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Eine prima Idee zum Abschluss der Bistums-Kampagne: Gartenparty für die Ehrenamtlichen in der Caritas

Von Susanne Schulte

Sie organisieren den Nachbarschaftstreff im Althoff-Block, sie bringen Senior*innen den Umgang mit dem Smartphone bei, sie kochen mit geflüchteten Familien und teilen winters wie sommers an Obdachlose in der Innenstadt Getränke aus: Der Einsatz der ehrenamtlich Tätigen in der Caritas ist so vielfältig, dass diese selbst nicht über alle Aktivitäten im Verband Bescheid wissen. So war es eine prima Idee, zum Abschluss der Bistums-Kampagne „Hilfe durch Dich“ zur Party im Franziskusgarten einzuladen, wo sich am Freitagnachmittag die einzelnen Gruppen in Worten und Bildern vorstellen konnten.

Interviews mit den Personen, die sich seit Jahren für andere Menschen engagieren

Nicht nur an diversen Ständen informierten die Mitglieder in Gesprächen und auf Tafeln über ihre Arbeit, der Caritas-Vorstand hatte die Journalistin Ina Daniel gebucht, die verschiedene Frauen und Männer zum Interview an den Stehtisch bat, um mit ihnen über ihr Engagement zu reden.

Da erzählte das Ehepaar Kirchhoff aus Kirchderne über die Kochnachmittage mit Familien, die vor allem aus Syrien stammen, dass die beiden selbst dabei gelernt haben, „dass man aus Lebensmitteln, die wir hier haben, völlig andere Gerichte machen kann, als wir sonst kochen“, sagte Irmgard Kirchhoff. „Am Anfang hatten wir keine gemeinsame Sprache, aber wir konnten zusammen Kartoffeln schälen und Zwiebeln schneiden.“

Kostenloser Imbiss für die Gäste des Festes – nach syrischen Rezepten

Eine gemeinsame Sprache haben sie in den vergangenen zwei Jahren gefunden. Irmgard Kirchhoff, 40 Jahre Lehrerin an der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule, brachte vielen von den Männern und Frauen Deutsch bei. Das möchten diese auch gerne sprechen, wenn nicht gerade gekocht wird.

So werden stets Gesprächspartner*innen gesucht. Die nächste Verabredung zum Kochen ist bereits getroffen. Am kommenden Freitag, 12. Oktober, trifft man sich ab 16 Uhr in der Küche des Gemeindehauses an der Derner Straße 393. Gäste gleich welcher Nation sind willkommen.

Wie das Essen schmeckt, das den Menschen aus Syrien schmeckt, konnte man im Klostergarten auch gleich probieren. Die Schlange vor dem Stand wurde am Freitag erst kürzer, als der Abend nahte.

Young Caritas bringt Jugendliche und junge Erwachsene in Bewegung, etwas zu tun

Dass ehrenamtliche Arbeit in der Caritas auch junge Leute anspricht, zeigt die Young Caritas. Seit etwas mehr als einem Jahr organisiert Kristina Sobiech deren Aktivitäten. Die Idee komme aus Wien, sagte sie. Dort seien seit zehn Jahren 20 Hauptamtliche unter dem Dach der Young Caritas unterwegs, um junge Leute zu begeistern, für andere junge Leute eine Hilfe zu sein.

In Dortmund sind mittlerweile drei Projekte gestartet: Vorleseabende für weibliche Geflüchtete, die Gesprächsangebote für Obdachlose und die Bedienungshilfe für Senior*innen, die wissen wollen, wie ihr Smartphone funktioniert. 30 Jugendliche und junge Erwachsene hat Kristina Sobiech aktiv machen können. „Man kann immer erstmal nur gucken, ob es einem gefällt. Wir sind ja kein Verein. Wer will, ist einmal dabei und dann nie wieder.“

Für mehr Mobilität der Geflüchteten – Fahrradwerkstatt in der Unterkunft am Ostpark

Ihr Büro hat sie Caritas-Zentrum an der Wißstraße. Wer sich für eines der Projekt interessiert, ruft sie an: 187151-26 oder mailt: kristina.sobiech@caritas-dortmund.de. Das nächste Treffen, um Menschen ohne Obdach warm durch die Nacht zu bringen, ist am 19. Oktober. Um 18 Uhr geht es los.

Die Fahrradwerkstatt in der Unterkunft am Ostpark wurde von vielen Gästen der Gartenparty angesprochen: „Würden Sie auch mein Fahrrad reparieren?“ „Nein“, lautete stets die Antwort.

Die Gruppe bringt gespendete Fahrräder wieder zum Rollen, damit die in der Flüchtlingsunterkunft lebenden Menschen mobiler sein können, eine Beschäftigung haben und etwas Sinnvolles lernen.

Ein Herz voll lächelnder Menschen – Fotos zeigen den Erfolg der oft stillen Arbeit

 „Was kann man denn für Sie tun?“, war dann meist die nächste Frage. Fahrräder bräuchten sie im Moment nicht. Nach drei Spendenaufrufen seien sie gut eingedeckt, sagten die Männer von der Fahrrad-Werkstatt. Aber Besuche sind immer gerne gesehen.

Alle Gruppen waren aufgefordert worden, Fotos mitzubringen, die dann das große Pappherz füllen sollten. Dieser Aufruf wurde gehört und befolgt.

An der Stellwand konnten sich die Besucher*innen dann ein Bild davon machen, was in den verschiedenen Gruppen passiert. Vor allem scheint viel gelacht zu werden. So war es auch am Freitagnachmittag.

Bei schönem Wetter, gutem Essen, Musik vom Caritas-Chor und vielen Gesprächen ging die Zeit schnell vorbei. So manch einer, so manch eine wird sich gedacht haben: Das sollten wir im nächsten Jahr wiederholen.

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