Schutz für die Notaufnahme: Reul besucht das Bodycam-Projekt im Klinikum Dortmund

Andere Kliniken interessieren sich für das Dortmunder Pilotprojekt

Auf dem Gruppenfoto zu sehen sind (v.l.): Marwin Wenninghoff (Stellv. Funktionsleitung ZNA Klinikum Dortmund), Alina Mindt (Ärztin ZNA Klinikum Dortmund), Michael Kötzing (Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Klinikum Dortmund), NRW-Innenminister Herbert Reul, Iris Kunert (Unternehmensentwicklung Klinikum Dortmund), Anne Herr (Initiative Sicher im Dienst des Landes NRW).
Auf dem Gruppenfoto zu sehen sind: Marwin Wenninghoff (Stellv. Funktionsleitung ZNA Klinikum Dortmund), Alina Mindt (Ärztin ZNA Klinikum Dortmund), Michael Kötzing (Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Klinikum Dortmund), NRW-Innenminister Herbert Reul, Iris Kunert (Unternehmensentwicklung Klinikum Dortmund), Anne Herr (Initiative Sicher im Dienst des Landes NRW). Foto: Ilona Jahnke/Klinikum Dortmund

NRW-Innenminister Herbert Reul hat am Dienstag, 28. Juli, das Klinikum Dortmund besucht und sich über dessen Sicherheitskonzept informiert. Im Mittelpunkt stand das Pilotprojekt mit Bodycams in den Notaufnahmen. Nach Klinikangaben läuft es seit rund fünf Monaten, das Haus war bundesweit das erste Krankenhaus mit dieser Technik.

Reul informiert sich über das Sicherheitskonzept

Auf Einladung von Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Michael Kötzing besuchte Reul die Zentrale Notaufnahme am Klinikzentrum Mitte. Dort sprach er mit Mitarbeitenden über ihre Erfahrungen mit den Kameras und die Sicherheitslage im Klinikalltag.

Herbert Reul im Gespräch mit Klinik-Personal
Herbert Reul im Gespräch mit Klinik-Personal Foto: Ilona Jahnke/Klinikum Dortmund

„Wo Menschen helfen, darf Gewalt keinen Platz haben“, sagte Reul. Beschäftigte in der Notaufnahme bräuchten Schutz und Rückendeckung, das Pilotprojekt sei dafür ein wichtiges Signal.

Kötzing verwies auf die Zunahme von Übergriffen: „Beschäftigte in Krankenhäusern erleben zunehmend Situationen, in denen sie beleidigt, bedroht oder sogar körperlich angegriffen werden.“ Die Bodycams seien ein Baustein eines umfassenderen Konzepts, für das sich inzwischen viele Kliniken interessierten.

Zum Sicherheitspaket gehören nach Klinikangaben heute ein rund um die Uhr an beiden Standorten präsenter Sicherheitsdienst, Deeskalations- und Selbstverteidigungstrainings, bauliche Maßnahmen, Angebote für Beschäftigte sowie eine Hausordnung, die Hausverbote ermöglicht.

Was hinter dem Bodycam-Projekt steht

Hintergrund ist eine bundesweit beobachtete Zunahme von Aggression gegenüber medizinischem Personal. Die gut sichtbaren Kameras sollen die Mitarbeitenden schützen und Konflikte entschärfen. Bislang trugen vor allem Polizei und Ordnungsdienst solche Geräte.

Body-Cam an Pflegekleidung
Das rote Blinken zeigt deutlich an, wenn die Kamera aufnimmt. Foto: Fenja Horstmann für Nordstadtblogger.de

Bei der Vorstellung des Projekts im Frühjahr trugen 24 Mitarbeitende die Kameras in den Notaufnahmen der Klinikzentren Mitte und Nord sowie in der Kinderklinik und Kinderchirurgie. Entwickelt wurden sie mit dem Hersteller Motorola. Sie kommen nur im Empfangsbereich zum Einsatz.

Als Ursachen für Aggression nannte Kötzing damals neben Alkohol und Drogen vor allem lange Wartezeiten. Rund 20 Prozent der Menschen, die in die Notaufnahme kämen, seien dort „nicht richtig“, etwa weil sie keine zeitnahen Facharzttermine bekämen.

In einer ersten Bilanz im Frühjahr fielen die Reaktionen von Beschäftigten und Patient:innen positiv aus. Ob die Kameras dauerhaft eingesetzt werden, hatte das Klinikum damals noch offengelassen und auf Gespräche mit Beschäftigten und Betriebsrat verwiesen.


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