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Zu Besuch beim Nördlichen Dortmunder Schützenbund e.V.: Mehr als 139 Jahre Schießsport in der Stadt für Jung und Alt

Heinrich Schulte-Berthold beim Training auf dem KK-Stand. Der 59-jährige schießt bereits seit seinem 14. Lebensjahr. Fotos: Leopold Achilles

Von Leopold Achilles

Der Nördliche Schützenbund in Dortmund besteht bereits seit 139 Jahren. Am übernächsten Wochenende, 8. bis 10. Juni, wird großes Schützenfest gefeiert. Grund genug,  schon vorher auf einen Plausch im Vereinsheim im nördlichsten Teil der Nordstadt vorbeizukommen.

Nachwuchs für den Schießsport gibt es wenig: die Mitgliedszahlen sinken seit Jahren

Am Schießstand hilft moderne Technik: das Ergebnis liegt so Sekundenbruchteile nach dem Schuss vor.

Rund 200 Mitglieder hat der Nördliche Dortmunder Schützenbund e.V.. Im Jahr 1979 waren es noch 1000. Viele Phänomene der Großstadt nehmen dem eigentlichen Sport und dem Vereinsleben die Mitglieder, sagen meine drei Gesprächspartner.

Da sind der Regimentskommandeur und Ehrenoberst, der Präsident des Vereins und der erste Geschäftsführer. Mit Achim, Karl-Heinz und Andreas habe ich mich im Vereinsheim an der Burgholzstraße zusammen gesetzt. Ich selbst habe vor Jahren einmal kurz und spontan auf einem Schießstand gestanden. Ausgekannt habe ich mich im Vorfeld also nicht. Hier beim Nördlichen Dortmunder Schützenbund bekam ich, ohne auch nur einmal zu schießen, einen sehr freundschaftlichen und informativen Einblick.

In ländlichen Gebieten: Vereinsleben als solches gängiger – GroßstädterInnen schießen seltener

In der Großstadt Nachwuchs für den Schießsport zu finden, gestaltet sich seit Jahren schwieriger, berichten die Vereinsmitglieder. Auf dem Land ist es einfach etablierter, sich in Vereinen zu beteiligen, erklären sie. Auch weil Großstädte wie Dortmund so viele andere Möglichkeiten bieten. „Auf dem Land ist da weniger los“. Die Verbundenheit zu Schützenvereinen oder Institutionen wie zum Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk sind dort immer noch selbstverständlicher, schildern sie.

In der Jugendabteilung des nördlichen Dortmunder Schützenbundes trainieren aktuell 15 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Bei den Jüngsten im Verein ist besonders das Bogenschießen beliebt. Die ältesten SchützInnen, die hier im Norden von Dortmund an einem der Schießstände stehen, sind zum Teil weit über 80 Jahre alt.

Für das Wochenende vom 8. bis 10. Juni freuen sich die Mitglieder, gemeinsam zu feiern und darüber hinaus auch Aufmerksamkeit für den Schießsport erzeugen. Neben dem traditionellen Umzug der Schützinnen und Schützen ist für Speis und Trank gesorgt. Genauso wie Spiel und Spaß für die Kleineren. Rund um das Vereinsheim wird es an den drei Tagen des Schützenfestes viel zu sehen geben, versprechen die Mitglieder.

Trainiert wird dreimal in der Woche – Vereinsheim lädt auch zum gemütlichen Beisammensein ein

Immer wieder zu beobachten: Konzentration ist alles im Schießsport.

Trainiert wird dreimal in der Woche. Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ab 15 Uhr wird hier, ganz im Norden der Nordstadt, geschossen. Am Wochenende finden dazu noch Meisterschafts- und Pokalschießen statt. Luftgewehr, Luftpistole und Kleinkaliber kann im Vereinsheim an der Burgholzstraße geschossen werden. Dazu kommen noch Armbrust- sowie Bogenschießen.

Letztere Disziplin, erzählt der Ehrenoberst Achim, ist wohl die anspruchsvollste im Schießsport. Für das Bogenschießen, das besonders einen großen Teil der Jugendlichen im Verein begeistert, gibt es weniger hundert Meter vom eigentlichen Vereinsgebäude entfernt einen eigenen Trainingsplatz im Freien.

Bogenschießen oder doch lieber Luftgewehr? – „Das ist Geschmackssache“

Blick auf den Kleinkaliber-Schießstand.

