Barrierefreiheit und LED-Beleuchtung: Planung für den Neubau der Fuß- und Radwegebrücke Lindemannstraße steht

Zunächst wird die alte Brücke abgerissen. Die neue Stahlkonstruktion wird aufgrund der Rampen für die Barrierefreiheit mehr Platz benötigen. Für die nötige Sicherheit soll eine LED-Beleuchtung installiert werden. Fotos (2): Alex Völkel

Bereits 2019 hatte eine Fachjury zwei Preisträger*innen im Verfahren um die Neugestaltung des Brückenbauwerks an den Westfalenhallen bestimmt. Mit beiden trat die Stadt Dortmund in eine anschließende Verhandlungsphase. In solchen Verhandlungen geht es um die identifizierten fraglichen Punkte eines Entwurfs, aber auch um die Konkretisierung der Planung. Den Planungsauftrag erhielt im Sommer 2020 das Büro „schlaich bergermann partner sbp“ aus Stuttgart. Nach der Erteilung des Zuschlags werden mit dem planenden Büro die detaillierten zu erbringenden Leistungen final festgelegt. Die maßgeblichen Randbedingungen der Planung für die Brücke wurden nun abschließend geklärt. 

Barrierefreier Neubau mit Rampen wird mehr Platz benötigen

Während die Rampen den barrierefreien Zugang ermöglichen, können Fußgänger*innen die Brücke auch geradlinig über Treppen erreichen.

Die Analyse des Gestaltungsentwurfs der Stuttgarter Planer*innen habe gezeigt, dass der Entwurf insbesondere die wichtigste Aufgabenstellung für die neue Brücke berücksichtige– eine direkte barrierefreie Verbindung zwischen Max-Ophüls-Platz und dem Messevorplatz.

Die Steigung der Brücke sei ausreichend barrierefrei konzipiert und auf Aufzüge zu beiden Seiten der Bundesstraße 1 könne verzichtet werden, heißt es vom Verwaltungsvorstand der Stadt.

Weiterhin seien auch im Hinblick auf die Anlage der Freiflächen und das Konzept zur Beleuchtung der Brücke grundlegende Festlegungen getroffen worden. Durch die genaue Verortung von Ruhepodesten im Bereich der geschwungenen Rampen und die Optimierung der Gefällesituation seien die Anforderungen bestmöglich in den Entwurf integriert worden. Dabei hätten sowohl die erforderlichen Durchfahrtshöhen der B1 als auch die vorhandenen Anschlusshöhen an die beiden Plätze berücksichtigt werden müssen. 

„Erst Abriss, dann Neubau, denn wir brauchen für die neue Brücke ja mehr Platz wegen der Rampen“, macht Baudezernent Arnulf Rybicki das Vorgehen klar. „Viele lieben diese Brücke aber leider ist sie nicht barrierefrei. Daher müssen wir nun Platz für lange Rampen schaffen.“ Er lobt den Planungsentwurf an dieser Stelle für seine „sehr geschickten, gestalterischen Lösungen“, 

Stahl, Eisenglimmer, LED-Beleuchtung: Sichtbare Charakteristika der neuen Brücke

Gut zu erkennen: die V-Stützen. Auch die Unterseite der Brücke soll beleuchtet werden.

Als charakteristische Merkmale sieht der Planungsentwurf die schwungvolle Form mit den weit auskragenden Loops, den schlanken Stahl-Überbau mit den prägnanten V-förmigen Stützen, das transparente und dauerhafte Geländer aus Edelstahl-Seilnetz und die integrale Konstruktion, die einen wartungsarmen Betrieb der Brücke verspricht vor. 

Auch die geplante Stahlkonstruktion der Brücke sei laut Baudezernent ein großer Vorteil. „Das Gute: Es ist eine Stahlbrücke – das braucht weniger Bauzeit, weil sie in Fertigteilen angeliefert wird“, so Rybicki. 

Der vorgesehene Gehbelag soll aus einem Dünnschichtbelag hergestellt werden, der durch die Einstreuung von Quarzsand die notwendige Rutschsicherheit bieten soll. Überbau, V-Stützen und Treppen sollen durch eine Eisenglimmer-Beschichtung einen dauerhaften Korrosionsschutz erhalten.

