
Der Ostermarsch Rhein/Ruhr zieht wieder durch mehrere Städte. In diesem Jahr macht er unter anderem in Köln, Duisburg, Gelsenkirchen, Bochum und Dortmund Station, um gegen die Kriege in der Ukraine, in Gaza und im Iran sowie gegen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen zu demonstrieren.
Gegen Waffenlieferungen und Stationierung von US-Waffen
„Wir haben aktuell drei Kriege“, erklärt Joachim Schramm von der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner“ (DFG-VK), „die viele Tote bedeuten“. Darunter fällt für ihn der Ukraine-Krieg, der Iran-Krieg und der Gaza-Krieg, bei dem weiterhin Kampfhandlungen stattfinden.

Alle Kriege zeigen nach Schramms Ansicht auf, dass die Strategie, immer mehr Waffen in die Gebiete zu schicken, nicht aufgegangen sei. „Töten hat in keinem Konflikt dazu geführt, dass der Krieg aufhört.“ Deshalb würden weitere Waffenlieferungen abgelehnt. ___STEADY_PAYWALL___
Die Teilnehmenden der Ostermärsche wollen ein Zeichen für eine Lösung dieser Konflikte auf dem Verhandlungsweg setzen. Das bedeutet nicht, dass zum Beispiel im Falle der Ukraine direkt Russland alle Gebiete zugesprochen bekommen solle. Es müsse jedoch nach einer Lösung gesucht werden, die die Dynamik aus Waffenlieferungen und Toten durchbreche, so Schramm.
Zudem wollen die Teilnehmenden gegen die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen, die in Wiesbaden untergebracht werden sollen, demonstrieren.
Diese wären im Zweifel laut Schramm atomwaffenfähig, könnten gegen Russland gerichtet sein und die Lage zwischen Europa und Russland weiter verschärfen.
Das Programm in Dortmund: Erst Dorstfeld, dann ein „Friedensfest“
In Dortmund beginnt der Ostermarsch traditionsgemäß um 13:30 Uhr am Wilhelmplatz in Dorstfeld. Dort wird Hajo Koch von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ sprechen. Es gehe vor allem darum, angesichts einer wieder erstarkenden Neonazi-Szene im Stadtteil Präsenz zu zeigen.

Danach setzt sich der Ostermarsch in Gang und geht über die Rheinische Straße bis zum Hansaplatz, wo eine weitere Kundgebung stattfinden wird.
Dort sprechen dann Ulrike Eiffler (IG Metall und Die Linke) und der ukrainische Friedensaktivist Andrej Konovalov zum Thema „Kriege beenden – Kriege verhindern“. Anschließend soll auf dem Hansaplatz ein „Friedensfest“ stattfinden. Dort werden zudem Informationsstände sowie Kaffee und Kuchen angeboten.
Die Entwicklung der Friedensgruppen in Dortmund
Doch wie steht es gerade allgemein um die Friedensgruppe in Dortmund? Gabi Brenner vom Dortmunder Friedensforum erzählt, dass sich die Gruppen positiv entwickelt haben. Jede Woche veranstaltet die Friedensgruppe eine Kundgebung mit rund 30 Leuten an der Petrikirche und es gibt Themenabende, bei denen rund 70 Interessierte vorbeikämen. Während ein Teil der Anwesenden Organisationen wie dem BSW oder der DKP nahestehe, bestehe die andere Hälfte aus Privatpersonen.

Trotzdem brauchen die Friedensgruppen Nachwuchs. „Die Jugendlichen, die gegen den Wehrdienst auf die Straße gehen, machen mir da Hoffnung“, sagt Brenner.
Die Gruppe „Nein zur Wehrpflicht“ bekommt deshalb beim Ostermarsch einen eigenen Jugendblock. Im Aufruf zum Ostermarsch wird nämlich auch dazu aufgerufen, gegen eine allgemeine Wehr- und Dienstpflicht zu demonstrieren.
Es müsse sich aber angesichts der aktuellen Weltlage noch mehr tun, da ist sich Brenner sicher. „Da können wir nur mehr Aufklärung anbieten und hoffen, dass sich dann mehr Menschen engagieren.“
Der Laufplan vom Ostermarsch Rhein/Ruhr
Der Friedensmarsch startet am Ostersamstag mit einer Veranstaltung um 10:30 Uhr in Duisburg und endet am Ostermontag um 15 Uhr in Dortmund mit einer Abschlusskundgebung auf dem Hansaplatz.

Zu den Erstunterzeichner:innen und Unterstützer:innen zählen, neben Gewerkschafts- und Parteivertreter:innen, auch kirchliche und andere zivilgesellschaftliche Akteur:innen.
Hier eine Übersicht zu allen Stationen des Ostermarschs und Anreisemöglichkeiten: http://ostermarsch-ruhr.de/anreise/
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