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Aufatmen bei ThyssenKrupp: Trotz Fusion mit TATA gibt es Arbeitsplatz- und Standortgarantien bis Ende 2026

Für ThyssenKruppSteel auf der Westfalenhütte gibt es eine Garantie bis Ende 2026. Archivfoto: Klaus Hartmann

Aufatmen auf der Westfalenhütte: Bis Ende 2026 bleiben alle deutschen Standorte von ThyssenKruppStahl erhalten und die Beschäftigten bekommen für denselben Zeitraum eine Beschäftigungsgarantie. Entsprechend zufrieden sind die Betriebsräte – sie sehen darin eine „historisch einzigartig lange“ Laufzeit, betont die Dortmunder TKS-Betriebsratsvorsitzende Sabine Birkenfeld gegenüber Nordstadtblogger.de. Wegen der Fusion mit dem indischen Stahlgiganten TATA sahen sie tausende Arbeitsplätze in Gefahr.

Wermutstropfen:  Die zusätzliche Feuerverzinkungsanlage für Dortmund kommt nicht

Sabine Birkenfeld ist Betriebsratsvorsitzende bei Thyssen Krupp Steel in Dortmund.

Ursprünglich hatten die Betriebsräte eine Beschäftigungsgarantie von zehn Jahren gefordert, aber wohl selbst nicht damit gerechnet, dass dieses Verhandlungsziel auch nur annähernd erreicht werden könnte. Deshalb sei man in dieser Hinsicht mit dem Ergebnis sehr zufrieden, so die Betriebsratsvorsitzende sichtlich erleichtert.

Zudem kündigte die Konzernführung an, zukünftig Investitionen von jährlich 400 Millionen Euro vornehmen zu wollen. Doch das, so Birkenfeld, sei „nicht so exorbitant“. Die betreffenden Investitionen lägen in einer festen Auflistung vor und seien in dieser Form der Gewerkschaft bereits bekannt gewesen. Immerhin werde dadurch aber die Existenz der einzelnen Werke gesichert.

Nicht kommen wird hingegen die zusätzliche Feuerverzinkungsanlage, die seit Jahren auf der Wunschliste der Dortmunder ganz oben steht. „Nice to have“ – aber dies sei für den Standort Dortmund nicht existenzbedrohend, machte Birkenfeld deutlich.

Beschäftigte müssen dem Vorschlag zustimmen – es braucht Mehrheiten an jedem Standort

Viele Werke von TKS sind voll ausgelastet – so auch in Dortmund und im Siegerland. Archivfoto: Alex Völkel

Weniger erfreut sei man allerdings darüber, dass der Firmensitz der neuen Holding nicht in Deutschland sei, sondern man sich vielmehr zukünftig in den Niederlanden treffen müsse. Dies hat Auswirkungen u.a. auf die Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen.

Entscheidend sei nun, wie die Belegschaft die getroffene Vereinbarung aufnehme. In der ersten Januarhälfte solle es eine Online-Abstimmung geben, in der zweiten Hälfte des Monats dann eine Live-Abstimmung für die KollegInnen, die dies nicht Online tun wollten. Geplant sei seitens der IGM dann eine Pressekonferenz für Mitte Februar, auf der die Ergebnisse des Belegschaftsvotums vorgestellt werden sollen. An jedem Standort muss es eine Mehrheit für die nun getroffene Vereinbarung geben – sonst würde es schwierig, so Birkenfeld.

Aufatmen gibt es auch bei der Politik: „Ich bin froh, dass der Stahlstandort Westfalenhütte mit seinen rund 1.300 Beschäftigten gesichert ist und ein Beschäftigungsabbau erspart bleibt“, kommentiert die Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann das Verhandlungsergebnis zwischen den Konzernspitzen und den Betriebsräten von Thyssenkrupp im Streit um die Fusion der Stahlsparte mit TATA.

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