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Gegen Umweltverschmutzung und für ein schöneres Viertel – Initiative „Sauber! Hafen“ sammelt Müll im Blücherpark

Bei der Müllssammelaktion gab es auch Zeit für einen kleinen Plausch mit Parkbesucher*innen. Fotos: Klaus Hartmann

Von Alix von Schirp

Umweltverschmutzung wird an immer mehr Orten ein immer größeres Problem. So auch im Blücherpark im Dortmunder Hafenquartier. Doch nicht nur die EDG kann dagegen etwas unternehmen. Das zeigen unter anderem Teilnehmende einer Müllsammelaktion einer Nachbarschaftsinitiative.

Mitgestaltung verbindet für ein lebenswertes sowie liebenswertes Viertel

Dieter Schmidt, Mitorganisator der Sammelaktion

„Sauber! Hafen“, so heißt eine Initiative im Hafenquartier. Dabei steht das „Sauber“ nicht für zum Beispiel Müll- oder Graffitifreiheit, sondern für die im Ruhrpott geläufige Ausdrucksweise mit der Bedeutung „gut gemacht“, so wie in „Sauber Jungs!“. Müllfreiheit war allerdings das Ziel einer Aktion der Initiative am vergangenen Freitag (11.06.2021) im Blücherpark. ___STEADY_PAYWALL___

So fanden sich Anwohner*innen und auch Besitzer*innen von ansässigen Geschäften um 17 Uhr zusammen, um mit Zange und Müllsack bewaffnet durch den Park und die anliegenden Straßen zu gehen und Müll aufzusammeln. „Es wäre schön, wenn wir unser Umfeld l(i)ebenswerter halten könnten“, so Dieter Schmidt, einer der Organisator*innen der Aktion und Mitbegründer der Initiative.

Gestartet hatte die Initiative mit der Begrünung von Baumscheiben. „Die Leute sollen sich ja wohlfühlen, dann machen sie auch was für’s Viertel“, so Schmidt, denn: Mitgestaltung verbindet. So machen Kinder zum Beispiel ihre Eltern aufmerksam, nicht über die begrünte Baumscheibe zu laufen, da dort eigens gepflanzte Pflanzen wachsen, beschreibt der Organisator.

Mit gutem Beispiel voran: Zuvor Unbeteiligte beteiligen sich spontan an Müllsammlung

Die Gruppe „Sauber! Hafen“ säubert den Blücherpark

Auf die Nachfrage, was die Motivation an der Teilnahme bei der Aktion sei, antwortet Malte es sei eine „gute gemeinsame Aktion. Ich mag es, wenn Leute das Viertel gemeinsam gestalten.“ Er selbst komme aber gar nicht aus dem Hafenviertel, sondern aus dem Unionviertel. Von der Aktion erfahren habe er durch einen Verteiler.

Auch Christoph findet: „Es ist vernünftig, das zu tun.“ Die Aktion wird das Problem nicht lösen, glaubt er, aber sie zeigt es auf, denn: „Der Müll stört ja schon“, sagt er, während er mit seiner Zange Zigarettenstummel aufsammelt.  Auch findet er, es gäbe zu wenige Mülleimer.

Ein wenig selbstorientierter ist Helgas Motivation: „Ich tue was Gutes für mich und die Umwelt und ich hoffe, dass sich ein paar Leute mehr Gedanken machen.“ Es sei wichtig mit gutem Beispiel voranzugehen so die 67-jährige Mitorganisatorin. Mit gutem Beispiel voran gegangen zu sein, scheint auch eine Gruppe, die vor einem nahe gelegenen Kiosk Müll aufsammeln wollte, woraufhin die Davorstehenden die Zange und den Müllbeutel mit den Worten „Das ist unser Müll, wir machen das schon“ selbst übernommen haben sollen. „Immer nur aufregen bringt nichts, man muss auch anpacken“, findet auch Dirk, einer der Teilnehmenden.

EDG holt mit Aufklebern versehenen Müll ab – weitere Aktionen sind in Planung

Klassischer Müll im Blücherpark: leere Durstlöscher, Coffee2Go-Becher und Capri-Sonnen-Verpackungen. Darüber hinaus haben die Teilnehmenden der Aktion aber auch kuriosere Funde gemacht, wie eine Barbiepuppe oder einen Stiefel. Auch Masken seien keine Seltenheit seit dem Beginn der Coronapandemie.

Das Ergebnis der zweistündigen Sammelaktion.

Um die Mülleimer mit den Sammlungen nicht zu überfüllen, bekommen Abfallpaten der EDG, wie auch „Sauber! Hafen“ einer ist, Greifzangen, Handschuhe und Müllsäcke gestellt. Ebenso bekommen die Paten Aufkleber, um die Müllsäcke zu kennzeichnen.

Denn die Abholung erfolgt mit der normalen Müllabfuhr, denn die Säcke von Sammelaktionen dürfen neben den Mülltonnen stehen. Damit sie aber als solche anerkannt werden, müssen es die zur Verfügung gestellten Säcke sein, auf denen je ein Aufkleber klebt.

Diese Aktion soll nicht die letzte gewesen sein, so Schmidt. So plane die Initiative für die Zukunft, auf Pizzerien zuzugehen, um gemeinsam eine Lösung für die vielen im Park liegenden halbvollen Pizzakartons zu finden. Die Essensreste locken Ratten an. Auch wollen die Akteur*innen anregen, den Mitnehmkaffee statt im Einmalbecher beispielsweise im Hafenbecher zu verkaufen.

Der Mitinitiator von „Sauber! Hafen“ findet, die Leute seien heutzutage schwer zu erreichen. Früher traf man sich in der Kirche, später dann in der Kneipe und heute, zu Zeiten des Internets, treffen sich die Nachbarschaften kaum noch. Eine Möglichkeit sieht Schmidt jedoch in der Plattform „nebenan.de“, einem Nachbarschaftsportal, über das sich auch die Initiative gründete.

 

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Die schönsten Fotos von der Sammelaktion
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