von Dr. Regine Schmalhorst an der Spitze des Dortmunder Jobcenters.
Marcus Weichert ist der Nachfolger von Dr. Regine Schmalhorst an der Spitze des Dortmunder Jobcenters. Foto: Alexander Völkel für die nordstadtblogger.de

Wechsel an der Spitze des Dortmunder Jobcenters: Ende Januar wechselt die amtierende Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, Dr. Regine Schmalhorst, in die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit nach Nürnberg. Ihr Nachfolger ist schon da: Marcus Weichert wird die ebenso spannende wie fordernde Aufgabe in Deutschlands viertgrößten Jobcenter übernehmen.

Geschäftsführerin für den Bereich Förder- und Geldleistungen in der Zentrale in Nürnberg

„Ich gehe ganz schweren Herzens. Aber es ist auch eine Riesen-Chance, die ich nun ergreife“, sagt Dr. Regine Schmalhorst im Gespräch mit Nordstadtblogger. Denn sie wird zum 1. Februar 2023 Geschäftsführerin für den Bereich Förder- und Geldleistungen in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. 

Lebenslanges Lernen - auch im Beruf sind Qualifizierungen möglich.
Lebenslanges Lernen – auch im Beruf sind Qualifizierungen möglich – das bietet neue Chancen. Foto: Alexander Völkel für die nordstadtblogger.de

Dort wird sie das Leistungsrecht, die Einführung des Bürgergeldes in den Jobcentern sowie Digitalisierungs-Themen in ihrem Verantwortungsbereich haben: „Ich kann das tun, was mir echt am Herzen liegt und kann auf Bundesebene den Leistungsbereichen mehr Bedeutung geben, aber auch den operativen Services“ sagt sie mit Blick auf die Anstrengungen in den vergangenen 3,5 Jahren in Dortmund.

Im Mittelpunkt steht für sie die Frage des Umgangs mit den Kund:innen. Ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, wie bei der Einführung des Bürgergeldes gefordert, sei in Dortmund ja gelebte Praxis. Und was eine so kurzfristige Einführung wie die des Bürgergeldes – am 25. November 2022 wurden die Details erst im Vermittlungsausschuss entschieden und dann zum 1. Januar 2023 das Gesetz gestartet – für ein Jobcenter an der Basis bedeutet, hat sie ja hautnah miterlebt. 

Die Bescheide sollen einfacher werden und kundenfreundlicher

Gleiches gilt für den kurzfristigen Zuständigkeitswechsel der Geflüchteten aus der Ukraine von den Sozialämtern zu den Jobcentern oder auch die Bewältigung der Corona-Pandemie. All diese Krisenthemen hat sie an der Spitze der Behörde in hautnah Dortmund miterlebt und geneinsam mit ihrem Team und anderen Akteur:innen flexibel reagiert. 

Dr. Regine Schmalhorst ist Geschäftsführerin des Dortmunder Jobcenters.
Dr. Regine Schmalhorst ist bis Ende Januar Geschäftsführerin des Dortmunder Jobcenters. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

„Ich nehme einen ganz großen Erfahrungsschatz mit“, so Schmalhorst – diese Praxiserfahrung von der Basis soll auch in der Zentrale in Nürnberg Orientierung geben. Schließlich ist Dortmund keine kleine Behörde, sondern das viertgrößte Jobcenter Deutschlands. 

An der weiteren Ausgestaltung des Bürgergeldes will sie dann getreu dem Motto „Nach dem Gesetz ist vor dem Gesetz“ in neuer Funktion mitwirken. Ein Thema, was ist dabei am Herzen liegt: Die Bescheide von Jobcenter und Arbeitsagentur sollen einfacher werden und kundenfreundlicher. 

„Das nehme ich auch mit. Denn einen Bescheid von uns versteht keiner und die Sprache ist nicht freundlich“, so Schmalhorst. „Jetzt ist die Tür offen – das werde ich auf  Bundesebene gemeinsam mit dem Vorstand und Kolleg:innen versuchen“, verspricht die scheidende Dortmunder Jobcenter-Chefin.

