
Die Brücke über die Gleise an der Langen Straße muss abgerissen und neu gebaut werden. Seit 2018 ist sie für Fahrzeuge über 18 Tonnen gesperrt. Nun steht fest, wie es mit der Brücke im Kreuzviertel weitergeht. Der Rat der Stadt Dortmund entscheidet noch im Mai über den Baubeschluss. Vorausgegangen sind intensive Verhandlungen mit dem zuständigen Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, um die für Abriss und Neubau erforderlichen Sperrzeiten zu erhalten.
Zeitplan steht: Bau beginnt 2027, Fertigstellung für 2028 geplant
Das Tiefbauamt will voraussichtlich im Januar 2027 mit den Arbeiten für die neue Brücke an der Langen Straße beginnen. Die Fertigstellung und mögliche Einweihung ist für das zweite Quartal 2028 vorgesehen. Der Zeitplan orientiert sich an den Sperrzeiten der DB InfraGO AG, der Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn. Denn unter der Brücke liegen Gleise für den Zugverkehr, der während der Arbeiten zeitweise ruhen muss. Dies wird nun im Januar sowie im Oktober und November 2027 geschehen.
Die Stadt hatte die notwendigen Sperrpausen bereits Anfang 2024 beantragt. Nach längeren Verhandlungen wurden die Zeiten für den Brückeneinhub im Herbst 2027 Ende des vergangenen Jahres durch die DB InfraGO AG genehmigt. Die Sperrpause für den Abriss im Januar 2027 stand schon etwas länger fest – jedoch wäre der Neubau ohne zweite Pause nicht möglich.
Für Abriss und Neubau hat das Tiefbauamt ein Verfahren gewählt, das mit möglichst wenigen Sperrzeiten der Bahngleise unterhalb des Bauwerks auskommt. Das Großprojekt kostet rund 6,85 Millionen Euro. Der Verwaltungsvorstand hat die Baubeschlussvorlage nun in den Gremienlauf gegeben.
Gebaut in den 1960er-Jahren: Schäden führen zu Ersatzneubau
Die Brücke an der Langen Straße stammt aus den 1960er-Jahren. Sie wurde mit einem speziellen Spannstahl errichtet, der anfällig für sogenannte Spannungsrisskorrosion ist. Dabei kann es über die Jahre zu einem plötzlichen und zunächst unbemerkten Materialversagen kommen. Chemische Prozesse im Bauwerk können dabei die statische Funktion schädigen.
Im Jahr 2018 wurde die Brücke aus Sicherheitsgründen für schwere Fahrzeuge gesperrt. Diese sogenannte Ablastung von ursprünglich 45 auf zunächst 16 Tonnen erfolgte auf Grundlage eines externen Gutachtens. Später hat das Tiefbauamt die Nutzungsbeschränkung auf 18 Tonnen erhöht, dafür kommt bis heute eine mobile Ampel zum Einsatz.
Ein Gutachten aus dem Jahr 2019 empfiehlt einen Ersatzneubau der Brücke. Eine anschließende Untersuchung hat diese Lösung als die wirtschaftlichste bestätigt.
Bauüberwachung und Verkehrsführung während der Bauzeit geregelt
Die Unterseite der Brücke ist aufgrund der darunterliegenden Gleise für Bauwerksprüfer:innen nur schwer zugänglich. Deshalb hat das Tiefbauamt im Jahr 2024 ein digitales Monitoring-System installiert, um Veränderungen und mögliche Schäden frühzeitig erkennen zu können.
Während der gesamten Bauphase ab Januar 2027 wird die Lange Straße im Bereich der Brücke vollständig gesperrt. Die Umleitung führt über Dorstfelder Allee – Rheinlanddamm – Lindemannstraße.
Fußgänger:innen können die östliche Zuwegung zur S-Bahn-Station Dortmund-West während der Bauzeit über einen Gehweg vom Hahnenmühlenweg aus nutzen. Dies hat das Tiefbauamt mit der Deutschen Bahn vereinbart. Die Fußgänger:innen werden dabei über den südlichen Bahnsteig geführt. Der Radverkehr wird über die Rheinische Straße umgeleitet.

