Steigende Energie-Beschaffungskosten machen Anpassung notwendig

DEW21 erhöht Preise zum 1. August 2022

Angesichts der steigenden Beschaffungskosten passt DEW21 die Grundversorgungstarife für Strom und Gas an und vereinheitlicht sie für Bestands- und Neukund:innen.
Angesichts der steigenden Beschaffungskosten passt DEW21 die Grundversorgungstarife für Strom und Gas zum 1. August 2022 an und vereinheitlicht sie für Bestands- und Neukund:innen. Archivfoto: Thomas Engel für Nordstadtblogger.de

Die Preisspirale bei den Beschaffungskosten für Energie schlägt nun auch in Dortmund zu Buche. Die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) kündigt an, ihre Preise zum 1. August 2022 anpassen zu müssen. Für Erdgas hätten sich die Börsenpreise im vergangenen Jahr in der Spitze um 600 Prozent erhöht, für Strom hätten sie sich innerhalb weniger Monate vervierfacht und bei der kurzfristigen Energiebeschaffung seien die Preise aktuell mehr als zehnmal so hoch wie im vergangenen Jahr. Eine Entspannung der Lage sei auch weiterhin nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund könne das Unternehmen eine Preisanpassung für die Kund:innen nicht vermeiden.

Grundversorgungstarife von Neu- und Bestandskund:innen werden zusammengeführt

DEW21 beschafft den Großteil ihrer Energiemengen langfristig und damit zu stabilen Preisen. Als Grund- und Ersatzversorger habe DEW21 aber in der Vergangenheit eine große Zahl an Neukund:innen auffangen müssen, deren Energieversorger die Belieferung kurzfristig eingestellt haben.

Grafik: DEW21

Daher sei DEW21 gezwungen gewesen, die Energiemengen für diese Kund:innen kurzfristig und zu enorm hohen Marktpreisen einzukaufen. Um ihre Bestandskund:innen zu schützen und die wirtschaftlichen Risiken einzugrenzen, hatte DEW21 einen gesonderten Grundversorgungstarif für Neukund:innen eingeführt.

Da sich die gesetzlichen Vorgaben ändern, soll es zukünftig jedoch ein einheitliches Preisniveau für Neu- und Bestandskund:innen in der Grundversorgung geben. DEW21 wird daher zum 1. August 2022 die Grundversorgungstarife für Neu- und Bestandskund:innen wieder zusammenführen, was in Kombination mit den enorm gestiegenen Beschaffungspreisen eine Preisanpassung unumgänglich mache.

Bisher sei DEW21 durch langfristige Beschaffungsstrategie in der Lage gewesen, die Preise für die Bestandskund:innen größtenteils stabil zu halten. Durch die geänderten Rahmenbedingungen ändere sich dies jetzt jedoch.

Während Neukund:innen profitieren, zahlen Bestandskund:innen mehr

Ab dem 1. August 2022 kostet eine Kilowattstunde Strom in der Grundversorgung 39,827 ct/kWh brutto. Der Grundpreis erhöht sich auf 166,80 Euro brutto. Dadurch ergeben sich für Bestandskund:innen monatliche Mehrkosten von 18,59 Euro brutto (für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 2.500 kWh pro Jahr).

Für Bestandskund:innen mit einem jährlichen Stromverbrauch von rund 2.500 kWh ergeben sich Mehrkosten in Höhe von 18,59 Euro.
Für Bestandskund:innen mit einem jährlichen Stromverbrauch von rund 2.500 kWh ergeben sich Mehrkosten in Höhe von 18,59 Euro. Archivfoto: Thomas Engel für Nordstadtblogger.de

Für Kund:innen, die zwischen dem 10. und 21. Dezember 2021 in die Grundversorgung bei DEW21 gekommen sind, erhöhen sich die Preise um 3,2 Prozent, was monatlichen Mehrkosten von 3,01 Euro entspricht.

Kund:innen, die seit dem 22. Dezember 2021 von DEW21 in der Grundversorgung mit Strom beliefert werden, profitieren davon, dass ihre Tarife mit dem deutlich günstigeren Grundversorgungstarif für Bestandskund:innen zusammengeführt werden. Für sie ergeben sich abhängig vom Zeitpunkt des Vertragsabschluss Preissenkungen zwischen 4,3 und 22,4 Prozent, was einer monatlichen Ersparnis von 4,33 bzw. 27,87 Euro entspricht.

Die auf Bundesebene zum 1. Juli beschlossene Absenkung der EEG-Umlage bei den Strompreisen von zuletzt 4,42 ct/kWh brutto auf 0 ct/kWh hat nur einen geringen Einfluss auf die Preisanpassung und reicht laut DEW nicht aus, um die gestiegenen Beschaffungspreise zu kompensieren.

Bei jährlichem Gasverbrauch von 12.000 kWh, 55,83 Euro Mehrkosten für Bestandskund:innen

In der Erdgasgrundversorgung erhöht sich der Arbeitspreis zum 1. August 2022 auf 14,829 ct/kWh brutto. Der Grundpreis bleibt hier stabil. Für Bestandskund:innen von DEW21 ergeben sich so monatliche Mehrkosten in Höhe von 55,83 Euro (Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 12.000 kWh).