Beleuchtung. Grafiken: schlaich bergermann partner sbp / Terrabiota Landschaftsarchitekten / Stadtplaner GmbH“.

Für die sichere Nutzbarkeit der Brücke bei Dunkelheit sollen durchgängig im Handlauf integrierte LED-Leuchten sorgen, die sowohl für die Nutzer*innen als auch für die unter der Brücke kreuzenden Autofahrer*innen blendfreies Licht auf die Laufplatte projizieren.

Zusammen mit einer bodennahen Lichtlinie ermögliche die Handlaufbeleuchtung über Reflektion auch die notwendige Gesichtserkennung, ergänzt über einen zuschaltbaren Lichtmast im Mittelstreifen der B1. 

Die Brücke soll in Ergänzung zur funktionalen Beleuchtung eine besondere Akzentbeleuchtung erhalten, die auf der Unterseite entlang der Brückenränder, an den V-Stützen sowie als seitliche Linienleuchte angeordnet werden soll.

Ökologisch wertvolle Freiraumgestaltung: Minimierte Flächenversiegelung als Ziel

Auch die Freiflächen sollen neu gestaltet werden.

Die Gestaltung des Freiraums sei nicht nur im Zusammenhang mit der repräsentativen Brücke zu sehen, sondern auch mit den denkmalgeschützten Gebäuden und dem raumprägenden Alleebestand am Rheinlanddamm. Am Max-Ophüls-Platz müssen vor dem Hotel die Garten- und Teichanlage zurückgebaut werden. 

Baumneupflanzungen sollen in Abhängigkeit zu den Spartenlagen in größtmöglicher Anzahl auf dem Max-Ophüls-Platz sowie im Bereich des Messeplatzes geplant werden. Die Freiflächen sollen als ökologisch wertvolle Blumenwiese gestaltet werden. Die Minimierung der Flächenversiegelung sei hier Ziel der Planung.

Voraussichtliche Kosten von rund fünf Millionen Euro – Fertigstellung soll bis zur Fußball-EM 2024 erfolgen

2017 hatte der Rat für die Planung 350.000 Euro per Beschluss genehmigt. Nach ersten vorläufigen Schätzungen ging man seinerzeit von Baukosten in Höhe von 3,95 Millionen aus. Nach dem Wettbewerb und im Zuge der weiteren Vorplanung erhöhen sich nun beide Summen, denn erst jetzt seien reale Kosteneinschätzungen möglich. 

Grund dafür seien neue Elemente wie das Beleuchtungskonzept mit Akzentbeleuchtung, die in den ursprünglichen Schätzungen nicht enthalten hätten sein können und entsprechende Planungskosten verursachen würden. Die Höhe der Baukosten für Bauanlagen, Tragwerk und Beleuchtung liege aktuell bei 4,67 Millionen Euro. 

Voraussichtlich nach den Sommerferien kann ein Baubeschluss gefasst werden. Die Fertigstellung des Bauwerks soll bis zur Fußball-EM 2024 erfolgen.

 

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Kommentare

  1. Abbruch der Vorsatzschalen aus Klinker an der Brücke im Zuge der B1 über die Wittekindstraße (PM)

    Unterhalb der B1-Brücke werden ab Montag, 18. Oktober, über die Wittekindstraße die Vorsatzschalen aus Klinker vor den Widerlagern abgebrochen. Die Arbeiten beginnen auf der westlichen Seite und werden nach etwa drei Wochen auf der östlichen Seite fortgeführt. Der Fuß- und Radweg wird für die Zeit der Baumaßnahme gesperrt und ein Notgehweg auf der rechten Fahrbahn eingerichtet. Für den KFZ-Verkehr bedeutet dies eine einspurige Verkehrsführung im Bereich des Baufeldes.

    Die Baumaßnahme ist notwendig, da bei einer von Bauwerksprüfern des Tiefbauamtes durchgeführten Kontrolle festgestellt wurde, dass die Klinker in Teilbereichen hohl liegen. Das Tiefbauamt und die ausführende Baufirma bitten um Verständnis für nicht vermeidbare Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

    Aktuelle Informationen zu Dortmunder Baustellen sind auch im Internet jederzeit unter http://www.baustellen.dortmund.de abrufbar.

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