
Im Keuning-Haus feierte die Stadtteil-Schule Dortmund e.V. (StS) ihr 40-jähriges Jubiläum. Ursprünglich als Initiative gegründet, hat sie sich seit 1986 zu einem wichtigen Komplexträger der freien Wohlfahrt in Dortmunds Nordstadt entwickelt. Heute findet man sie an insgesamt zehn Standorten. Genauso breit ist ihr Angebotsspektrum: In acht verschiedenen Fachbereichen stellt sie Angebote für die Menschen der Nordstadt zur Verfügung.
Ein buntes Programm, Rückblicke und Zukunftsperspektiven
Durch den Abend führten die Moderator:innen Till Blackstein, Projektleiter vom Quartiersmanagement und Jacqueline Lahr, Leiterin der Kita Weltenbummler. Sie begrüßten und dankten den Mitarbeiter:innen der StS, die zahlreich im Publikum vertreten waren.
Neben thematisch gerahmten Talk-Runden mit Ehemaligen und aktuell Beschäftigten, sowie Vertreter:innen von Sponsoren, gab es auch Tanz- und Musikeinlagen. Nach den Eröffnungsreden sang der Kinderchor der Kita Weltenbummler. Emilse Munoz Rodriguez begeisterte mit ihrer Tanzperformance „Cumbia Colombiana“.

Dr. Anja Jungermann, Regionales Bildungsbüro Stadt Dortmund, bedankte sich im Namen des OB Kalouti und sprach als Repräsentantin der Stadt. Nachhaltigkeit, Arbeitsplätze, Integration und Vielfalt, Digitales und Chancengerechtigkeit, seien Themen, die die Stadt bewegten.
„Zu vielen dieser Fragen trägt die Stadtteil-Schule ganz erheblich zu den Antworten bei, denn hier wird Bildung ganzheitlich verbindend gedacht“, so Jungermann.
„Ihr seid es, die die Ziele des Vereins täglich mit Leben füllen. Eure Arbeit ist wertvoll, euer Engagement ist inspirierend, eure Geduld und Kreativität sind vorbildlich“, so Walter Klamser, Aufsichtsrat der StS, zu den Mitarbeiter:innen. Auch wenn die Herausforderungen sich mit der Zeit ändern würden, die StS werde weiter gebraucht.
Von der Initiative zur tragenden Institution
„Wenn es für ausgebildete Lehrerin und Lehrer keine ausreichenden Möglichkeiten an staatlichen Schulen gibt, dann sollte man eben eine eigene Form von Schule schaffen“, erklärte Kathy Keinemann, Geschäftsführerin der StS, den ungewöhnlichen Namen der Einrichtung. Sie führte durch die Geschichte der StS und hob einzelne Wegmarken hervor.

Darunter der Einzug in die Hauptgeschäftsstelle Anfang der 90er Jahre, die Anerkennung als Träger der Kinder- und Jugendhilfe 1994, die Anerkennung als Bildungswerk seit 2007 und die Eröffnung der ersten Kita, der Krümmelstube, im Jahr 2014. „Ein Meilenstein in der Geschichte der Stadtteil-Schule“, so Keinemann.
„Heute beschäftigt die Stadtteil-Schule rund 240 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den unterschiedlichsten Aufgabenfeldern. Aus einer kleinen Initiative ist eine tragende Institution für den Stadtteil geworden“, sagte Keinemann. „Bildungsgerechtigkeit, Integration, gesellschaftliche Teilhabe und ein demokratisches Miteinander bleiben wichtige Aufgaben. Die Stadtteil-Schule wird auch weiterhin dort sein, wo Menschen Unterstützung brauchen. Niederschwellig, zugewandt und professionell“, so Keinemann.