Kund:innen, die erst seit dem 15. März 2022 bei DEW21 sind, sparen fast 50 Euro monatlich. Archivfoto: Thomas Engel für Nordstadtblogger.de

Für Kund:innen, die zwischen dem 1. November 2021 und dem 14. März 2022 zu DEW21 in die Erdgasgrundversorgung gekommen sind, ergeben sich abhängig vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses Mehrkosten zwischen 3,7 und 12,3 Prozent (5,84 bzw. 18,10 Euro).

Kund:innen, die seit dem 15. März 2022 bei DEW21 sind, profitieren von der Harmonisierung der Grundversorgungstarife und sparen zukünftig monatlich 49,17 Euro (22,9 Prozent).

Auch für Bestandskund:innen in älteren Tarifen, die mittlerweile von DEW21 nicht mehr angeboten werden, müssen vor dem Hintergrund der enorm gestiegenen Beschaffungspreise die Preise angepasst werden. Je nach Tarif bedeutet dies für einen Musterhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 12.000 kWh eine monatliche Mehrbelastung zwischen 8,82 Euro und 55,82 Euro.

Preisanpassungen auch für Gewerbekund:innen notwendig

DEW21 wird zum 1. August 2022 auch für die Gewerbekund:innen in der Grundversorgung die Strom- und Erdgaspreise analog zu den Privatkund:innen anpassen. Da die Verbräuche in diesem Segment sehr unterschiedlich und individuell sind, gibt es hier keinen vergleichbaren Musterfall.

Abschlagsanpassung und weiterer Service

Die DEW-Zentrale am Günter-Samtlebe-Platz wird derzeit renoviert. Kund:innen erhalten Unterstützung im Servicecenter in der Kleppingstraße.

Bei allen Kund:innen, die von der Preisanpassung zum 1. August 2022 betroffen sind, wird DEW21 die monatlichen Abschläge automatisch anpassen, um Nachzahlungen in der Jahresrechnung vorzubeugen. Über den neuen Abschlagsplan werden die Kund:innen schriftlich informiert.

Darüber hinaus können die Kund:innen ihre monatlichen Abschläge auch selbst anpassen. Dies können sie schnell und einfach im Online-Kundenbereich machen oder sich an den DEW21-Service wenden.

An diesen können sie sich auch jederzeit wenden, wenn es Rückfragen gibt oder sie sich zu alternativen Tarifmöglichkeiten informieren möchten. Die DEW21-Mitarbeiter:innen stehen den Kund:innen telefonisch, im persönlichen Gespräch vor Ort oder per E-Mail zur Verfügung:

telefonisch montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr unter 0231.22 22 21 25, per Mail unter kunden@dew21.de oder persönlich entweder im Service-Center an der Kleppingstraße 28, 44135 Dortmund, montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr oder im DEW21 Express-Center an der Kleppingstraße 28, 44135 Dortmund, von 7 bis 17 Uhr und natürlich rund um die Uhr im Online.Kundenzentrum auf www.dew21.de.

Auch DONETZ passt Netzanschlusskosten an

In nahezu allen Lebensbereichen werden wir derzeit mit gestiegenen Preisen konfrontiert, heißt es seitens der DONETZGmbH. Dieser Trend mache leider auch im Baugewerbe keine Ausnahme. Sowohl die Material- als auch die Fremdleistungskosten, also die Kosten für den Tief- und Leitungsbau, seien enorm gestiegen.

Aktuell sei leider auch nicht absehbar, dass die Kosten kurz- bis mittelfristig wieder sinken werden. Aus dem Grund sehe sich die Dortmunder Netz GmbH (DONETZ) gezwungen, die Kosten für Standard-Netzanschlüsse Strom, Gas und Wasser zum 1. August 2022 zu erhöhen.

In einem Musterbeispiel, bei dem der Netzanschluss zwölf Meter lang ist, wird ein Erdgasanschluss zukünftig 5.050 Euro kosten, ein Wasseranschluss 4.050 Euro sowie ein Stromanschluss 2.750 Euro kosten. Zuvor hatte DONETZ die Preise für Netzanschlüsse mehr als vier Jahre stabil halten können.

Deutlich gestiegene Material- und Fremdleistungskosten führen zu Preiserhöhung

DONETZ möchte die lokale Energiewende aktiv mitgestalten und das Ziel der Stadt Dortmund unterstützen, bis 2035 klimaneutral zu werden. Ab dem Jahr 2025 soll der Einbau einer Gasheizung nur noch als hybride Technologie in Verbindung dem Einsatz von regenerativen Energien möglich sein, so steht es in der Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).

Vor diesem Hintergrund und nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Energiekrise wird Erdgas – als fossiler Energieträger allein – nicht empfohlen. Der Netzbetreiber empfiehlt Interessent:innen, sich abhängig von den örtlichen Gegebenheiten über alternative Möglichkeiten informieren und beraten zu lassen.

Mehr Informationen zum Thema Netzanschluss gibt es auf der Internetseite www.do-netz.de. Bei Rückfragen können sich Interessierte montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr telefonisch an den DONETZ-Service unter der kostenlosen Rufnummer 0800.54497-77 wenden.

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