
Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Neubau von Ausbildungswerkstätten in Dortmund-Körne mit 4,5 Millionen Euro. Der Förderbescheid wurde an die Baugewerbe-Innung Dortmund und Lünen übergeben. Bis Ende 2028 sollen fünf neue Werkstätten für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung entstehen. Parallel startet der Bau des geplanten „Azubi Campus Handwerk“.
Förderbescheid für zukunftsfähige Ausbildung
Die Finanzierung für den Neubau der Berufsbildungsstätte in Dortmund-Körne steht. Einen Förderbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen über 4,5 Millionen Euro nahm Thomas Pape, Obermeister der Baugewerbe-Innung Dortmund und Lünen, entgegen.
Überbringer war Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, der sich bei seinem Besuch vor Ort ein Bild von den Bauvorhaben auf dem Gelände an der „Langen Reihe“ machte.
Die Gelder sind für den Neubau eines Komplexes mit fünf Werkstätten gedacht, der bis Ende 2028 als Ersatz für das Gebäude „Lange Reihe 69“ des derzeitigen Ausbildungszentrums Bau entstehen wird.
Unterstützung für das Handwerk in der Region
Bei der Übergabe der Förderurkunde betonte Thomas Pape die Bedeutung der Förderung für das regionale Handwerk. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des Landes. Sie ist für uns ein klares Signal der Landesregierung für die Wertschätzung des Handwerks in unserer Region und eine wertvolle Unterstützung für künftige sichere Arbeitsplätze im Handwerk.“

„Die neuen Werkstätten werden dazu beitragen, die Attraktivität und die hervorragenden beruflichen Perspektiven, die eine duale Ausbildung im Handwerk bietet, nach außen zu repräsentieren. Dazu leistet die Landesregierung im Rahmen des ‚Modernisierungspakts berufliche Bildung‘ einen wichtigen Beitrag. So tragen wir dazu bei, die dringend benötigten Fachkräfte für das Handwerk zu gewinnen und zu halten“, betonte Staatssekretär Matthias Heidmeier in seiner Ansprache.
Im Anschluss lud die Baugewerbe-Innung den Staatssekretär sowie Vertreter:innen der Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen und der Handwerkskammer Dortmund zu einem Rundgang über das Gelände ein und informierte über die geplanten Baumaßnahmen.
Fünf neue Werkstätten bis Ende 2028
Bis Ende 2028 soll auf dem Gelände an der Langen Reihe 60 ein dreigeschossiger Neubau mit fünf Werkstätten entstehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 24,8 Millionen Euro.
Geplant sind, auf dem 4.500 Quadratmeter großen Grundstück, der Baugewerbe-Innung Dortmund und Lünen, ein Gebäude mit zwei Werkstätten für Maurer, eine Fliesenleger-Werkstatt, eine Zimmerer-Werkstatt und eine Multifunktionswerkstatt. Außerdem sollen Seminarräume, ein Außenbereich und Innenhöfe entstehen.
Bauherr ist die Baugewerbe-Innung Dortmund und Lünen in Kooperation mit der Handwerkskammer Dortmund. Die neuen Werkstätten werden im Rahmen des Bildungsverbundes Handwerk für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung genutzt.
Teil der Bildungsoffensive der Handwerkskammer
Die Planungen für den Neubau begannen bereits im Jahr 2020. Das Projekt ist Teil der Bildungsoffensive der Handwerkskammer Dortmund. „Ziel des Bildungsverbundes und der Bildungsoffensive ist es, die Ausbildung in den Lehrwerkstätten im gesamten Bezirk der Handwerkskammer Dortmund zukunftssicher, nachhaltig und energieeffizient zu gestalten“, erklärte Carsten Harder, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund.

„Die neue Gebäudestruktur wird flexibel sein und gleichzeitig modernen Ausbildungsstandards genügen.“ Geplant sind zudem eine Kantine, Selbstlernflächen, Aufenthaltsbereiche sowie barrierefreie Zugänge.
Finanziert wird das Projekt zu 19,4 Prozent durch das Land NRW und zu 58,2 Prozent durch Bundesmittel für überbetriebliche Berufsbildungsstätten, der übrige Anteil wird über Eigenmittel refinanziert. Parallel investiert die Handwerkskammer Dortmund im Rahmen ihrer Bildungsoffensive rund 70 Millionen Euro in Soest sowie etwa 120 Millionen Euro an den Standorten Ardeystraße und Zeche Hansemann in Dortmund in neue Lehrwerkstätten.
Weiterer Ausbau mit „Azubi Campus“ ab Juni
Neben dem Neubau der Werkstätten soll auf dem Gelände auch der „Azubi Campus Handwerk Dortmund“ entstehen. Vorgesehen sind Wohn- und Lernquartiere für Auszubildende in Handwerksberufen.
Geplant sind rund 110 neue Wohnungen mit bis zu 25 Quadratmetern Wohnfläche, die bis 2028 durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen sollen. Die ersten Rückbauarbeiten sind für Juni 2026 vorgesehen.
„Wir wollen die Gebäude weiterhin weitestgehend im Sinne der Ausbildung nutzen und damit auch der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende in Dortmund entgegenkommen“, sagte Christian Sprenger, Kreishandwerksmeister. Parallel zur Umsetzung wird es durch die Verlegung bestehender Werkstätten zu weiteren Umbaumaßnahmen auf dem Gelände kommen.

