Nordstadtblogger

Wo Leben drauf steht, ist auch Leben drin – Aus dem „Info-Service St. Joseph“ in der Nordstadt wird der „Lebensladen“ 

v.l.: Vanessa Kahl, Karin Müller und Andreas Jache. Während Andreas Jache die KundInnen des neuen Lebensladens empfängt, sind die beiden Frauen in der Beratung und Vermittlung tätig. Fotos: Sascha Fijneman

Seit fünf Jahren werden Menschen im „Info-Service St. Joseph“ in der Münsterstraße in sozialen Fragen beraten. In der Nordstadt, dem kinderreichsten Stadtteil von Dortmund, machen vor allem Alleinerziehende und viele Menschen mit Migrationshintergrund Gebrauch von dem Angebot. Drei MitarbeiterInnen, die von einigen Ehrenamtlichen unterstützt werden, greifen ihnen unter die Arme, helfen beim Ausfüllen von Formularen zur Antragstellung, beraten in rechtlichen oder auch Verbraucherfragen. Durch die langjährige Erfahrung können sie auf ein weites Netzwerk von KooperationspartnerInnen zurückgreifen und die Menschen gegebenenfalls an die richtigen Stellen weiter vermitteln. Da der Andrang groß ist und die Ratsuchenden oft längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, wurde nun der Wartebereich im Erdgeschoss neu gestaltet, so dass die KundInnen die Wartezeit gemütlich bei einer Tasse Kaffee oder Tee zum kleinen Preis überbrücken und sogar günstig Brot vom Vortag kaufen können.

Lokale Bäckerei unterstützt den „Lebensladen“ mit Brot vom Vortag

Brot vom Vortag wird für jeweils einen Euro angeboten.

Fast fünf Jahre nach der ersten Sprechstunde beschreitet das Kooperationsprojekt des SKM (Sozialdienst Katholischer Männer) Dortmund und des SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) Hörde neue Wege.

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Als Anlaufstelle für Ratsuchende soll das neue Projekt im Erdgeschoss des Gemeindehauses in der Münsterstraße, Angebote bündeln und koordinieren. Hier werden die KundInnen von Andreas Jache empfangen, der sich ihr Anliegen anhört und sie an eine der BeraterInnen weiterleitet.

Der einladende Wartebereich im Stil eines kleinen Cafés bietet die Möglichkeit, die Zeit entspannt zu überbrücken. Angeboten werden Kaffee und Tee zum Unkostenpreis. Mit Unterstützung einer lokalen Bäckerei, die nicht genannt werden möchte, und unter Einsatz von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Ehrenamtlichen ist es möglich, Brot vom Vortag für jeweils einen Euro anzubieten.

Angebote der Verbände bündeln und ein breites Netzwerk etablieren

Tina Gerding von IN VIA Dortmund, Susanne Smolen und Alwin Buddenkotte.

„Seit zehn Jahren kooperieren die Fachverbände des SKM Dortmund und des SkF Hörde. Im „Lebensladen“ können wir die Serviceangebote der Verbände bündeln und mit Hilfe von KooperationpartnerInnen ein breites Netzwerk aufbauen“, sind sich der Geschäftsführer des SKM Dortmund, Alwin Buddenkotte und seine Kollegin, Susanne Smolen, Geschäftsführerin des SkF Hörde, einig.

Mit dem „Lebensladen“ sei ein lebendiges und bewegliches Konzept geschaffen worden, um auf lokale Bedarfe zu reagieren und Netzwerke und bestehende Angebote zu erweitern. Für die Beratung sind Karin Müller und Vanessa Kahl zuständig. Sie betonen, dass es sich bei den Angeboten des „Lebensladens“ um unkomplizierte, unförmliche und niederschwellige Beratung handelt.

In Fällen, die rechtlich oder bürokratisch zu verzwickt sind, machen die beiden Gebrauch vom Netzwerk der KooperationspartnerInnen und vermitteln die KundInnen an die richtigen Stellen weiter. So arbeiten die BeraterInnen beispielsweise eng mit der Beratung für Alleinerziehende, dem Jugendmigrationsdienst, dem Verein IN VIA Dortmund, der Gemeinde und vielen weiteren Stellen zusammen.

Wer einmal da gewesen ist, kommt meistens wieder

„Wir sind zu zweit in der Beratung. In der Woche kommt es zu rund 30 KundInnen-Kontakten. Ein Beratungsgespräch umfasst in der Regel die Dauer von fünf bis 45 Minuten. Seit Beginn des Info-Services im Jahr 2014 konnten wir rund 1000 Menschen erfassen. Viele von denen kommen mit anderen Problemen oft wieder zu uns“, freut sich Beraterin Vanessa Kahl.

Der neu gestaltete Wartebereich.

Ein weiterer Punkt, der das Projekt auszeichne, sei die Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, erklärt Alwin Buddenkotte. Die Trägerschaft liegt beim „Büro für soziale Fragen“ des Katholischen Sozialen Dienstes. Die Finanzierung sei zunächst bis 2020 sichergestellt.

Hierfür sei man durch den „Sonderfonds für spezifische armutsorientierte Dienste“ des Erzbischöflichen Generalvikariats in Paderborn unterstützt worden. Bisher fließen keinerlei kommunale Mittel in das Projekt. Für die Finanzierung über das Jahr 2020 hinaus, hoffen die Verantwortlichen auf Förderung durch den Armutsfonds des Bistums, der sich aus kirchlichen Steuermitteln speist.

Darüber hinaus ist das soziale Projekt natürlich auf Spenden angewiesen. Um den Nachhaltigkeitsgedanken weiter zu fördern, der durch die „Brotrettung“ erste Formen angenommen hat, spielt der „Lebensladen“ nun mit dem Gedanken, sich ein Lastenfahrrad anzuschaffen, um die Brote auch nachhaltig anliefern zu können. 

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zum Angebot des Lebensladens erhalten Sie unter der Telefonnummer: 0231 – 98128719 und unter: info-service@skf-hoerde.de

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