
Die Klimabewegung Fridays For Future protestiert morgen (24. April) in über 60 Städten in Deutschland gegen neue Erdgasprojekte und für konsequenten Klimaschutz. Auch in Dortmund findet eine Demonstration statt. Die Demo beginnt um 15.30 Uhr auf dem Friedensplatz. Nach einer Auftaktkundgebung zieht der Demozug über den Südwall mit einer Zwischenkundgebung vor der CDU Geschäftsstelle, außerdem über Westenhellweg und Königswall.
Kritik an Energiepolitik und Forderung nach Kurswechsel
Die Aktivist:innen von Fridays for Future kritisieren die energiepolitischen Pläne der Bundesregierung deutlich. Im Fokus steht dabei insbesondere die Haltung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie der geplante Ausbau fossiler Infrastruktur.

Malik Pätzold von Fridays for Future Dortmund erklärt: „Wirtschaftsministerin Katherina Reiche verschließt stur die Augen vor der Realität. Die Klimakrise bedroht weltweit Milliarden von Menschenleben und der Krieg im Nahen und Mittleren Osten könnte nicht deutlicher zeigen, wie gefährlich unsere Abhängigkeit von fossilen Energien ist.“
Eine nachhaltige Krisenstrategie müsste auf den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien und eine Reduktion fossiler Abhängigkeiten setzen. Stattdessen möchte Katherina Reiche neue Gaskraftwerke bauen und uns weiterhin abhängig von Autokraten im Nahen Osten halten. Das ist unverantwortlich und eine riesige Kostenfalle“, so Pätzold.
Konkret werfen die Aktivist:innen der Ministerin vor, neue Gaskraftwerke zu planen, die Wärmewende auszubremsen und neue Gasvorkommen in Deutschland erschließen zu wollen. Zudem arbeite das Wirtschaftsministerium an Gesetzesvorhaben, die den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich einschränken könnten.
Bundesweite Protestwoche – Demonstration in Dortmund
Die Aktion ist Teil einer deutschlandweiten Protestwoche gegen die fossilen Expansionspläne der schwarz-roten Bundesregierung. Bereits am vorangegangenen Wochenende hatten in Berlin, Hamburg, Köln und München mehr als 80.000 Menschen für den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien protestiert.

Malik Pätzold von Fridays for Future Dortmund betont: „Während schon heute überall auf der Welt Menschen unter Hitzewellen und Überschwemmungen leiden, heizt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in ihrem Gasrausch die Klimakrise immer weiter an. Neue Gaskraftwerke und Gasbohrungen sind teuer, dreckig und völlig überflüssig. Verlässliche günstige Energie ist nur mit den Erneuerbaren möglich. Katherina Reiche hat wieder und wieder deutlich gemacht, dass ihr die Klimaziele egal sind!“
Die Demo in Dortmund beginnt um 15.30 Uhr auf dem Friedensplatz mit einer Kundgebung. Anschließend zieht der Demozug über Hansastraße und Südwall zu einer Zwischenkundgebung vor der CDU Geschäftsstelle, danach weiter über Südwall, Kleppingstraße, Osten- und Westenhellweg und über den Königswall zum Platz der Deutschen Einheit.


Reaktionen
„Gegen die Gaskostenfalle, für bezahlbare Wärme“: Parents For Future Dortmund übergab fast 119.000 Unterschriften an Energiepolitikerin Jens Peick (SPD)
Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern aus Dortmund hat symbolisch einen Appell mit Unterschriften von fast 119.000 Menschen an Herrn Peick übergeben. Sie luden den Abgeordneten ein, sich im Bundestag für mehr Verbraucherschutz und bezahlbare Wärme im geplanten „Heizungsgesetz“ und damit für eine Abkehr von teurem Erdgas stark zu machen. Aktuell wird ein Entwurf des „Gebäudemodernisierungsgesetzes“ verhandelt und soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden.
Mit dieser Aktion will Parents for Future Dortmund daran erinnern, dass das Heizen mit Gas für viele Haushalte, auch in Dortmund, immer teurer wird. Fachleute des Fraunhofer Instituts IFAM gehen davon aus, dass sich die Heizrechnung für Millionen Haushalte, die nicht vom Gas zur Wärmepumpe oder in ein Nahwärme-Netz wechseln, in den nächsten zehn Jahren mehr als verdoppeln werden. Der Grund sind die Netzentgelte zur Instandhaltung lokaler Gasnetze, die sich auf weniger Gas-Kunden verteilen. Der Iran-Krieg und eine geplante „Grüngas“-Pflicht durch die Bundesregierung verstärken diesen Gas-Teuerungstrend. Das trifft vor allem Menschen in Mietwohnungen oder mit knappem Budget im Eigenheim besonders hart. Auf eine vierköpfige Familie kommen Mehrkosten von mehreren tausend Euro pro Jahr zu. [Quelle 2]. Fachleute warnen, dass auch der neueste Vorschlag der Bundesregierung für die Kostenteilung zwischen Vermietern und Mietern die Verteuerung nicht ausreichend bremsen wird. Die ebenfalls geplante Streichung der verpflichtenden Beratung beim Heizungstausch könne außerdem zu teuren Fehlentscheidungen führen [Quelle 3].
Es brauche nun dringend mehr politische Unterstützung beim Umstieg auf bezahlbare, erdgas-freie Heizlösungen. Wichtig seien jetzt – so steht es im bundesweiten Appell [Quelle 4] – zum Beispiel sozial gestaffelte Förderungen für Wärmepumpen, sinkende Strompreise für Privathaushalte, eine gerechtere Verteilung der Modernisierungskosten und mehr Nahwärme-Netze aus erneuerbaren Quellen.
Hans-Georg Beuter von Parents for Future Dortmund sagt: „Die Heizkosten von neuen Gas- und Ölheizungen drohen unkontrolliert zu steigen, weil die von der Koalition geplante Quote für klimaneutrale Brennstoffe, die für die Industrie, die Luftfahrt und den Schiffstransport dringend benötigt werden, aber nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Die SPD muss Mieterinnen und Mieter davor schützen, dass die Heizkosten wegen fossiler Heizungen unkontrolliert steigen. Dafür geben wir Jens Peick heute Rückenwind.“
Vergleichbare Aktionen finden seit Mai 2026 auch in den Wahlkreisen anderer Energiepolitiker des Bundestages statt. Verbunden sind sie durch die Verbraucherschutz-Initiative “Gemeinsam aus der Gaskostenfalle“ der gemeinnützigen und überparteilichen Klimaschutz-Organisation GermanZero e.V.
Mehr Informationen auf https://gaskostenfalle.de.