
Pünktlich zu Herbstbeginn gewinnt der Arbeitsmarkt wieder an Dynamik. Die Arbeitslosigkeit sank im September um 544 Personen oder 1,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Diese Entwicklung ist jedoch saisontypisch. Denn erwartungsgemäß ging die Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren stark zurück. Doch mit Blick auf die längerfristige Entwicklung ist das ein neuer Monatshöchstwert: Die offizielle Arbeitslosenquote für September 2026 liegt 12,3 Prozent – im Vorjahr lag sie noch bei 11,9 Prozent. Im September 2018 gab es „nur“ 31.613 – der Tiefstwert im 15-Jahres-Vergleich. Für diesen Monat lag die Zahl der offiziell als arbeitslos gezählten Menschen in Dortmund bei 40.858.
Schulstart, Ausbildungsbeginn und Einstellungen nach der Sommerpause geben Schub
Die Gründe für die Herbstbelebung sind vielfältig: Zum einen wirken sich zu dieser Jahreszeit traditionell der Schul-, Ausbildungs- und Weiterbildungsbeginn nach den Sommerferien positiv aus. Zum anderen stellen die Unternehmen nach der Sommerpause wieder verstärkt Personal ein.

„Ein besonders erfreuliches Signal ist, dass in diesem Monat mehr Menschen den Schritt aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung geschafft haben, als umgekehrt. Von einer grundlegenden Trendwende am Arbeitsmarkt können wir dennoch nicht sprechen. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist zurückgegangen und liegt weiterhin auf sehr niedrigem Niveau“, kommentiert Melanie Flusche den neuen Arbeitsmarktbericht.
„Das zeigt, dass der Druck auf die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber weiterhin besteht und sie bei Neueinstellungen zurückhaltend bleiben. Für arbeitslose Menschen bedeutet das, dass die Suche nach einer neuen Beschäftigung weiterhin herausfordernd ist“, betont die Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Dortmund die Situation.
„Individuelle Flexibilität bei der Stellensuche und die Bereitschaft zur Weiterbildung können jedoch entscheidend dazu beitragen, die eigenen Chancen auf eine neue Arbeitsstelle auch in schwierigen Zeiten zu verbessern“, so Flusche
Langzeitarbeitslose profitieren von der Herbstbelebung nur eingeschränkt
„„Auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt zeigt sich im September eine positive Entwicklung. Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Dortmund ist gesunken. Auch die Zahl der betreuten Bedarfsgemeinschaften ist im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen“, berichtet Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund.

Im September konnten zudem mehr als 1.000 Personen, die Grundsicherungsgeld beziehen, ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Damit liegt die Zahl auch über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Entwicklung ist unter anderem auf die verstärkte Personalnachfrage der Unternehmen nach der Sommerpause zurückzuführen.
„Trotz dieser positiven Signale bestehen die strukturellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt fort. Mehr als die Hälfte der arbeitslosen Menschen ist seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung. Für diese Personengruppe gestaltet sich der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt aufgrund verschiedener Hürden häufig besonders schwierig“, so Krömer.
„Deshalb können sie von der positiven Entwicklung nur eingeschränkt profitieren. Um die Hilfebedürftigkeit langfristig zu verringern, setzt das Jobcenter Dortmund weiterhin auf nachhaltige Integrationsarbeit und individuelle Förderangebote.“
Die Arbeitslosigkeit sinkt – aber fast 50.000 Menschen ohne Job
Im September wurden 40.858 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 10.237 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.621 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 544 Personen oder 1,3 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt auf 12,3 Prozent (September 2025: 11,9 Prozent).
Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im September 6.620 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.764 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 82 Personen weniger als im Vormonat.
7.190 Personen meldeten sich im September bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.798 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 284 mehr als im Vormonat.
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.213 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 394 Personen weniger.
Rückläufige Dynamik am Stellenmarkt – Saisontypischer Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit
Im September waren 3.741 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 180 Personen bzw. 4,6 Prozent weniger als im Vormonat aber 148 Personen bzw. 4,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Jugendarbeitslosenquote sinkt um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat auf aktuell 10,8 Prozent.

758 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im September gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 175 Stellenmeldungen weniger und im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 163 Stellen weniger.
Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 3.793 offene Stellen. Das sind 24 weniger als im Vormonat und 698 weniger als im September des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Erziehung/Sozialarbeit/Heil-erziehungspflege sowie Lagerwirtschaft/Post/Zustellung.
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Der heimische Arbeitsmarkt unter Druck: Dortmund ringt mit Krise, Qualifizierung und Jobs

