Gemeinsame Erklärung gegen „Offene Abende“: Schluss mit Nazitreffen in Dortmund-Dorstfeld

Das Bündnis BlockaDO ruft zu monatlichen Aktionen auf

Vier große Transparente mit Aufschriften wie „Nazis bekämpfen“ wurden auf dem Wilhelmplatz hochgehalten.
Bunte Transparente auf dem Wilhelmplatz: An jedem letzten Freitag des Monats soll es Gegenaktionen zu den Nazitreffen geben. Foto: Paulina Bermúdez

Seit geraumer Zeit finden am letzten Freitag eines jeden Monats in der Thusneldastraße in Dortmund-Dorstfeld sogenannte „Offene Abende“ statt. Dort werben Neonazis der „Heimat Dortmund“ gezielt um Nachwuchs, sprechen Jugendliche an und bieten Anhänger*innen ihrer Partei einen festen Anlaufpunkt. Hintergrund ist, dass jahrelanges antifaschistisches Engagement sowie der Wegzug zahlreicher Neonazi-Kader Spuren hinterlassen haben und die Szene unter Druck geraten ist.

Ziel: „Gemeinsam klare Kante gegen das Treiben der Neonazis“

Aus diesem Anlass hat sich auf Initiative des Bündnisses BlockaDO – gemeinsam gegen Nazis ein neuer Zusammenschluss gebildet. Gruppen und Organisationen aus der Dortmunder Stadtgesellschaft wollen dem Treiben der Neonazis in Dorstfeld nicht länger tatenlos zusehen. Gemeinsam verfassten sie eine Erklärung und verabredeten für 2026 monatliche Aktionen, die sie gegenseitig unterstützen wollen.

Die Neonazis haben den Raumkampf im Dortmunder Westen intensiviert und reklamieren Dorstfeld und zunehmend auch Marten für sich.
In der Thusneldastraße in Dortmund-Dorstfeld finden seit geraumer Zeit sogenannte „Offene Abende“ statt. Archivfoto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

In der Erklärung heißt es unmissverständlich: „Wir, die unterzeichnenden Gruppen und Organisationen, rufen dazu auf, sich an jedem letzten Freitag des Monats in Dorstfeld für Gegenaktionen zu versammeln. Wir zeigen dort gemeinsam klare Kante gegen das Treiben der Neonazis der ‚HEIMAT Dortmund‘. Seid dabei! Jede:r kann mitmachen! Denn Dortmund ist bunt, laut und voller Leben – und das bleibt so!“

Auch die Erstunterzeichner:innen finden deutliche Worte. „Dank des unermüdlichen Engagements vieler über Jahre hinweg ist es gelungen, neonazistische Strukturen in Dortmund zurückzudrängen“, heißt es in der Erklärung. Die einstigen Kader seien weggezogen, weil sie in Dortmund keine Zukunft für ihre menschenverachtende Gesinnung gesehen hätten. Das sei ein Erfolg der Zivilgesellschaft und zeige: „Gemeinsam sind wir stärker!“

Auftakt der geplanten Aktionen mit einer Kundgebung am 30. Januar 2026

Die gemeinsame Erklärung sowie eine Liste der beteiligten Organisationen und Gruppen sind auf www.blockado.info veröffentlicht. Weitere Unterstützer:innen sind ausdrücklich eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen und die Liste zu erweitern.

Den Auftakt der geplanten Aktionen macht BlockaDO im Jahr 2026 mit einer Kundgebung am Freitag, 30. Januar. Beginn ist um 18.30 Uhr auf dem Wilhelmplatz in Dortmund-Dorstfeld. Der entsprechende Aufruf ist ebenfalls auf www.blockado.info zu finden.

BlockaDO-Sprecherin Iris Bernert-Leushacke betont die Bedeutung der regelmäßigen Präsenz: „Wir können mit wiederholter Präsenz verhindern, dass Jugendliche und Interessierte, die sich ein Bild von der Neonazi-Szene machen wollen, das still und heimlich tun können, ohne gesehen zu werden.“ Ungestörte Neonazi-Treffen, um sich neu zu organisieren, dürfe es nicht geben: „Das können wir nicht hinnehmen.“


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Reaktionen

  1. Protest gegen Nazitreffen in Dortmund Dorstfeld (PM Offenes Treffen gegen Rechts)

    Das Offene Treffen gegen Rechts Dortmund (OTGR) ruft gemeinsam mit der Grünen Jugend Dortmund und weiteren zivilgesellschaftlichen Gruppen zu einer Protestkundgebung am 27. Februar von 18:30 bis 20:00 Uhr auf dem Wilhelmsplatz in Dortmund-Dorstfeld auf. Anlass sind die zeitgleich stattfindenden „Offenen Abende“ der rechtsextremen Partei Die Heimat, die gezielt Nachwuchs, insbesondere Jugendliche, ansprechen sollen. Dagegen ruft das Bündnis zum gemeinsamen Protest auf, geplant sind Live-Musik, Infostände, künstlerische Beiträge, Waffeln, Tee und Reden.

    „Dorstfeld gehört nicht den Nazis und das wollen wir zeigen“ sagt eine Sprecherin des Offenen Treffens gegen Rechts. „Das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Hass, Ausgrenzung und menschenfeindliche Gesinnungen ist in Dortmund stark und erfolgreich, und das wird auch so bleiben. Wir kommen zusammen, zeigen Präsenz und feiern diesen Stadtteil – und rufen dazu auf, mit uns zu zeigen: Gemeinsam sind wir stärker!“

    Das Offene Treffen gegen Rechts Dortmund ist eine breite Vernetzung von Einzelpersonen und Vertreter*innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen. Das gemeinsame Ziel ist es, sich gemeinsam gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck und die AfD als parlamentarischen Arm der extremen Rechten zu stellen. Das Treffen bietet insbesondere neuen Engagierten einen niedrigschwelligen Einstieg in die politische Arbeit vor Ort. Gleichzeitig stärkt es den Austausch, die Zusammenarbeit und die gegenseitige Unterstützung bestehender Initiativen in Dortmund.

    Beteiligt sind der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Technischen Universität (TU) Dortmund, die Autonome Antifa 170, Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Dortmund, Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Dortmund Innenstadt-West, das Bündnis Dortmund gegen Rechts, BlockaDO – gemeinsam gegen Nazis, Die Linke Bezirksgruppe Dortmund Innenstadt-West, Die Linke Kreisverband Dortmund, die GRÜNE JUGEND Dortmund, die Jusos Dortmund, die Naturfreund:innen Dortmund Nord e. V., Nordstadt gegen Nazis – Solidarität verbindet, OMAS GEGEN RECHTS Dortmund-West, das Offene Treffen gegen Rechts Dortmund (OTgR), Quindo e. V. und das Projekt Quartiersdemokraten, Rhythms of Resistance im Pott (RoR Pott), die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, Unterbezirk Dortmund (SJD – Die Falken UB Dortmund), ver.di Westfalen sowie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Dortmund (VVN-BdA Dortmund).

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