Insgesamt gibt es mit dem Bogenschießstand drei Schießstände. An zwölf Ständen kann auf eine Entfernung von zehn Metern mit Druckluftwaffen trainiert werden. Acht weitere Stände stehen für Kleinkaliber, auch Langwaffen genannt, und zum Training mit der freien Pistole auf 50 Metern zur Verfügung.

Mit dem Bogen wird übrigens auf Ziele in 90 Metern Entfernung geschossen. Die SchützInnen haben dafür einen eigenen Schießplatz im Freien, der wenige Meter vom Vereinsheim entfernt liegt.

Welche Disziplin die richtige ist, muss jeder selbst entscheiden, meint der Ehrenoberst. „Das ist Geschmackssache“ und es gehe hier ja um den persönlichen Spaß. Für Neulinge im Schießsport gibt es vor Ort die Möglichkeit, alles auszuprobieren. Eine eigene Waffe ist dafür zu Beginn nicht unbedingt nötig.

Nach einem Brand im November 2015 baute der Schützenbund sein Vereinsheim wieder auf

Das Vereinsheim des Schützenbundes an der Burgholzstraße 233 im Dortmunder Norden.

Das Vereinsgebäude an der Burgholzstraße 233, kurz vor Eving, zeigt sich weitläufig und modern. Erst vor gut zwei Jahren mussten Teile des Gebäudes nach einem Brand erneuert werden. Im Oktober 2015 war es nach einem nächtlichen Einbruch zur Brandstiftung gekommen. Neben dem völlig zerstörten Anbau wurden auch Teile des Hauptgebäudes schwer beschädigt.

Zum Opfer fiel dabei auch die erst relativ frisch installierte elektronische Messanlage für die Schützen. Eine teure Anschaffung, mit der die Schützen einen Sekundenbruchteil nach dem abgefeuerten Schuss ihr Ergebnis via Monitor sehen und bewerten können.

Der Verein hat den Gebäudekomplex inzwischen wieder vollständig erschlossen und renoviert. Neben dem Schießsport kann es sich hier auch um private Veranstaltungen drehen. Ein großer Raum mit Theke und Außenbereich kann für bis zu 300 Personen gemietet werden. Die Mitglieder scheinen den damaligen Verlust durch den Brand verkraftet zu haben und sind stolz auf ihr wieder aufgebautes Vereinsheim.

Schirmherrschaft für das Schützenfest übernimmt der Landtagsabgeordnete Volkan Baran

Das Programm des Schützenfestes auf einen Blick.

Für das übernächste Wochenende lädt der nördliche Dortmunder Schützenbund wieder zum alljährlichen Schützenfest ein. Vom 8. bis 10. Juni wird das Fest um das Vereinsheim gemeinsam mit umliegenden und befreundeten Schützenvereinen veranstaltet. Für BesucherInnen und für solche, die am Schießsport interessiert sind, bieten sich wohl besonders der Samstag und der Sonntag mit ihrem Programm für einen Besuch an.

Am Samstag Abend, ab 18 Uhr, wird es ein Konzert des Spielmannszugs und einen Einmarsch mit Vereinskönigspaar und Bundesvorstand geben, bevor der diesjährige Schirmherr Volkan Baran seinen Part übernimmt. Danach soll es samt DJ und guter Musik ein schöner Abend werden.

Der Sonntag startet etwas früher und bietet bereits ab 14.30 Uhr das Antreten der traditionell gekleideten SchützInnen sowie deren Abmarsch und das zusammentreffen und Begrüßen der Gastvereine. Auch dieser Abend wird musikalisch mit einem DJ ausklingen. Alles in und um das Vereinsheim an der Burgholzstr. 233.

Für alle am Schießsport Interessierten empfiehlt sich darüber hinaus immer ein lockerer Besuch direkt im Vereinsheim. Neben dem Kontakt zum Verein per Mail oder Telefon, ist ein „Reinschnuppern“ im Vereinsheim während der Trainingszeiten immer möglich.

Weitere Informationen:

  • www.ssb-do.de
  • Vereinsheim Nördlicher Dortmunder Schützenbund e.V.: Burgholzstr. 233, 44145 Dortmund
  • Telefon: 0231/85 07 41
  • Mail: info@ndsb.net

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