
Der Emscher-Umbau in Dortmund-Hörde geht in die letzte Phase. Die Emschergenossenschaft und die Stadt Dortmund gestalten den bislang noch technisch geprägten Abschnitt des Hörder Bachs sowie einen Teil des Marksbachs naturnah um. Bis Ende 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Rund 850.000 Euro fließen in die Maßnahme, die nun offiziell gestartet ist.
Startschuss für den letzten Bauabschnitt
Seit Anfang 2010 sind die Emscher-Gewässer in Dortmund oberhalb der Kläranlage Deusen vollständig abwasserfrei. In der Folge hat die Emschergenossenschaft im Laufe der vergangenen Jahre die Emscher und ihre Nebenläufe renaturiert.
Unberührt blieb bislang der Oberlauf des Hörder Bachs südlich des Dreiecks Benninghofer Straße und Am Oelpfad. Hier ist das Gewässer zwar sauber, jedoch immer noch technisch überformt und in seinem aus Betonsohlschalen bestehenden Korsett gefangen.
Als letzten Akt des Emscher-Umbaus in Dortmund-Hörde wird nun auch dieser finale Abschnitt des Hörder Bachs renaturieren. Den offiziellen Startschuss dafür gab die Emschergenossenschaft jetzt gemeinsam mit Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti.
Rund 600 Meter Gewässer werden umgestaltet
„Der Emscher-Umbau hat das Gesicht von Dortmund-Hörde maßgeblich zum Positiven verändert. Die Renaturierung der Emscher diente auch als Inspiration für die wasserbewusste Nutzung des alten Stahlwerkgeländes – heute begeistert hier der Phoenix See. Wir freuen uns, dass nun auch der Oberlauf des Hörder Bachs renaturiert wird. Um Synergieeffekte zu nutzen, wird die Emschergenossenschaft – da es sich räumlich und logistisch anbietet – auch den städtischen Abschnitt des Gewässers sowie den Mündungsbereich des Marksbachs mitumgestalten. Auf diese Weise erfolgt die Revitalisierung aus einer Hand“, sagt Oberbürgermeister Alexander Kalouti.
Insgesamt werden bis Ende des Jahres rund 600 Meter Gewässerstrecke umgestaltet. Die Arbeiten umfassen einerseits den 330 Meter langen Abschnitt des Hörder Bachs, der zur Emschergenossenschaft gehört. Dieser Abschnitt reicht von der Kleingartenanlage im Dreieck Benninghofer Straße und Am Oelpfad bis zur Einmündung des Marksbachs in den Hörder Bach.
Darüber hinaus werden auch der rund 170 Meter lange städtische Abschnitt des Hörder Bachs oberhalb der Einmündung des Nebenlaufes sowie zirka 90 Meter des städtischen Marksbachs selbst bis zum Durchlass unter der Straße An der Goymark revitalisiert.
Naturnahe Ufer und bessere Durchgängigkeit
„Im Rahmen der Renaturierung werden hauptsächlich die Betonsohlschalen herausgenommen, damit die Bäche künftig wieder über ein natürliches Ufer verfügen. Im Bereich des genossenschaftlichen Abschnitts des Hörder Bachs gibt es drei Gewässerabstürze, die aktuell einen Aufstieg von Fischen entgegen der Fließrichtung verhindern – diese Abstürze werden beseitigt, die Höhenunterschiede werden durch den Einbau von fischfreundlichen Sohlgleiten ausgeglichen“, sagt Prof. Dr. Frank Obenaus, Vorstand für Wassermanagement und Technik bei der Emschergenossenschaft.
Darüber hinaus gestaltet die Emschergenossenschaft in beiden Gewässern eine Ersatzaue, die aufgrund der räumlichen Gegebenheiten zwischen der Kleingartenanlage und dem Friedhof jedoch nur recht schmal ausfallen kann.
Die Gesamtmaßnahme soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Insgesamt werden rund 850.000 Euro investiert, 70 Prozent trägt die Emschergenossenschaft, 30 Prozent die Stadt Dortmund. Im Rahmen der Förderrichtlinie „Hochwasserrisikomanagement und Wasserrahmenrichtlinie“ durch das Land Nordrhein-Westfalen erhält die Emschergenossenschaft für ihren Anteil eine 70-prozentige Förderung, die Stadt Dortmund erhält 80 Prozent Förderung.
Millioneninvestitionen in Dortmund-Hörde
„Den Stadtteil Dortmund-Hörde und den Emscher-Umbau verbindet eine besondere Erfolgsgeschichte: Hier wurde 2009 auf einer Länge von 1,3 Kilometern der längste zuvor unterirdisch verrohrte Abschnitt der Emscher am Nordufer des Phoenix Sees offengelegt. Der Phoenix See selbst erfüllt für die Emscher eine wichtige wasserwirtschaftliche Funktion – denn er ist zugleich unser wahrscheinlich schönstes Hochwasserrückhaltebecken. Nicht zuletzt aber demonstriert der mittlerweile weit über die Region hinaus bekannte Weinberg am Ufer der Emscher am Phoenix See die neue Lebens- und Aufenthaltsqualität an der einstigen Köttelbecke. Der Emscher-Umbau in Dortmund-Hörde steht kurzum für das, was erreicht werden kann, wenn Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung Hand in Hand gehen und Städtebau vom Wasser her gedacht wird“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.
Vorausgegangen waren umfangreiche Tiefbauarbeiten mit hohen Investitionen. Insgesamt 139 Millionen Euro hat die Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus in wasserwirtschaftliche Maßnahmen in Dortmund-Hörde investiert, im gesamten Dortmunder Stadtgebiet rund 865 Millionen Euro. 45 Millionen Euro flossen in neue unterirdische Abwasserkanäle, die die Abwasserfreiheit der Gewässer ermöglichten.
Weitere 30 Millionen Euro wurden in die Offenlegung der Emscher am Phoenix See investiert, 20 Millionen Euro in die Renaturierung im fünf Kilometer langen Verbindungsraum bis zum Westfalenpark. Neun Millionen Euro entfielen auf die Offenlegung des Hörder Bachs im Bereich des Phoenix Sees und der Hörder Burg sowie auf die Gestaltung des Gewässertroges. Der nun beginnende Schlussakt dient der ökologischen Vernetzung des Hörder Bachs mit dem Naturraum der Emscher – als letztes Puzzleteil im blaugrünen Gewässersystem.

