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„Sperrzone“ in Dortmund: Theaterprojekt von Rolf Dennemann thematisiert Flucht und Heimat in der Natur

Das Künstlerlager des Theaterprojekts „Sperrzone“ auf den Dortmunder Höhen. Fotos: Joachim vom Brocke

Das Künstlerlager des Theaterprojekts „Sperrzone“ auf den Dortmunder Höhen. Fotos: Joachim vom Brocke

Von Joachim vom Brocke

Natur pur auf den Höhen von Dortmund. Eine riesige Wiese, durchsetzt mit ein paar Büschen und Bäumchen. Einem Apfelbaum mit kleinen Früchten zum Beispiel. Oder Sträuchern mit langsam rot werdenden Vogelbeeren. Dazu eine himmlische Ruhe. Kein Straßenlärm, keine Hektik. Am Rande dieser ländlich-friedlichen Idylle wurde bereits seit Tagen ein kleines Lager aufgeschlagen. Mit Sonnenschirmen, Zelten, einer überdimensionale Decke. Dazu jede Menge Mineralwasser und Knabbereien.

„Ich habe lang nach solch einem Platz gesucht“ – Menschen treffen aufeinander, die sich nicht kennen

Probenszene aus "Sperrzone" von Rolf Dennemann - eine Landschaftsinszenierung mit Flüchtlingen. Fotos: Joachim vom Brocke

Probenszene aus „Sperrzone“ von Rolf Dennemann – eine Landschaftsinszenierung mit Flüchtlingen.

Hier wird „Sperrzone“ inszeniert. Dabei handelt es sich um ein neues Tanz- und Theaterprojekt zum Thema Flucht und Heimat von Rolf Dennemann.

„Ich habe lange nach solch einem Platz gesucht“, sagt Dennemann. Der Schauplatz von „Sperrzone“ liegt auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins Menglinghausen und dem Verein Kultur Aktiv e.V..

In diesem Niemandsland, einem Stück Erde ohne genaue geographische Bezeichnung, spielt „Sperrzone“. Hier Menschen aufeinander, die sich einander nicht kennen.

„Es gibt zwar ein paar Erstbewohner“, sagt die Kölner Regisseurin und Choreographin Yoshiko Waki, „doch erst nach und nach treffen sie aufeinander, lernen sich kennen“.

Wie in einem „bewegten Gemälde“ (so Yoshiko Waki) ziehen die Menschen, meist in schwarz gekleidet, durch das satte Grün. Die Weite der Naturbühne wird dabei voll genutzt.

Reisende haben ihre Heimat verlassen – Surreales Bild von Bewegungsabläufen

Rolf Dennemann und Choreographin Yoshiko Waki (links) während einer Pause. Foto: Joachim vom Brocke

Rolf Dennemann und Choreographin Yoshiko Waki (links) während einer Pause.

Die „Reisenden“ haben ihre Heimat verlassen, erzählt Rolf Dennemann, diesmal für die szenische Gestaltung zuständig. Sämtlich Einzelschicksale, die ihre Zukunft neu definieren müssen. Sie sind dabei völlig auf sich gestellt.

Keine Ordnung, kein Gesetz, nur das Überleben zählt. Dabei nutzen manche ihre Kreativität, bringen Kräfte auf, sich dort einzurichten. Andere schaffen das nicht, lassen sich von Instinkten treiben oder verlieren das Menschliche.

„Sperrzone“ wirkt wie eine Filmsequenz, vermittelt ein surreales Bild von  Bewegungsabläufen, die allesamt bekannt sind. Doch am Ende gibt es Hoffnung, die in der Natur des Menschen liegt.

„Die Zuschauer“, verspricht Yoshiko Waki, „werden mit einbezogen und bekommen geheimnisvolle Aufträge“.

Projekt mit 18 Teilnehmern aus (fast) der ganzen Welt

Die Landschaftsinszenierung ist ein internationales Projekt mit TeilnehmerInnen aus (fast) der ganzen Welt: aus Litauen, Frankreich, Belgien und Südkorea. Darüber hinaus Gäste aus Syrien und Guinea.

Teilweise sind es SchauspielerInnen, teilweise extra dafür gecastete Flüchtlinge als LaiendarstellerInnen. Insgesamt handelt es sich um 18 DarstellerInnen. Premiere von „Sperrzone“ ist am Freitag, 19. August, eine weitere Vorstellung gibt es am 20. August. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Mehr Informationen:

  • Der Zugang zum Gelände ist nur über die Grotenbachstraße möglich. Der Eingang befindet sich von der Kreuzung Am Spörkel / Grotenbachstraße aus.
  • Den kleinen Hügel gen Autobahn nach 250 Metern auf der rechten Seite. Hier gibt es auch Parkmöglichkeiten.
  • Karten zum Preis von 12 Euro, ermäßigt 7 Euro, können per Mail reserviert werden unter orga@artscenico. de oder telefonisch unter (0152) 23 008 631.
  • Je nach Witterung wird wetterfeste Kleidung empfohlen.
  • Eine weitere Vorstellung gibt es am 25. und 26. August ab 19.30 Uhr bei Jack in the Box in Köln, Vogelsanger Straße 231.
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Ein Gedanke zu “„Sperrzone“ in Dortmund: Theaterprojekt von Rolf Dennemann thematisiert Flucht und Heimat in der Natur

  1. Beate Conze

    Vielen Dank für den netten Besuch und den schönen Artikel über uns alle.
    Nächste Woche lagern und performen wir in Köln ! LG Beate Conze

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