Bürgergeld als Chance: Fokus auf Weiterbildung und Qualifizierung

Begegnung auf Augenhöhe: Die Bescheide von Jobcenter und Arbeitsagentur sollen einfacher werden und kundenfreundlicher. 
Begegnung auf Augenhöhe: Die Bescheide von Jobcenter und Arbeitsagentur sollen einfacher werden und kundenfreundlicher. Foto: Alexander Völkel für die nordstadtblogger.de

Ist das Bürgergeld denn nun der große Wurf oder doch nur eine Fortschreibung von „Hartz IV“ mit anderen Mitteln etwas höheren Beträgen? Ihr Vorgänger im Amt, Frank Neukirchen-Füsers, hatte in seinem Abschiedsinterview bei Nordstadtblogger noch die Abschaffung von Hartz IV gefordert. 

Dazu äußert sich Schmalhorst zurückhaltender – schließlich hat das Dortmunder Jobcenter gemeinsam mit anderen Behörden an der Neugestaltung mitgewirkt. Diese Beteiligung der Basis war ein Novum. Daher verweist sie vor allem auf die zahlreichen Verbesserungen.

„Den Begriff Hartz IV mag ich ja garnicht. Es geht darum, Grundsicherung zu gewährleisten und Perspektiven für die Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln“, so Schmalhorst. Das Bürgergeld neue Bürgergeld sei dabei eine große Hilfe, da der Fokus viel stärker auf Weiterbildung und Qualifizierung liege. 

„Die Menschen sollen die Zeit bekommen, die sie brauchen, um sich beruflich zu orientieren. Und man muss ehrlich sein – nicht jeder wird zu integrieren sein. Auch das ist Bestandteil des Bürgergeldes.“

„Dortmund hat viel zu bieten und einen spannenden Arbeitsmarkt“

Marcus Weichert ist neuer Chef des Dortmunder Jobcenters.
Marcus Weichert wird ab 1. Februar neuer Chef des Dortmunder Jobcenters und freut sich auf die neue Aufgabe. Foto: Alexander Völkel für die nordstadtblogger.de

Um diese neuen Aufgaben wird sich ab 1. Februar in Dortmund ihr Nachfolger kümmern: „Der Neue ist im Anflug – ich komme dann öfter“, sagt Marcus Weichert bei der Jahrespressekonferenz von Agentur und Jobcenter in Dortmund mit einem Lächeln. Anders als bei früheren Wechsel gibt es dieses Mal keine Vakanz, sondern sogar eine Einarbeitung durch die Vorgängerin. 

Der gebürtige Berliner ist 47 Jahre, verheiratet, hat zwei kleine Kinder, hat Rechtswissenschaften studiert und seit 2014 bei der Bundesagentur für Arbeit. Unbedarft ist der „Neue“ deshalb nicht und kennt auch die Region schon aus seiner Zeit, als er 2015 bis 2018 die Agentur für Arbeit in Hagen geleitet. 

Zuletzt war er Geschäftsführer Interner Service der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Berlin-Brandenburg. Jetzt ist er zurück im Ruhrgebiet und übernimmt das Dortmunder Jobcenter. Er freut sich auf die Aufgabe: „Dortmund hat viel zu bieten und einen spannenden Arbeitsmarkt.“ Ziel sei es weiter gemeinsam die Chancen zu entwickeln und zu nutzen, gemeinsam mit den anderen Akteur:innen vor Ort.

Darauf freut sich auch Arbeitsagentur-Chefin Heike Bettermann: „Frau Schmalhorst, ich werde sie vermissen. Aber ich bin froh, dass Sie nach Nürnberg gehen. Denn auch im SGB III (Anm. d. Red.: beim Arbeitslosengeld) brauchen wir einen Umgang auf Augenhöhe und einfachere Bescheide“, gibt sie Schmalhorst mit auf den Weg. „Herr Weichert, Sie müssen sich anstrengen“, scherzt Bettermann und freut sich darauf, dass die gemeinsame Arbeit ebenso erfolgreich weitergehen kann.

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