Breitband-Internet für Dortmund: 97 Millionen Euro fließen in Schließung von Versorgungslücken – Auftrag für DOKOM21

OB Thomas Westphal mit DOKOM21-Geschäftsführer Jörg Figura (v.l.) bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: Alex Völkel
Vertragsunterzeichnung: OB Thomas Westphal (l.) mit DOKOM21-Geschäftsführer Jörg Figura. Fotos: Alex Völkel

Millionenauftrag für die Stadtwerke-Tochter DOKOM21: Sie soll für 97 Millionen Euro den Breitbandausbau in Dortmund weiter voranzutreiben, um vorhandene Versorgungslücken im gesamten Stadtgebiet zu schließen. Ganz Dortmund wird dann vom schnellen Internet profitieren – sofern man es sich individuell leisten kann. Die Stadt Dortmund hat nach dem Vorliegen der Förderbescheide von Bund und Land den regionalen Dortmunder Telekommunikationsdienstleister entsprechend beauftragt.

8500 Privathaushalte, Unternehmen und alle Schulen werden profitieren

„Was lange währt, wird endlich gut. Das, was wir heute machen, hat eine längere Vorgeschichte“, erinnerte OB Thomas Westphal an den zähen und über Jahre andauernden Prozess, die Versorgungslücken, die von kommerziellen Anbietern wegen der zu erwartenden Kosten nicht in Angriff genommen werden sollen, nun durch die öffentliche Hand zu schließen. ___STEADY_PAYWALL___

Durch den jetzt beauftragten Breitbandausbau werden weitere rund 3200 Adresspunkte im Stadtgebiet über die Förderung an das Glasfasernetz von DOKOM21 angeschlossen. Davon profitieren über 7500 private Haushalte, rund 940 Unternehmen und über 150 institutionelle Nutzer wie Schulen. 

„Dortmund als Lebens-, Wirtschafts- und Wissensstandort wird sehr von dem geförderten Breitbandausbau profitieren, da durch diese Infrastruktur zukünftige Erweiterungen und somit die weitere Verästelung mit Glasfaser schneller und besser im Stadtgebiet vorangetrieben werden kann“, sagt Oberbürgermeister Thomas Westphal. „Die Stadt Dortmund hat sich von Anfang an auf einen Ausbau mit Glasfaser konzentriert, da diese Technik als zukunftssicher gilt und höhere Geschwindigkeiten sowie mehr Datenvolumen ermöglicht als andere Lösungen“, so der OB.

Über 3.000 Kilometer Glasfaserkabel werden verlegt – 430 Kilometer Tiefbau

Breitband-Internet soll bald flächendeckend in Dortmund verfügbar sein. In den nächsten Jahren werden die Glasfaserleitungen verlegt. Foto: Alex Völkel
Breitband-Internet soll bald flächendeckend in Dortmund verfügbar sein. In den nächsten Jahren werden 3000 Kilometer dieser Glasfaserleitungen verlegt.

Das Vergabeverfahren für den geförderten Breitbandausbau im Stadtgebiet Dortmund war bereits Im Oktober 2018 gestartet. Die Stadt hatte das Vergabeverfahren im Sommer 2020 positiv abgeschlossen und DOKOM21 den Zuschlag erteilt. 

Nachdem die Fördermittelgeber Bund und Land die finalen Fördermittelbescheide erteilt haben, hat die Stadt Dortmund den regionalen Telekommunikationsdienstleister jetzt offiziell mit dem Breitbandausbau beauftragt. „Im Rahmen des Ausbaus werden wir insgesamt rund 3.275 Kilometer Glasfaserkabel im gesamten Stadtgebiet verlegen. Dafür werden rund 430 Kilometer Tiefbauarbeiten vorgenommen und zusätzlich rund 110 Kilometer vorhandene Leerrohre genutzt“, erläutert DOKOM21-Geschäftsführer Jörg Figura.

