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Florian Hüttner untersuchte „Reviere ums U“ – Ausstellung im Schaufenster des Museum Ostwall

Die Ausstellung „Revier ums U“ bietet sowohl visuelle als auch auditive Inhalte.

Von Peter Kozyra

Eine audio-visuelle Tour durch das Gebiet um das Dortmunder U erwartet ab dem 8. Mai alle Besucher des Museum Ostwall. Die Sonderausstellung „Schaufenster #13 – Reviere ums U“ bietet einen umfassenden künstlerischen Blick auf das Milieu um das Kreativitätszentrum.

Künstler Florian Hüttner präsentiert nach einjähriger Recherche und kreativer Arbeit seine Ergebnisse. Eingeladen vom Museum Ostwall untersuchte er das Umfeld des U und entdeckte dabei dreißig eigene kleine Reviere – Gast-Haus statt Bank, Idiots Records, den Supermarkt, und viele weitere. „Alles Orte, die von immer den selben Gruppen und Individuen frequentiert werden“, so Hüttner. „Und die einen eigenen Klang haben.“

Kurt Wettengl freut sich über die Wechselwirkung von Impulsen. Aufnahmen der Umgebung des Dortmunder U werden über Radio 91.2 zu hören sein.

Ergebnisse von Hüttners Recherche sind Gesamtkunstwerk für Augen und Ohren

Inspiriert durch die Recherche entstanden so nicht nur über die einhundert Gemälde mit Acryl auf Papier , sondern auch insgesamt über fünf Stunden Audiomaterial. „Ich wollte das Besondere der Orte einfangen und so war meine Fragestellung: Was sehe ich, was höre ich, was nehme ich wahr.“

Die Gemälde basieren dabei auf Schnappschüssen, die der Künstler auf seinen Wegen fotografiert hat, während die aufgezeichneten Klänge und Gespräche in verabredeten Field Recordings entstanden sind. Beides ist im Schaufenster des Museum Ostwall für den Besucher zu sehen und zu hören und in der Kombination ein interessanter künstlerischer Einblick.

„Gerade die Rheinische Straße hat mir geholfen, einen Einstieg in das Projekt zu finden“, so Hüttner. Sie biete viele interessante Orte, die einen ganz besonderen Zweck haben. „Gasthaus, Waschsalon, Supermarkt, Tattoostudio, ich war sogar in der Kanalisation am Hauptbahnhof!“

Gleichzeitig sei im aufgefallen, dass die Straße im atmosphärischen Sinn zwei Seiten habe: „Von der Stadt auswärts betrachtet ist die linke Seite interessanter, multikultureller, wärmer, die rechte mit Ausnahme des U-Turms kälter und leerer“. Es sei für ihn spannend gewesen, sich der Umgebung zu öffnen und in Gesprächen und Beobachtungen zu merken, wie sich das Quartier ihm öffnete.

Künstlerische Kartographie der Umgebung des Dortmunder U

So erarbeitete sich Hüttner, was Kurt Wettengl, Leiter des Museum OStwall, „künstlerische Kartografie der Umgebung“ nennt. „Auch spannend, weil er kein Dortmunder ist, sondern einen ehrlichen, interessierten und interessanten Blick auf das Quartier wirft.“

Die Gemälde selbst zeigen oft Vergrößerungen von anderen Werken, „und immer ungewöhnliche Perspektiven“. Die Idee, einzelne Reviere zu benennen kam Hüttner bei seinem Besuch im Gast-Haus. „Es ist ein ganz spezieller Ort, mit einem ganz speziellen Zweck.“ Insgesamt dreißig solcher Reviere identifizierte er.

Auch Radio 91.2 ist Ausstellungsfläche.

Die Klänge, die er auf seinen Touren durch das Umfeld des U gesammelt hat dienen jedoch nicht nur der Untermalung im Ausstellungsraum, sondern sind selbst Ausstellungsstücke. „Es gibt insgesamt drei Sendestationen“, bestätigt Wettengl.

Über einen Lautsprecher im Ausstellungsraum laufen kurze Clips der verschiedenen Reviere in Dauerschleife und sollen Besuchern einen schnellen Eindruck der abwechslungsreichen Orte vermitteln.

Über einen mit dem Smartphone scanbaren QR-Code gelangt man zum Internetstream des „Sender Museum Ostwall„, auf dem die ungeschnittenen Aufnahmen von Hüttner zu hören sind. Zusätzlich werden in den kommenden Tagen in Kooperation mit Radio 91.2 zwei mal täglich zehnsekündige Ausschnitte über das Radio zu hören sein, die gleichzeitig auf die Ausstellung aufmerksam machen sollen, aber auch selbst zur Ausstellung gehören.

Das Radio als Teil der Ausstellungsfläche

Dass das Radio als Medium somit zum Teil der Ausstellungsfläche wird, freut Kurt Wettengl. „Impulse von außen aufnehmen und innen präsentieren und wieder nach außen ausgeben“, so beschreibt er das Ziel des Museum Ostwall. In diesem Fall scheint es gelungen.

Die Ausstellung ist vom 8. Mai bis zum 30. August im Museum Ostwall im Dortmunder U zu besichtigen.

Weitere Eindrücke der Ausstellung finden Sie in der folgenden Galerie:

 

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