Nordstadtblogger

„Atomwaffen weltweit ächten und vernichten!“ – Gedenken an die Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki

Aufbau der Friedenskulptur von Künstler Leo Lebendig im Rathaus

Von Joachim vom Brocke

„Atomwaffen weltweit ächten und vernichten! Nicht modernisieren!“ mahnen die Dortmunder Friedensinitiativen. Zum Gedenken an den 69. Jahrestag der Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki durch die erste Atombombe gibt es am Mittwoch, 6. August, einen Mahngang durch die Innenstadt. Veranstalter sind die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs, Christinnen und Christen für den Frieden / Pax Christi, die Deutsch-Japanische Gesellschaft, Bündnis Demokratische Energie-Wende kommunal (DEW-kommunal), DFG/VK Landesverband NRW, das Dortmunder Friedensforum, Greenpeace und Attac Dortmund und das Kulturzentrum balou e.V.

Mahngang am Jahrestag des ersten Atombombenabwurfes über Hiroshima durch die Dortmunder Innenstadt

Leo Lebendig installiert im Rathaus seine Friedenskulptur

Bereits ab 16 Uhr gibt es am Mittwoch zahlreiche Infostände am Reinoldikirchplatz. Um 17 Uhr startet mit musikalischer Begleitung der Mahngang durch die Innenstadt.

Stationen sind unterwegs die „Mutter Hiroshima“ an der Propstei-Kirche und der Ginkgo-Baum im Stadtgarten. Beendet wird der Mahngang in der Halle des Rathauses am Friedensplatz. Hier zeigt Lichtmaler Leo Lebendig um 19 Uhr im Rahmen des SocialArt-Projektes „human soul“ seine Friedensskulptur.

Darüber hinaus ist vom 6. August bis 1. September im Rathaus die Ausstellung „Die Atombombe und der Mensch“ mit Fotos des japanisches Verbandes der Atombombenopfer zu sehen, die in früheren Jahren von Zeitzeugen begleitet wurde. „Dies ist heute nicht mehr möglich“, bedauert Margret Ullrich, „weil der Personenkreis entweder gestorben ist oder aus Altersgründung eine Begleitung
nicht mehr möglich ist“.

Künstler Leo Lebendig errichtet im Rathaus eine zehn Meter hohe Friedensskulptur
Seit über 30 Jahren ist Margret Ullrich in der Initiative aktiv. Sie ist enttäuscht darüber, „dass plötzlich die Bundesregierung dafür war, die auf deutschem Boden stationierten Atomwaffen zu modernisieren und nicht gänzlich abzuschaffen“. Die Menschen seien dadurch ständig „einer großen Gefahr ausgesetzt“, sagt die fast 75-jährige immer noch engagierte Organisatorin.

Das globale SocialArt-Projekt „human soul“ von Leo Lebendig will auf dem Weg nach Hiroshima in aller Welt die Vision verkünden, bis 2020 eine atomwaffenfreie Welt zu realisieren. Start war bei der RUHR.2010 in Essen, wo aus dem Friedenslicht der Religionen das Projekt „human soul“ wurde.

Seitdem war das Projekt in Jerusalem (2011) in Berlin (2012) und in Den Haag (2013) zu Gast. In diesem Jahr wird der Lichtkünstler Leo Lebendig im Rathaus eine zehn Meter hohe
Friedensskulptur errichten.

Sieben Dortmunder Bürger mit Bekenntnissen zu sechs Weltreligionen verlesen Botschaften unter dem Friedenslicht

Details der Friedensskulptur im Rathaus

Unterstützt wird das Projekt auch von den „Majors of peace“, einer weltweiten Vereinigung von inzwischen rund 6000 Stadtoberhäuptern, die gemeinsam gegen die atomare Bedrohung der Menschheit eintreten. „Sie wissen, dass bei einem Atomwaffeneinsatz immer die Bürgerinnen und Bürger ihrer Städte die Leidtragenden sein werden“, sagt Leo Lebendig, der mit seinem Kunstprojekt Zeichen der Hoffnung setzen möchte.

Dazu hat der fast 75-jährige Künstler sieben Dortmunder Bürger mit Bekenntnissen zu sechs Weltreligionen eingeladen. Sie werden am Mittwoch Abend persönliche Botschaften unter der Skulptur verlesen: Mini Hedayati, Phra (Mönch) Niphon Dulsook aus einem buddhistischen Kloster in Dortmund, Renate Schmitt-Peters, Gamze Kumas, Houda Almahmoud, Mansit Kaur Wirjah und Daniel Tsah.

Schirmherrin des Kunstprojektes ist Bürgermeisterin Birgit Jörder. Ein weiteres Grußwort gibt es ebenso von Dr. Inge Zeller von der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Zur Eröffnung der anschließenden Ausstellung „Die Atombombe und der Mensch“ sprechen neben Margret Ullrich Hayato Fujii, Vertreter der „Sayonara Genpatsu“-Organisation der japanischen Antiatombewegung in Düsseldorf.

Margret Ullrich und Leo Lebendig: „Wir würden uns freuen, wenn uns am
Mittwoch soviel Bürger wie möglich unterstützen“.

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