
Dortmunds erste Cannabis-Anbauvereinigung legt zum dritten Vereinsjubiläum Zahlen vor: Der Cannabis Social Club Dortmund hat seit seiner Gründung 298 Menschen aufgenommen, 54 Kilogramm Cannabis kontrolliert weitergegeben und keine einzige Laborprobe beanstandet. Ein Blick auf drei Jahre legalen Anbau.
Anbau, Weitergabe und Laborkontrollen
Gegründet am 5. September 2023, noch bevor das Konsumcannabisgesetz in Kraft trat, erhielt der Verein im November 2024 als erster in Dortmund die Erlaubnis der Bezirksregierung Arnsberg. Im April 2025 folgte die erste Ernte, im Mai die erste Weitergabe. Seitdem hat der Verein 1.445 Pflanzen in 80 Ernten eingebracht und 54,2 Kilogramm an Mitglieder weitergegeben, verteilt auf 3.721 Ausgaben.
Jede Charge wird vor der Weitergabe in einem unabhängigen Labor auf Wirkstoffgehalt, Schwermetalle, Keime und Schimmelpilzgifte untersucht – bislang 92 Chargen in 101 Analysen, keine einzige beanstandet. Im September 2026 gab der Verein gut 14 Gramm je Mitglied weiter, weniger als ein Drittel der gesetzlich erlaubten 50 Gramm.
„Das Gesetz verlangt diese Kontrollen, und wir nehmen sie ernst. Wer bei uns Mitglied ist, soll wissen, was im Cannabis steckt. Das belegen Laborwerte, keine Versprechen“, sagt Dominik De Marco, 1. Vorsitzender des Vereins.
Schwarzmarkt, Mitgliedschaft und Prävention
In einer Befragung gaben knapp 96 Prozent der Mitglieder an, ihr Cannabis überwiegend über den Verein zu beziehen, 95 Prozent haben nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr zum Schwarzmarkt. Die Mitglieder sind im Schnitt 45 Jahre alt, nur drei Prozent sind jünger als 25.
„Das Bild vom jungen Kiffer passt auf unsere Mitglieder nicht. Bei uns sind Menschen aus allen Altersgruppen, die sich bewusst für einen legalen Weg entschieden haben“, so De Marco.
Zwei Präventionsbeauftragte stehen den Mitgliedern auch anonym zur Verfügung. Seit Ende September sind die Informationen des Vereins in 20 Sprachen und in Leichter Sprache verfügbar; eine Karte zeigt für jede Dortmunder Adresse, ob sie in einer Konsumverbotszone liegt. Das Angebot steht allen offen, nicht nur Mitgliedern. Politisch spricht sich der Verein dafür aus, den legalen Rahmen des Konsumcannabisgesetzes weiterzuentwickeln statt zurückzudrehen.
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