Anwohner:innen leiden vor allem in Deusen unter noch mehr Verkehr

Bauarbeiten an Franz-Schlüter-Straße haben begonnen – Sperrung für zehn Monate

Die Franz-Schlüter-Straße war ein Nadelöhr. Mittlerweile ist sie ganz gesperrt - für eine Sanierung.
Die Franz-Schlüter-Straße war ein Nadelöhr. Mittlerweile ist sie ganz gesperrt – für eine Sanierung. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Arbeiten an der Brücke über die Emscher an der Franz-Schlüter-Straße haben begonnen. Mit dem Baubeginn wird ein weiterer Teil des „Verkehrskonzepts Hafen“ realisiert. Doch während der Bauarbeiten wird die Straße zumindest für Autos und Lkw ganz gesperrt – zum Leidwesen der Anlieger:innen insbesondere in Deusen.

Künftig soll die Brücke wieder von allen Lkw passiert werden können

Die Franz-Schlüter-Straße in der Dortmunder Nordstadt führt unter anderem über die Emscher. Das Brückenbauwerk, das bei der Stadt mit der Bauwerk-Nummer 0838 geführt wird, muss verstärkt werden. Diese Arbeiten sind in dieser Woche gestartet.

Die Brücke ist marode. Eine Verstärkung soll durch Einbau von externem Spannstahl erreicht werden. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Verstärkung der Brücke wird durch den Einbau von externem Spannstahl in die Brücke erreicht. Damit kann die Brücke künftig durch alle Lkw befahren werden. Durch den Entfall der jetzigen Beschränkung auf 30 Tonnen tatsächlichen Gesamtgewichts soll der Lkw-Verkehr auf der Deusener Straße reduziert werden. 

Außerdem sind der Ersatz der Brückenlager, der Geländer und der Fahrbahn vorgesehen. Damit wird die Brücke also umfassend erneuert. Während der etwa zehnmonatigen Bauzeit bleibt die Brücke für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Umleitungsstrecke führt über Franziusstraße, Deusener Straße und Lindberghstraße. 

Den Fußgänger:innen wird eine Querung während der gesamten Bauzeit ermöglicht. Auch Radfahrende können die Brücke queren, müssen aber aus Sicherheitsgründen wegen der Bauarbeiten absteigen. Das Tiefbauamt und die ausführende Baufirma bitten um Verständnis für nicht vermeidbare Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

Durch die Sperrung gibt es noch mehr Verkehr in Deusen

Seit Jahren brüten die Anlieger:innen Rainer Schramowski, Claudia Brückel und Peter Strege über den Verkehrsplanungen. Ihre Verbesserungsvorschläge bleibt meist ungehört.
Seit Jahren brüten Rainer Schramowski, Claudia Brückel und Peter Strege über den Verkehrsplanungen. Ihre Verbesserungsvorschläge blieben meist ungehört. Archivfoto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

„Also grundsätzlich sind wir als Anlieger der KV-Anlage natürlich froh, dass dieser Teil des Hafenkonzepts endlich umgesetzt wird, der langfristig und vor allem in Verbindung mit der geplanten Auffahrt zu OWlllA, Deusen von einem Teil des Lkw-Verkehrs entlasten wird“, macht Reiner Schramowski, Vorsitzender der örtlichen Siedlergemeinschaft, deutlich.

Doch die Baustelle besorgt sie: „Kurzfristig, also für mindestens ein Jahr, wird es die Verkehrssituation aber sehr verschärfen, da der Umgehungsverkehr zum Großteil über Lindberghstraße und Deusener Straße führt, die sowieso schon stark belastet sind”, glaubt Schramowski.

„Das wird am deutlichsten spürbar werden an den Ausfahrten der Deusener Straße auf die Ellinghauser Straße und die Franziusstraße. Daher wünschen wir als Deusener uns dort Lichtsignalanlagen, die für einen geregelten Abfluss sorgen“, so der Chef der Deusener Siedlergemeinschaft.

Kommunalpolitik kritisiert die schlechte Informationspolitik

Die Verkehrsprobleme nördlich des Hafens sind groß - die KV-Anlage hat sie noch verschärft.
Die Verkehrsprobleme nördlich des Hafens sind groß – die KV-Anlage hat sie noch verschärft. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Auch Claudia Brückel, Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung Huckarde, schaut mit gemischten Gefühlen auf die Bauarbeiten: „Als Politiker bemängeln wir hauptsächlich die Informationsweitergabe durch die Verwaltung. Der Baubeginn für die Brückenertüchtigung wurde uns seit 2019 immer wieder angekündigt, hat sich aber durch Planung und Gutachten dann doch immer wieder verzögert“, erinnert sie.

„Von dem tatsächlichen Baubeginn am 9. Februar haben wir dann nur durch Zufall ein paar Tage vorher erfahren und bekamen erst auf Nachfrage von der Verwaltung die Bestätigung. Das ist kein Umgang, zumal wir einiges vorab hätten in die Wege leiten können, um die Baustelle erträglicher zu machen“, kritisiert die Kommunalpolitikerin, die sich auch in der Bürgerinitiative in Deusen engagiert. 

„Das werden wir jetzt erst in Angriff nehmen können und das ist ärgerlich. Aber grundsätzlich begrüßen wir natürlich den Beginn der Baumaßnahmen, auf die wir ja schon lange gewartet haben“, so Brückel.

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Kommentare

  1. Radweg-Sperrung verschoben Arbeiten zwischen Franz-Schlüter-Straße und Deusener Straße beginnen am Montag, 30. Mai (PM)

    Die Emschergenossenschaft verschiebt ihre für den 16. Mai angekündigten Kanalarbeiten und die Sperrung des Radweges zwischen Franz-Schlüter-Straße und Deusener Straße kurzfristig auf den 30. Mai. Der Wasserverband bittet um Verständnis, auch für etwaige Beeinträchtigungen. Die Arbeiten werden voraussichtlich am Donnerstag, 2. Juni abgeschlossen. Anschließend wird der Radweg wieder freigegeben.

    Hintergrund: Die Emschergenossenschaft

    Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, die als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz.www.eglv.de

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