Um auch die unterversorgten Bereiche Dortmunds an das Breitbandnetz anzuschließen, wird der Ausbau mit insgesamt rund 97 Millionen Euro gefördert. Die Stadt Dortmund trägt zehn Prozent der Kosten, der Rest wird durch die Fördermittel von Bund, Land und Bundesnetzagentur finanziert.

Damit „drohen“ Dortmund 430 Kilometer zusätzliche Baustellen. Allerdings werde dies nicht zu Problemen führen wie beim Kanal- oder Straßenbau. Denn Glasfaser wird in der Regel im Bereich des Bürgersteigs verlegt – und nur in 60 Zentimetern Tiefe. „Daher erreichen wir eine ganz andere Performance als beim Kanalbau“, verspricht Figura.

Glasfaser ermöglicht Datenübertragung in Lichtgeschwindigkeit

Glasfaser ist aktuell die technisch leistungsfähigste Telekommunikations-Anbindung. Sie bietet im Gegensatz zu Kupfer unbegrenzte Bandbreiten bis zu 10 Gbit/s und zeichnet sich durch hohe und stabile Übertragungsraten aus. Eine Anbindung an das DOKOM21 Glasfasernetz ermöglicht Datenübertragung in Lichtgeschwindigkeit. Zudem gilt Glasfaser als zukunftssicher.

Dieses öffenlich geförderte Netz steht dann allen Anbietern offen. DOKOM21 selbst wird in den kommenden 4,5 Jahren neben den 3200 geförderten Adresspunkten (ein Adresspunkt ist eine Gebäudeadresse) zusätzlich rund 20.000 weitere Adresspunkte auf eigenwirtschaftlicher Basis anschließen – wenn es die Grundstücks- bzw. Gebäude-Eigentümer*innen denn wollen. 

Eine Anschlusspflicht gibt es nicht – verlegt wird der Anschluss bis zur Grundstücksgrenze.

In Dortmund gibt es insgesamt rund 105.000 Adresspunkte – das kann ein Einfamilienhaus, eine Wohnanlage, eine Schule oder auch ein Unternehmen sein. Auch andere Unternehmen investieren in Dortmund und verlegen Glasfaser – aber eben nur dort, wo es sich rechnet. Daher gab und gibt es auch perspektivisch Versorgungslücken, die nun in den nächsten Jahren beseitigt werden sollen.

Der „Glasfaser Blog“ informiert über Reihenfolge der Bauabschnitte in Dortmund

OB Thomas Westphal mit den DOKOM21-Geschäftsführern Franz-Josef Senf und Jörg Figura (v.l.). Foto: Alex Völkel
OB Thomas Westphal mit DOKOM21-Geschäftsführern Franz-Josef Senf und Jörg Figura (v.l.).

Der Breitbandausbau in Dortmund erfolgt in über 90 Clustern, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Alle Bauabschnitte sollen innerhalb der nächsten viereinhalb Jahre fertiggestellt werden. Deren Reihenfolge in den Stadtteilen ergibt sich nach gemeinsamen Abstimmungen sowie den ausgestellten Baugenehmigungen der unterschiedlichen Baulastträger (Stadt, Land, Bund, Bahn etc.). 

DOKOM21 informiert im „Glasfaser-Blog“ auf ihrer Website aktuell über die Feinplanung und die Reihenfolge der Bauabschnitte. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen können über die Verfügbarkeitsprüfung erkennen, ob ihre Adresse für den geförderten Breitbandausbau vorgesehen ist. Nach der Feinplanung durch DOKOM21 wird hier ebenfalls das geplante Ausbaudatum bekannt gegeben.

„Durch den geförderten Breitbandausbau wird Dortmund als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort einen enormen Schub erhalten und ist gleichzeitig für die zukünftigen Herausforderungen der digitalen Entwicklung gut gerüstet“, betont DOKOM21-Geschäftsführer Franz-Josef Senf.

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