
In Dortmund ist im Juni 2026 die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen geringfügig um 24 Personen zurückgegangen. In den vergangenen Jahren hatte die Arbeitslosigkeit im Juni häufig leicht zugelegt.
„Der Dortmunder Arbeitsmarkt bleibt insgesamt wenig aufnahmefähig“
„Am Dortmunder Arbeitsmarkt hat es im Juni nur wenige Veränderungen gegeben. Trotz der weiterhin ungünstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen ist die Arbeitslosigkeit zu Beginn des Sommers sogar leicht zurückgegangen. Positiv zu bewerten ist auch der Rückgang der neuen Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Dortmunder Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

„Gleichzeitig haben jedoch weniger Arbeitsuchende eine neue Stelle gefunden. Die Integration in Beschäftigung ist derzeit erheblich erschwert. Der Arbeitsmarkt bleibt insgesamt wenig aufnahmefähig“, so Bettermann.
Auch der Ausbildungsmarkt werde derzeit von der krisenhaften Lage geprägt. Gegenüber dem Vorjahr hätten die Betriebe weniger Ausbildungsstellen angeboten.
„Obwohl den Unternehmen durchaus bewusst ist, dass die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte eine wichtige Investition in die Zukunft darstellt, sind sie derzeit bei der Schaffung neuer Ausbildungsplätze zurückhaltender. Gleichzeitig bestehen für Jugendliche weiterhin gute Chancen, noch in diesem Sommer einen Ausbildungsplatz zu finden. Die Vermittlungsaktivitäten laufen auf Hochtouren“, betont die Chefin der Arbeitsagentur.
„Viele Menschen profitieren nicht automatisch von kurzfristigen Bewegungen am Arbeitsmarkt“
„Der Arbeitsmarkt in der Grundsicherung zeigt sich im Juni stabil, aber weiterhin angespannt. Die Zahl der arbeitslosen Menschen im SGB II ist gegenüber dem Vormonat leicht gesunken und liegt auch geringfügig unter dem Vorjahreswert. Eine echte Entlastung ist daraus aber noch nicht abzulesen. Mehr als die Hälfte unserer arbeitslosen Kundinnen und Kunden ist seit über einem Jahr ohne Beschäftigung ihre Zahl ist im Juni sogar leicht gestiegen“, berichtet Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund.

„Viele Menschen, die wir begleiten, profitieren nicht automatisch von kurzfristigen Bewegungen am Arbeitsmarkt. Häufig braucht es mehrere Schritte, bis eine Arbeitsaufnahme realistisch wird etwa Qualifizierung, Sprachförderung, gesundheitliche Stabilisierung oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung“, so Krömer.
„Gleichzeitig gibt es Bewegung. Im Juni haben 789 Kundinnen und Kunden eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Das ist ein wichtiges Signal. Dennoch bleibt die zentrale Aufgabe, vorhandene Potenziale besser zu erschließen. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und fehlender Fach- und Arbeitskräfte dürfen wir dieses Potential nicht aus dem Blick verlieren. Unser Ziel bleibt, Menschen nicht nur kurzfristig in Arbeit zu bringen, sondern Beschäftigung so vorzubereiten, dass sie dauerhaft tragen kann“, erklärt die Jobcenter-Chefin.
40.445 Menschen gelten offiziell als arbeitslos – Unterbeschäftigung rückläufig
Im Juni wurden 40.445 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 10.195 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.250 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 24 Personen gesunken.
Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen verharrt unverändert bei 12,1 Prozent (Juni 2025: 11,9 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur steigt leicht auf 3,1 Prozent, für das Jobcenter verharrt sie bei 9,1 Prozent. Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Juni 6.145 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert.
1.571 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 148 Personen weniger als im Vormonat. 6.195 Personen meldeten sich im Juni bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.393 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 171 Personen weniger als im Vormonat.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungs-verhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.250 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 363 Personen weniger.
Leichter Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit – Arbeitskräftenachfrage sehr verhalten
Im Juni waren 3.483 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 55 Personen bzw. 1,6 Prozent mehr als im Vormonat und 131 Personen bzw. 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote liegt im Juni bei 10,0 Prozent.

633 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im Juni gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 190 Stellenmeldungen weniger. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 3.973 offene Stellen. Das sind 78 weniger als im Vormonat aber 167 mehr als im Juni des Vorjahres.
Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Erziehung und Sozialarbeit, Lagerwirtschaft, Fahrzeugführung im Straßenverkehr sowie Altenpflege und Büro/Sekretariat.
Kurz vor dem Start: Die Vermittlung in Ausbildung läuft auf Hochtouren
Die Sommerferien rücken näher und damit auch die heiße Phase aus dem Ausbildungsmarkt. In den kommenden Wochen werden viele noch offene Ausbildungsplätze besetzt. Zwar beginnt das Ausbildungsjahr für viele Berufe offiziell am 1. August, zahlreiche duale Ausbildungen starten jedoch erst am 1. September. Auch danach ist bei vielen Betrieben ein Ausbildungsbeginn noch möglich. Für Jugendliche stehen die Chancen weiterhin gut, noch in diesem Sommer in eine Ausbildung zu starten.
Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen seit Beginn des Berichtsjahres liegt Ende Juni bei 3.150. Dies sind im Vorjahresvergleich 307 Stellen weniger. Aktuell steht davon noch rund 1.544 zur Besetzung offen. Seit Oktober 2025 meldeten sich 3.019 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerberin oder Bewerber. Das sind 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.295 junge Menschen sind aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Kontaktdaten Berufsberatung: Telefon: 0231 / 842 9800
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