
Strafverfahren wegen des Verdachts des Cannabisanbaus ein. Polizei Dortmund
Was als besorgter Hilferuf eines Bürgers begann, endete am späten Mittwochabend (1. April 2026) mit der Sicherstellung hunderter Cannabispflanzen. Die Polizei Dortmund entdeckte in einem Mehrfamilienhaus in Dortmund-Brünninghausen an der Hagener Straße zwei professionelle Cannabis-Plantagen, während sie eigentlich nach einer vermissten Frau suchte.
Ein verdächtiger Luftzug und süßlicher Geruch im Treppenhaus
Gegen 22:00 Uhr suchte ein Mann die Polizeiwache in Hombruch auf. Er machte sich Sorgen um eine 51-jährige Bekannte, die ihm trotz vorheriger Absprache die Tür nicht öffnete.

Als die Beamten kurz darauf an dem besagten Wohnhaus eintrafen, fielen ihnen sofort Unregelmäßigkeiten auf: Im Erdgeschoss waren alle Außenrollos heruntergelassen, die dahinterliegenden Fenster jedoch gekippt.
Besonders auffällig war, dass hinter den Fenstern angebrachte Spanplatten die Sicht nach innen versperrten. Ein Zweig, der sich trotz Windstille im Luftzug bewegte, sowie ausströmende Warmluft und ein intensiver, süßlicher Geruch im Treppenhaus erhärteten den Verdacht der Beamten.
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und dem Erhalt eines Durchsuchungsbeschlusses betraten die Einsatzkräfte die Erdgeschosswohnung über eine offene Terrassentür. Dort stießen sie auf eine professionelle Anlage mit rund 300 Cannabis-Pflanzen.
Durchsuchungsbeschluss bringt 600 Pflanzen in zwei Stockwerken ans Licht
Da die Fenster im Obergeschoss ähnliche Merkmale der Verdunkelung aufwiesen, wurde die Durchsuchung ausgeweitet.

Cannabisplantage in Dortmund-Brünninghausen. Polizei Dortmund
In der oberen Etage entdeckten die Beamten eine zweite Plantage in derselben Größenordnung. Insgesamt stellte die Polizei somit 600 Pflanzen sicher.
Die ursprünglich gesuchte 51-jährige Frau konnte schließlich in einer benachbarten Wohnung wohlbehalten angetroffen werden. Sie hatte zum Zeitpunkt des Einsatzes geschlafen.
Gegen den 38-jährigen Mieter der Wohnungen wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Cannabisanbaus eingeleitet.
Die Kriminalpolizei hat die Wohnungen versiegelt und prüft nun, ob die 51-Jährige oder weitere Personen als Mittäter:innen in das Plantagen-Projekt involviert waren.
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