Veith Hohfeld und Gunther Niermann, beide ehemalige Vorstände, sprachen über die Anfänge der StS. Niermann erinnerte sich an den Tag seiner Bewerbung. „Ich bin da auf engagierte Menschen getroffen, die ganz klar gesagt haben: Wir wollen das was wir können und wer wir sind für den Stadtteil einsetzen“, so Niermann und lobte das „unverbrüchliche Eintreten“ und die Professionalität der damaligen Vorreiter:innen. Er wünschte sich für die StS, dass sie „Trüffelschwein“ bleibe für die sozialen Belange des Stadtteils.
Veith Hohfeld berichtete von der damaligen Selbstverwaltung und schlug den Bogen zur heutigen, professionellen Struktur. Die sei nötig gewesen bei dem Wachstum der letzten Jahre. „Finanzvorstand, das war damals ein Fremdwort für uns“, so Hohfeld.
Förder:innen und Kooperationspartner:innen lobten die langjährige Zusammenarbeit
„Die Stiftungen und Sponsoren spielen für unsere Arbeit eine große Rolle. Viele Projekte könnten wir ohne sie nicht realisieren. Deshalb danken wir allen Sponsoren und Stiftungen ganz besonders“, sagte Blackstein, bevor er Jürgen Wallinda-Zilla, Dortmund-Stiftung, und Stefanie Janne Klar, Dr. Ausbüttel GmbH & Co. KG, auf die Bühne riefen. Eine Vertreterin der Eilsabeth Schnitger Stiftung konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen.

Wallinda-Zilla bezeichnete das Projekt „Lernen neu denken“ als beispielhaft. Der Dortmund-Stiftung gehe es darum, „neue Projekte auf die Schiene zu setzen“ und dabei möglichst viele Menschen nachhaltig zu unterstützen. In diesem Fall sowohl die Kinder, als auch die angehenden Lehrkräfte, so Wallinda-Zilla.
„Was uns auszeichnet ist, dass wir schon sehr viele Jahre partnerschaftlich zusammenarbeiten“, sagte Janne Klar. „Das ist unglaublich wichtig, dass ihr eine gute Rückenstärkung habt, dass ihr die Stadtteilschule noch über Jahre nach vorne bringt und eine gute Organisationsentwicklung macht und da investieren wir sehr gerne“, so Janne Klar.
Philipp Fröhlich, Schulleiter der Oesterholz-Grundschule, bedankte sich im Namen aller Grundschulen der Nordstadt für die Zusammenarbeit der letzten Jahrzehnte. „Wenn wir als Schule Ideen haben, dann wissen wir, wir können zur Stadtteilschule gehen und wir finden da Menschen mit offenen Ohren, die uns unterstützen und die einfach vorbehaltlos für uns da sind“, so Fröhlich.

„Aus der Perspektive der Kinder- und Jugendarbeit kann ich sagen: Verlässliche Ansprechpartner, wenig Bürokratie und eine offene Tür. Das hört sich einfach an aber es steckt viel dahinter“, so Nadine Ruhrmann, Bereichsleiterin der Kinder- und Jugendförderung des Jugendamts.
„Wir brauchen Ansprechpartner, die da sind und die beständig sind und das ist das schöne an der StS, weil Beständigkeit wird den Kindern und Jugendlichen angeboten“, so Ruhrmann weiter.
Gemeinsames Essen und Glückwünsche aus dem Publikum
Aber nicht nur auf der Bühne sondern auch im Publikum waren ausnahmslos positive Stimmen zu vernehmen. Flora Selimi arbeitet seit mehreren Jahren für die StS, erst als Honorarkraft, jetzt als Festangestellte. Sie unterrichtet Deutsch und ist mittlerweile auch für Prüfungen verantwortlich. Sie schätzt die Zusammenarbeit: „Das Arbeitsklima ist super, man fühlt sich hier sehr wohl“, so Selimi.

Ayse Ünsal arbeitet in der Kita Krümmelstube. Sie ist hauptsächlich in der Küche tätig aber packt überall mit an wo sie gebraucht wird. Die StS sei für sie wie eine Familie, so Ünsal. „Ich arbeite dort sehr gerne. Die Leute sind herzlich und nett. Es ist ein starkes Team. Hoffentlich auch die nächsten vierzig Jahre!“
Fabian Voß von Querwaldein Dortmund e.V. ist glücklich mit der Kooperation der StS. Er schätzt die Verlässlichkeit, einfache Kommunikationswege und die wertschätzende Zusammenarbeit. „Liebe StS, es ist großartig was ihr macht, ihr seit großartig, macht genau so weiter. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit euch und auf das Beste in der Zukunft“, so Voß.
Cornelia Schulte, Vertreterin der Kielhornschule sagte: „Was ich besonders schätze in der Zusammenarbeit ist die Zuverlässigkeit. Dieses gemeinsame Entwickeln und Umsetzen von Ideen. Ich bin wirklich überwältigt, wie riesig dieses Angebot ist. Da möchte ich meinen ganz herzlichen Glückwunsch ausrichten. Ich finde das großartig und bin auch ein bisschen stolz, ein kleiner Teil davon zu sein“.

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